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Thomas Glavinic - Die Arbeit der Nacht

Glavinics Lamento und Gottes Lotterie

Thomas Glavinic - Die Arbeit der Nacht

Ein Morgen wie immer. Seinen Gewohnheiten folgend steigt Jonas aus dem Bett, schaltet noch schlaftrunken sein Radio an. Außer atmosphärischem Rauschen ist nichts zu hören. Beim Einschalten des Fernsehgerätes hat er denselben Erfolg: er kann kein Programm empfangen. Kein dumpfer Verkehrslärm dringt durch die Fenster. Ein Blick bestätigt: die Strassen sind völlig verlassen. Warum und wie die gesamte Bevölkerung verschwunden ist, wird nicht erklärt. Warum ausgerechnet Jonas verschont wurde, kann man aus dem Alten Testament ableiten. Der alttestamentarische Prophet Jonas versucht, sich einem Befehl Gottes zu entziehen und flieht an Bord eines Schiffes. Dieses droht, bei einem gewaltigen Sturm zu sinken; man beschließt, durch Lose ziehen zu bestimmen, wer der Schuldige ist, der Gottes Zorn auf sie herab beschworen hat. Das Los fällt auf Jonas. Man wirft ihn kurzerhand über Bord. Ein riesiger Fisch verschluckt ihn und Jonas ist von der Außenwelt abgeschottet.

Hat Glavinics Jonas das große Los gezogen oder ist es eine Niete? Soll er einen Auftrag erfüllen und wenn ja: Welchen?



Marlen Haushofer - Wir töten Stella

Die Mitschuld des Beobachters

Marlen Haushofer - Wir töten Stella

Ein aus der Trivialliteratur und den fetten Schlagzeilen der Boulevardpresse bekanntes Bild ist das des Autofahrers, der an einer Unfallstelle vorbei braust, ohne Hilfe zu leisten. Mitmenschen ihrem eigenen Schicksal zu überlassen weckt Beklommenheit und Wut beim Leser. Was aber, wenn innerhalb der Familie weggeschaut wird wider besseres Wissen?



Zeruya Shalev - Mann und Frau

Szenen einer Ehe

Zeruya Shalev - Mann und Frau

Der Beginn der Geschichte lässt keine Schlüsse auf den weiteren Verlauf des Dramas zu, sondern könnte aus jedem X-beliebigen „Frauen-Roman“ stammen:
Ein Mann wird morgens wach; beide Beine sind gelähmt; Frau und Tochter sind wie paralysiert; alle vorhandenen Probleme lösen sich wegen der Krise in Dunst auf; Fahrt zum Krankenhaus; dort stellt ein gütig lächelnder Arzt die hoffnungsvolle Diagnose nebst zukunftsträchtiger Prognose; Vater – Mutter – Tochter sinken sich glücklich in die Arme; der Vorhang fällt, das Publikum tobt, der Kritiker auch.



Henri Beyle,  Stendhal - Rot und Schwarz

Von Goethe gelobt von Nietzsche gefeiert

Henri Beyle, Stendhal - Rot und Schwarz

Nur wenige Bücher können sich zwei solch berühmter Geburtshelfer rühmen. Stendhals, mit bürgerlichem Namen Henri Marie Beyle, bedeutender Roman „Rot und Schwarz“ gehört zu diesen wenigen Ausnahmen. Zu Lebzeiten des Autors kein Erfolg, zählt sein Werk heute zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Elisabeth Edl hat für den Hanser Verlag eine viel gelobte Neu-Übersetzung vorgenommen, die auch noch über einen umfangreichen Kommentarteil verfügt. Heikko Deutschmann fiel die Aufgabe zu, für den Hörverlag Hamburg die vollständige Lesung einzuspielen.



Zsuzsa Bank - Heißester Sommer

Sommer in der Winterdepression

Zsuzsa Bank - Heißester Sommer

Blätter segeln herab; dicke bunte Herbstblätter. Es ist ein sonniger Herbsttag. Der Park, in dem die Beiden spazieren gehen, ist menschenleer. Man könnte sie für ein Liebespaar halten. Früher hat sie es genossen, dass man glaubte, Lydia könne sich in eine Person wie sie verlieben. Sie war richtiggehend stolz darauf und hat Gerüchte und Lügen verbreitet, um andere in ihrer Vermutung zu bestärken. Doch jetzt will sie nicht mehr, dass dieser Verdacht aufkommt. Denn Lydias Anblick stößt sie ab: „Lydia sieht aus, wie sie aussieht, weil sie nicht isst.“
Doch fand die Liebesgeschichte ohnehin nur im Kopf statt. Was also, so fragt man sich als Hörer, hat die Protagonistin verloren? Hat sie nicht vielmehr etwas gewonnen? Die Freiheit, nicht mehr den Zwängen einer frei erfundenen Illusion zu unterliegen? Die Antwort auf diese Frage gibt Zsuzsa Bank in ihrem 12 Geschichten umfassenden Buch „Heißester Sommer“ nicht.



Juli Zeh - Spieltrieb

Verkehrte Welt

Juli Zeh - Spieltrieb

Ein trauriger Geschichtslehrer, der Vogel spielt, doch wie eine Flipperkugel auf dem Schulhof aufschlägt. Ada, eine hochbegabte Schülerin, emotionslose Reinkarnation von Nabokovs „Lolita“, verführt verspielt ihren Sportlehrer Smutek. Ihre heimliche Liebe Alev mimt den bösen Manipulator und glaubt, den Sieg im Schachspiel namens „Gegenwart“ davon getragen zu haben. Doch der kühle Kalkulator hat bei seinem Spiel einen Faktor nicht berücksichtigt und plötzlich heißt es für ihn „Game over“.



Marisha Pessl - Die alltägliche Physik des Unglücks

Zitatenflut

Marisha Pessl - Die alltägliche Physik des Unglücks

Marisha Pessl hat mit „Die alltägliche Physik des Unglücks“ ein außergewöhnliches Buch vorgelegt. Was sich zunächst wie eine x-beliebige Entwicklungsgeschichte einer pubertierenden 16-jährigen liest, sprengt nach kurzem zahlreiche literarische Konventionen – und dies, ohne jemals zu langweilen!
Blue van Meer heißt die Protagonistin. Ihr Vater Paul ist ein begnadeter Politikwissenschaftler und Zyniker mit Hang zur Promiskuität und Nomadentum: Semester für Semester unterrichtet er an immer unterschiedlichen Universitäten. Bis auf ein paar alte Studienkollegen hat Paul keine Freunde, Blue durch die ständigen Umzüge niemanden, außer ihren Büchern. So überrascht es die Halbwaise Blue, als ihr Paul mitteilt, dass sie die letzten beiden College-Semester an einer Schule verbringen wird. Freude mischt sich mit Unsicherheit: wird sie Freunde finden? Wird man sie, „Die Neue“, akzeptieren? Das ihre Sorgen nicht unbegründet sind, bekommt sie bald zu spüren. Besonders die angesagteste Clique der Schule, die Royals, lassen sie ihre Abneigung spüren. Nur die geheimnisvolle und charismatische Lehrerin Hannah Schneider kümmert sich rührend um sie. Dabei ist sie es, bei denen sich die Royals jeden Sonntag treffen. Als Hannah auch Blue am nächsten Sonntag einlädt, an dem Treffen teilzunehmen, ist sie einerseits erfreut, andererseits zutiefst verunsichert. Doch der Tag übertrifft alle ihre negativen Erwartungen und wird zum Schlimmsten, den sie je erlebt hat. Sie nimmt sich vor, nie wieder eine solche Demütigung hinzunehmen – doch am nächsten Sonntag nimmt sie wieder an dem Treffen teil..



Thomas Hürlimann - Fräulein Stark

Identitätssuche eines Christen mit jüdischen Vorfahren

Thomas Hürlimann - Fräulein Stark

Thomas Hürlimann, am 21.12.1950 in Zug (Schweiz) geborener Schriftsteller, Dramaturg und Dozent sowie Träger zahlreicher Auszeichnungen wie z. B. des Joseph-Breitbach-Preises im Jahre 2001, erregte mit seiner 2001veröffentlichten Novelle „Fräulein Stark“ großes öffentliches Aufsehen. Nun ist dieses skandalträchtige Stück der Gegenwartsliteratur, angeblich autobiographisch eingefärbt, auch als Hörbuch erhältlich.

Der Ich-Erzähler berichtet davon, wie er als 12-jähriger den Sommer des Jahres 1962 bei seinem Onkel, Prälat und Ober-Bibliothekar in einem Klosterstift, verbracht hat. Der Prälat möchte seinem Neffen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen und teilt ihn zu einer leichten Aufgabe ein: Er muss den Besuchern der Bibliothek Filzpantoffeln über die Schuhe ziehen, damit die Sohlen und Absätze nicht das kostbare Holzparkett der „Bücherarche“ beschädigt.



Alfred Gulden - Die Leidinger Hochzeit

Schnellsprechexperimente

Alfred Gulden - Die Leidinger Hochzeit

Alfred Gulden, 1944 geb. saarländischer Autor und Filmemacher, veröffentlichte bereits 1984 seinen Roman „Die Leidinger Hochzeit“. Dieses Kleinod deutscher Sprache, vielleicht anlässlich des 60. Geburtstags des Autors, ist jetzt als Hörbuch erhältlich. Alfred Gulden trägt sein Werk selber vor – und dies ist ein absolutes Hörvergnügen. Bereits als Printausgabe vermochte sein wortgewaltiges Buch zu faszinieren. Durch seine pointierte Lesung wird diese Wirkung gleichsam potenziert. Doch Achtung: Diese Hörausgabe muss man genießen wie ein Gourmet einen alten Wein: langsam und schluckweise. Trinkt man zu hastig, beraubt man sich selber des Genusses. So sollte jeder Hörer mehr als die auf der Hülle angegebenen ca. 5 Stunden Spielzeit einplanen, um jede Nuance des Vortrages auszukosten.

Erich Hautz, 30-jährig, weitgereisteter Journalist, verliebt sich bei seiner Rückkehr ins heimatliche Dorf Leidingen auf der deutsch-französischen Grenze in die 23-jährige Schaufensterdekorateurin Jeanne Beaumont, die seine Neigung erwidert und so heiraten sie. Heute ist ihr Freudentag, den sie gemeinsam mit Freunden und der Familie verbringen möchten.



Felicitas Hoppe - Paradiese, Übersee

Arabische Erzählkunst aus Deutschen Landen

Felicitas Hoppe - Paradiese, Übersee

„Paradiese, Übersee“, so lautet der Titel von Felicitas Hoppes neuestem Roman. Ist schon der Titel rätselhaft und gibt Anlass zur Spekulation, so wird man vollends in das Verwirrspiel eingezogen, sobald man die ersten Zeilen des Romans liest:

„Am Vorabend des 22.12. betraten der Ritter und der Pauschalist das Festland von der Nordseite her“.

Einige Zeilen weiter spricht der Pauschalist in sein Diktiergerät: „Dr. Stoliczka wäre das nicht passiert. Dr. Stoliczka hätte sich mit Sicherheit, 2 Tage vor Weihnachten, nicht auf den Bahnhof von Kalkutta verirrt…“



Walter Kempowski - Letzte Grüße

„Wie ein Pelikan mache ich es…“

Walter Kempowski - Letzte Grüße

Es ist Herbst 1989 und Deutschland immer noch eine geteilte Nation. Aber Alexander Sowtschick, ein fast 70-jähriger westdeutscher Schriftsteller, plagen ganz andere Probleme. Zum einen leidet er schon des Längeren unter einer Schreibblockade und wird von seinem Verleger bedrängt, der endlich Resultate für seinen hohen Vorschuss sehen will. Seine Frau schleppt heimlich „teuer bezahlte aber wertlose“ Orientteppiche ins Haus und unterstützt ihre beste Freundin, von Alexander „Schamlippe“ genannt, finanziell.
Seine Tochter „Klößchen“ hat immer noch nicht als Grafikerin Fuß gefasst und ein Kollege, den er als „Dünnbrettbohrer“ bezeichnet hat, strebt eine Beleidigungsklage gegen Ihn an. Einzig sein Sohn „Schitti“ bereitet Ihm keine Sorgen.



Winfried Georg Sebald - Campo Santo

Nach Austerlitz jetzt Korsika

Winfried Georg Sebald - Campo Santo

W. G. Sebald, geboren am 18. Mai 1944 in Wertach, Allgäu, wird zu den bedeutendsten deutschsprachigen Literaten des 20. Jahrhunderts gezählt. Allerdings sind nicht alle seine Arbeiten unumstritten. Mit einigen seiner Essays und ganz speziell seiner Vortragsreihe über Luftkrieg und Literatur löste der seit mehr als 30 Jahren in Großbritannien lebende und lehrende Germanistik-Professor kontroverse Diskussionen aus.

Als Meisterwerke des bei einem Auto-Unfall im Jahre 2001 tödlich verunglückten Autors gelten „Austerlitz“ und „Die Ringe des Saturn“. Ganz in der Tradition des letztgenannten Werkes steht das bereits vor zwei Jahren posthum und jetzt endlich in Teilen auch als Hörbuch veröffentlichte Nachlassbändchen „Campo Santo (Friedhof)“. Im Unterschied zur gedruckten Ausgabe sind die Essays nicht enthalten. Dieses Manko ist jedoch leicht zu verschmerzen, eröffnet doch die Doppel-CD eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit in das erzählerische Werk, ohne gleich an literatur-wissenschaftlichen Diskursen weniger interessierte Leser abzuschrecken. Außerdem wird hier, fast wie nebenbei, dem mobilen Einsatz des Mediums Hörbuch exzellent Rechnung getragen. Es ist erfahrungsgemäß viel schwerer, sich während einer Auto- oder Zugfahrt auf einen wissenschaftlichen, evtl. mit Fremdwörtern durchsetzten Text zu konzentrieren als auf Prosa. Schließlich bleibt zu hoffen, dass durch die Auswahl der vier Texte über Korsika Lesergruppen angesprochen werden, denen bisher W.G. Sebalds Werk nicht bekannt war.



Publius Ovidius Naso Ovid - Metamorphosen

Mythologische Weltgeschichte in 250 Teilen

Publius Ovidius Naso Ovid - Metamorphosen


Ironie und Mehrdeutigkeit als Stilmittel in der Literatur wurde nicht erst von Thomas Mann erfunden. Bereits in der Antike wurde damit erfolgreich gearbeitet - und hatte teils tragische Folgen. So wurde beispielsweise Ovid wegen angeblich in seinem Gedicht „Ars Amatoria – Liebeskunst“ versteckter ironischer Anspielungen und Kritik gegen die vom römischen Kaiser Augustus erlassenen Ehegesetze im Jahre 8 n. Ch. auf die Insel Tomi verbannt. Und das, obwohl das Gedicht bereits im Jahre 1 n. Ch. veröffentlicht wurde. Doch auch sein Folgewerk aus dem Jahre 3. n. Chr. wurde falsch interpretiert; zumindest, wenn man den Aussagen des Autors Glauben schenkt.



Colum McCann - Zoli

„In der Not muss ein Brunnen lernen, Pisse zu saufen“

Colum McCann - Zoli

„Sie [Zolis Sippe] waren von den Hlinka-Garden auf’s Eis getrieben worden. Rings um den See wurden Feuer entzündet und MG’s aufgebaut, so dass sie nicht fliehen konnten. Als es gegen Mittag immer wärmer wurde, zwang man sie, die Wohnwagen in die Mitte des Sees zu fahren. Das Eis brach, die Räder versanken, und der Rest folgte ihnen: Wohnwagen, Pferde, Harfen. Ich habe es nicht mit eigenen Augen gesehen meine Tochter, aber in Gedanken konnte ich es hören.“ Die gealterte Roma Sänger- und Lyrikerin Zoli erzählt 2003 ihrer Tochter die Geschichte ihres Lebens. Sie beginnt mit dem Mord an ihrer Sippe in den 30-er Jahren. Damals war sie 6 Jahre alt. Nur ihr Großvater und sie überlebten, weil sie sich zum Zeitpunkt des Massakers im nahegelegenen Städtchen aufhielten, um Tauschhandel zu betreiben. Ohne Bindung an andere Roma reisen die beiden auf Schleichwegen durch die Tschechoslowakei, um dem Genozid zu entgehen – es wird zwei Jahre dauern, bis sie sich wieder einer Gruppe anschließen.



Feridun Zaimoglu - Leyla

Möge Gott mich von diesem Mann erlösen

Feridun Zaimoglu - Leyla

Idyllisch beginnt Zaimoglus Roman „Leyla“: ein Kind wird liebevoll von seiner Mutter mit Pfirsich- und Melonenstücken gefüttert. Doch nach nur wenigen Sätzen wechselt die Stimmung, wird bedrohlich. Doch worin diese besteht, wird noch nicht konkret fassbar – bis zur geflüsterten Warnung: der Vater kommt! Kaum überschreitet der Hausherr die Türschwelle, bricht Gewalt über das Heim herein. Der wie eine Naturgewalt entfesselte Vater prügelt in blinder Wut auf seine Kinder ein: „Ihm ist egal, wohin er schlägt – Hauptsache er trifft!“




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