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Andy Warhol - Das Tagebuch

Andy Warhol
Das Tagebuch


Deutsche Grammophon, 2006
Anzahl der CDs: 4
Laufzeit ca. 280 Min
gekürzte Lesung
Sprecher: Annette Zielenbach, Peter Fricke

Hoerprobe 1 (ram, 0 MB)

Bestellen bei amazon.de

Als der Künstler nichts mehr zu sagen wusste…

Andy Warhol - Das Tagebuch


Bei Deutsche Grammophon Literatur ist jetzt in Auszügen das Tagebuch von Andy Warhol auf insgesamt vier CDs erschienen. Das bei seinem Tod im Jahre 1987 auf 20.000 Seiten angewachsene Manuskript beginnt im Jahr 1976 und lässt dem Hörer am alltäglichen Leben des Künstlers teilhaben. Dabei bleiben selbst banalste Themen wie die Kosten für einen Telefonanruf von einer Telefonzelle nicht ausgespart. Auch die sonstigen Ereignisse, die geschildert werden, bewegen sich auf höherem Niveau als die Klatschkolumne einer x-beliebigen Frauenzeitschrift. Einziger Unterschied ist der, dass hier nicht von einem Außenseiter über die Highsociety berichtet wird, sondern um ein Mitglied derselben. Der Tonfall schwankt zwischen verächtlich und bloßstellend hin und her und wird nur gelegentlich durch Selbstbeweihräucherung unterbrochen – nicht umsonst stammt von ihm der berühmte Ausdruck „Jeder kann heute seine 15 Minuten Ruhm haben“. Doch selbst diesen scheint er häufig seinen Bekannten zu neiden, denn zu häufig blitzt Schadenfreude in seinen Ergüssen durch.


Natürlich kann man die Banalität des ganzen als revolutionären Weitblick werten, nimmt er doch die Entwicklung vieler TV-Serien vorweg, in denen so genannte Stars in peinliche Situationen gebracht bzw. aus deren Leben pikante bis peinliche Ereignisse genüsslich und zur großen Freude eines voyeuristischen Publikums breit getreten werden. So mancher mag daraus sein Vergnügen ziehen, sofern es sich um tagesaktuelle Prominente handelt. Doch wer interessiert sich heute noch dafür, wenn ein Straßenhändler in New York 1976 Jody Foster eine Zuckerstange schenkt oder welches Abendkleid Faye Dunnaway auf welcher Vernissage getragen hat. Vielleicht könnte man das vorliegende Werk als Rückblick auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse der 80’er Jahre in Amerika werten, wenn – ja wenn es nicht so einseitig und unpolitisch wäre. Allenfalls marginal geht Warhol auf die aktuelle Stimmungslage ein und verwöhnt den Hörer lieber damit, den neuesten Klatsch über Hinz und Kunz zu erzählen oder über seine eigenen Befindlichkeiten zu resümieren. 
… begann er zu reden 
Den passenden Ton zum leichten Inhalt vermittelt der Sprecher Peter Fricke so, als ob er persönlich von Andy Warhol unterrichtet wurde, welche Passage in welchem Ton vorgetragen werden soll. Denn so mancher „Eintrag“ ergibt, sofern er nicht in gleichmütigem Plauderton, sondern voller hintersinniger Ironie, schneidendem Sarkasmus oder liebenswürdiger Emphase vorgelesen wird, einen völlig anderen Sinn. So parliert Peter Fricke locker flockig in bestem Party-Smalltalk-Ton, unterbrochen von teils harschen Seitenhieben, über insgesamt mehr als 5 Stunden, ohne dabei das Wohlergehen des Hörers aus den Augen zu verlieren. Denn es bedarf schon mehr als bloße Redekunst, damit nicht aus einem potentiellen Hörgenuss Genuss ein Lauschangriff wird. Sofern man sich für die Thematik interessiert, ist es Peter Frickes sprachlicher Vielfalt zu verdanken, dass dies nicht geschieht und der Hörer gut amüsiert und unterhalten wird.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Informationen, gute Show und Unterhaltung - die Klatsch- und Tratschgeschichten, Warhols Short-Stories aus Kunstbetrieb, Politik, Pop-Musik, Film-, Theater-, Mode- und Medienwelt klären seine Position. Er beobachtet scharf, kommentiert zynisch, lakonisch, humorvoll.

Die Herausgeberin Pat Hackett erzählt:
"Im Herbst 1976 begannen Andy und ich mit unseren allmorgendlichen Telefongesprächen. Vordergründig ging es darum, festzuhalten, was er getan hatte, wo er am Vortag gewesen war und wie viel Bargeld er ausgegeben hatte. Aus diesem Bericht wurde ein Tagebuch ... Die Gespräche - die er meinen Fünfminutenjob nannte - dauerten ein bis zwei Stunden. Wenn Andy nicht in New York war, rief er mich von unterwegs an oder machte sich auf Briefpapier des Hotels Notizen, die er mir dann nach seiner Rückkehr am Telefon vorlas. Welche Prozedur sich auch ergab, kein Tag blieb unregistriert."

Mit dem Hörbuch der Deutschen Grammophon Literatur können wir an dem wilden Leben des bedeutendsten Repräsentanten der Pop-Art teilhaben, denn was er ein Tagebuch nennt ist in Wahrheit eine besonders intime Art der Autobiographie.

Andy Warhol wurde als Andrew Warhola am 6. August 928 als Sohn eines polnischen Bergarbeiters in Pittsburgh geboren. Von 1945 bis 1949 studierte er dort Bildgestaltung, Kunstgeschichte, Gebrauchsgraphik, Psychologie und Soziologie am Carnegie Institute of Technology. Danach war er in New York als Werbegraphiker für Zeitschriften wie "Glamour" u.a. tätig. Andy Warhol starb am 22. Februar 1987 in New York.



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