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Paul Auster - Das Buch der Illusionen

Paul Auster
Das Buch der Illusionen


Random House Audio, 2002
Anzahl CDs: 5
Laufzeit in Minuten 420
gekürzte Lesung
Sprecher: Hans-Peter Hallwachs

Hoerprobe 1 (mp3, 2.5 MB)

Bestellen bei amazon.de

Auster at his best!

Paul Auster - Das Buch der Illusionen

David Zimmer, der Protagonist dieses Romans, ist ein Professor für vergleichende Literaturwissenschaften an einer kleinen Hochschule in Vermont. Im Laufe des Buches erfahren wir noch über Ihn, dass er neben seiner Lehrtätigkeit einige Bücher in wissenschaftlichen Verlagen publizierte und ansonsten ein ruhiges und beschauliches Leben in intellektueller und emotionaler Harmonie mit seiner Frau und seinen beiden Kindern verlebte.
Diese Idylle wird jäh durch eine Katastrophe unterbrochen: Bei einem Flugzeugabsturz kommen seine Frau und seine beiden Kinder ums Leben. Und wie so oft in Büchern von Paul Auster, dem Meister des Paradoxen, wird David Zimmer, dessen finanzielle Situation bisher nicht gerade als rosig zu bezeichnen gewesen war, durch die Entschädigungsleistung der Fluggesellschaft und Auszahlung einer längst vergessenen Lebensversicherung Millionär und somit völlig unabhängig von seinem bisherigen Lehrauftrag.

Dies nutzt Zimmer aus, um sich vom Rektor der Hochschule beurlauben zu lassen. Deprimiert, völlig vereinsamt und zurückgezogen, dem Alkohol anheim gefallen, dämmert Zimmer in seinem kleinen Haus hinter zugezogenen Gardinen dahin. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis er auf die eine oder andere Art sein Leben beendet.

An einem unbestimmten Abend sitzt Zimmer vor dem TV, zappt sich durch die Kanäle, ohne richtig wahr zu nehmen, was er sich dort im TV ansieht. Plötzlich zieht eine Dokumentation über unbekannte oder vergessene Stummfilmstars der 20-iger und 30-iger Jahre seine Aufmerksamkeit auf sich. Und was wie ein Wunder wirkt, bei einem Ausschnitt eines Stummfilms des Ihm unbekannten Victor Mann muss er zum ersten Mal nach fast einem halben Jahr seit dem Tod seiner Familie lachen. Dies wirkt auf ihn wie eine Initialzündung. Er will, ja muss mehr über diesen Mann erfahren. Obsessiv beginnt er, Recherchen über Victor Mann anzustellen und stellt fest, dass dieser kurz vor seinem Durchbruch in Hollywood eines Nachts vor 60 Jahren spurlos verschwand.

Victor Manns Stummfilme, 12 an der Zahl, galten lange Jahre als verschollen bis plötzlich von einem Unbekannten hervorragende Kopien seiner Filme an Filmarchive auf der ganzen Welt verschickt wurden mit der Bitte, diese interessiertem Publikum zugänglich zu machen. David Zimmer beginnt eine Reise, deren Ende allerdings völlig von dem abweicht, was Zimmer und der Leser erwartet.

Wie so oft bei Auster könnte man seinen Plot auf den ersten Blick mit einem Krimi verwechseln: Ein Mann verschwindet unter mysteriösen Umständen und ein anderer versucht, diese Umstände aufzuklären und falls möglich den Mann zu finden. Es ist nicht nur ein Kunstgriff Austers, ausgerechnet einen Stummfilmstar auszuwählen. Zimmer ist nach der familiären Tragödie sprachlos, nicht mehr kommunikationsfähig. Er lebt nur noch in einer inneren Welt, zu der er niemand anderem Zugang gewährt. Durch die Betrachtung der Filme Manns findet er zu seiner Sprache zurück. Detailliert bespricht Zimmer in seinem Buch „Die stumme Welt des Victor Mann" die Filme. Dabei begnügt er sich nicht nur mit Inhaltsangaben oder Rezension sondern beschreibt ausführlich, ja eindringlich die Ausstattung, Requisiten, Kameraeinstellungen, Beleuchtung etc. also quasi rekonstruiert das Drehbuch der einzelnen Filme, angereichert mit Anekdoten, auf die er während seiner Recherchen gestoßen ist.

Bei der Beschreibung der technischen Seite des Film kommen Auster seine eigenen Erfahrungen als Drehbuchautor z. B. der Filme „Smoke" und „Blue in the Face" zugute. Er spielt geschickt mit Requisiten des Films, die dann auch in der Lebensgeschichte Manns oder Zimmers auftauchen und dort eine entscheidende Rolle spielen. Auster erzählt hier nicht nur eine fiktive Biographie, sondern erschafft zwei so detaillierte Leben, dass es dem Leser schwer fällt, nicht der Illusion zu verfallen, es handele sich hier um real existierende Persönlichkeiten. Alle im Buch auftauchenden tragenden Charaktere erleben schwere persönliche Rückschläge. Alle haben etwas zu verbergen in Ihrem Leben. Alle ziehen sich auf die eine oder andere Weise aus der Welt zurück und führen fast das Leben von Eremiten oder Mitglieder einer geheimen Sekte. Was auf den ersten Blick als Zufall erscheint, ergibt im Lauf des Plots ein Muster, dass sich dem flüchtigen Beobachter nicht offenbart. Erst wenn man lernt, die Zeichen zu lesen, bekommt selbst die banalste Beschreibung einen tieferen Sinn. Der Buchtitel „Das Buch der Illusionen" bekommt so im Laufe der Lektüre eine völlig neue Bedeutung. War ich zuerst der Meinung, der Buchtitel beziehe sich auf die Relation von „Film" und „Wirklichkeit", wandelte sich im Laufe der Lektüre der Eindruck. Am Ende des Romans bleibt vielmehr die Frage offen: „Existiert etwas nur, wenn ich es sehe" und „Was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit".

Das Hörbuch wird hervorragend von Hans Peter Hallwachs gelesen. Durch seine Stimme wird die Atmosphäre des auf der einen Seite sachlich beschreibenden Schreibstils der Filme und der doch emotional berührenden persönlichen Schicksale der Protagonisten immens verstärkt. Er versteht es, jedem Charakter seinen persönlichen, individuellen Klang zu geben und schafft dadurch eine konsequente Identifikationsmöglichkeit für den Hörer.

Fazit: Für mich der bisher beste Roman von Auster. Unbedingt lesen oder hören!

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 26.07.2002
Außerordentlich beeindruckt ist Ulrich Baron vom neuen Roman von Paul Auster, vor allem weil es dem Autor gelingt, Darstellungsform und Inhalt stimmig zusammenzuführen. Thema ist die Begegnung eines Literaturwissenschaftlers, der gerade Frau und Kinder bei einem Unglück verloren hat, mit einem sterbenden Stummfilmstar. Der Roman ist nach Barons Meinung "eine der eindrucksvollsten Synthesen von literarischem und filmischem Erzählen, von spannungsreicher Handlung und Reflexion". Als Tribut an das filmische Erzählen nennt der Rezensent zum Beispiel das gelungene "Spiel mit den Requisiten" und schöne, melodramatische Geschichten, wie sie "eigentlich nur der Stummfilm ungeniert erzählen konnte". So gelinge es dem Autor anschaulich zu schildern, wie "ein einziger Augenblick ein Leben verändern und wie ein ganzes Leben in einigen Szenen und Erinnerungen bewahrt werden kann" - wenn man nur auf die Literatur oder den Film vertraut.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Die Zeit, 08.08.2002
Ulrich Greiner nimmt sich viel Raum, um Paul Austers neuen Roman ausgiebig zu feiern. Er nennt das Buch eine "Wundertüte bizarrer, wild bewegter, ineinander verschachtelter Geschichten", die mit den melodramatischen Effekten des Kinos arbeiten und nicht auf die "psychologische Glaubwürdigkeit" oder "literarische Plausibilität" setzten, wie Greiner darstellt: Der erfolgreiche Hollywood-Schauspieler Hector Mann taucht unter, nachdem seine Verlobte versehentlich seine von ihm schwangere Geliebte erschossen hat. Er nimmt eine neue Identität an und bringt sich und seine Biografen um alle Gewissheiten. Das große Thema des Roman ist für Greiner daher das "gewonnene und verlorene Leben, die gefundene, erfundene und verscherzte Biografie". Und wie in seinen bisherigen Romanen, schreibt Greiner, versuche Auster auch hier, den Zufall zu entziffern, dessen Musik in diesem Fall ein Requiem sei, und von eher unheimlicher Schönheit: "Selten war ein Buch Austers so düster, so erfüllt von der tödlichen Herrschaft der Willkür."

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 10.08.2002
Sacha Verna ist gar nicht begeistert von Paul Austers neuem Roman. "Groß angelegt" sei er, mit seiner Verbindung von Liebes- und Rätselgeschichte und vor allem der Kombination von Literatur und Film, dazu Meditationen über die Natur von beidem. Eine verheißungsvolle Mischung, schreibt Verna, zumal Auster selbst als Drehbuchschreiber gearbeitet habe. Doch am Ende ist er damit "klein gescheitert", erklärt die Rezensentin. Perfekt gelungen seien zwar die schnellen Schnitte und Überblendungen. Doch immer, wenn Auster eine Filmszene beschreibe, schlage er sie mit langatmigen Beschreibungen tot. Das Problem des Zuviel beschränkt sich für Verna nicht nur auf die Beschreibungen - der ganze Roman leide darunter: "Symbolistische Dekorationen", "Kitsch", "melodramatische Purzelbäume" und "merkwürdig hölzerne Dialoge" haben der Rezensentin die Lektüre vermiest. Statt eines gelungenen Spiels von "Bildersprache und Sprachbildern" liefert Auster nur "wohlfeile Emotionsmassage, Sentimentalitäten und verkrampfte Tiefsinnigkeiten", schreibt die enttäuschte Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 20.08.2002
Nicht ganz warm wird Gerrit Bartels mit Paul Austers "Buch der Illusionen" von. Im Mittelpunkt der verschiedenen Geschichten steht der Stummfilmstar Hector Mann, der 1929 spurlos verschwand. Sechzig Jahre später ist ihm der Literaturprofessor David Zimmer auf der Spur, ihm und den Filmen, die er nach seinem Verschwinden gedreht haben soll und die niemand anderes zuvor gesehen hat. Daraus speisen sich die Szenen des Romans, die Gerrit Bartels in zwei Kategorien einteilt: diejenigen, "die auf schweren Stiefeln dahergestapft kommen und zeigen sollen, wie viel Tiefgang sich hinter Kitsch verbirgt" und die anderen, "die einfach nur Kitsch sind, reine Oberfläche und purer Effekt". Sein Handwerk beherrsche Auster perfekt, er zeichne "grelle Bilder und schöne Kulissen", im Endeffekt aber kommt das Buch Bartels zu glatt daher. Am Ende löst sich alles auf, alles hat seinen Sinn, die Geschichte ist rund. Von Illusionen keine Spur, resümiert der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH


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