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Aldous Huxley - Eiland

Aldous Huxley
Eiland


Piper, 1995
Taschenbuch
343 Seiten

Hoerprobe 1 (mp3, 1.7 MB)

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Ein Klassiker

Aldous Huxley - Eiland

Dies ist der letzte Roman von Aldous Huxley, ca. 30 Jahre nach "Brave New World" erschienen.
Auch in diesem Roman handelt es sich vordergründig um eine positive Gesellschaftsutopie, die auf einer fiktiven Insel namens Pala, irgendwo im pazifischen Archipel gelegen, spielt. Auf dieser Insel herrschen archaische, ja urkommunistische Zustände ohne Armee, Polizei. Die Insel könnte reich sein, aber... das Staatsoberhaupt namens "Rani" und ihr beratender Stab weigern sich, die überaus reichlich vorkommenden Ölvorkommen an multiglobale Ölfördergesellschaften zur Ausbeutung zu verpachten/verkaufen. Hiermit sind vordergründig alle einverstanden. Hintergründig jedoch hat die "Rani" und ihr Sohn Prinz Murugan bereits Kontakte zu verschiedenen Käufern geknüpft - schließlich will man ja den Fortschritt nicht aufhalten!

Zu dieser Zeit schleust einer der Hauptinteressenten, Lord Aldehyde, einen als Reporter getarnten Spion namens Farnaby auf Pala ein.

Interessant dabei ist allein schon der Name Aldehyde. Aldehyde sind eine Sammelbezeichnung für eine Klasse organischer Verbindungen, die für die Herstellung von Kunststoff von großer Bedeutung sind. So gelingt es problemlos und preiswert, Ethylen auf katalytischem Weg partiell zu AcetALDEHYDE zu oxidieren. Etyhlen wiederum fällt in großen Mengen bei der Destilation von Erdöl an. Den meisten dürfte Polyethylen ein Begriff sein; dieser taucht meistens als Aufdruck auf Plastiktüten von Warenhandelsketten in Verbindung mit einem Hinweis auf die Umweltfreundlichkeit dieses Produktes auf.

Der Name der Insel bezieht sich auf ein bengalisches (Westindien) Herrschergeschlecht des 8. - 12. Jahrhunderts nach Christi. Einen weiteren Hinweis auf diesen Ursprung geben teils die Inhalte der auf Pala vorherrschenden Religion sowie die Namen, die stark an indische Schreibweisen erinnern. In der Pala-Dynastie wurde letztmalig der Mahayana-Buddismus Staatsreligion. Ziel des Buddhismus ist es, über Reinkarnationen irgendwann das Nirvana, das Nichts, zu erreichen also de facto aufzuhören zu existieren. Im Mahayana-Buddhismus hingegen verzichtet er darauf, im Nirvana zu verschwinden, sondern bleibt um das Leiden anderer auf sich zu nehmen und um ALLEN Wesen zu helfen. Er wird auch als "Der Erleuchtete, der den wahren Pfad gefunden hat" bezeichnet. Auch hier eine Analogie zu der Gesellschaftsform auf Pala, in der es keine Herrscherklasse in unserem Sinne sondern nur Ratgeber gibt sowie als Hinweis darauf, dass für die Palaner "IHRE" Gesellschaftsform die einzig wahre und richtige ist.

Das Kontemplative auf Pala ist auch stark vertreten durch den Vogel Myna; eine Art fliegender "ermahnender Zeigefinger", der "Gib acht! Hier - und Jetzt - DU" sagt. Diese Sentenz, so alleine betrachtet, ergibt wenig Sinn. Dieser erschließt sich dem Leser erst nach weiterer Lektüre und wird später ausführlich in einem Dialog erklärt.
Übrigens sind Mynas eine Unterart der Beos, die nur auf Sumatra oder Sri Lanka vorkommen, also auch wieder ein Lebewesen, dass nicht weltweit verbreitet ist und nur lokal und selten vorkommt. Der Enggano-Hill-Myna kommt sogar weltweit nur auf einer einzigen Insel namens Enggano, südlich von Sumatra, vor.

Anspielungen auf den Buddhismus findet man in "Das Eiland" überall, manchmal mehr, manchmal weniger plakativ. Ich erinnere nur an die im Garten stehende riesige kunstvoll gefertigte Schnitzerei. Übrigens auch hier wieder eine Anspielung. Kunstvolle Handarbeiten und hier speziell Holzschnitzereien werden im Laufe des Buches häufig beschrieben. Enggano, Heimat des Enggano-Hill-Myna, ist bzw. war berühmt für ihre ausserordentliche Schnitzkunst sowie die auf hohen Pfählen gebauten Rundhütten. Auch diese kommen in Huxleys Roman vor.

Fazit: Auch ohne alle Anspielungen erkennen zu können ist Huxley mit diesem Roman eine hervorragende Vision gelungen. Bis zum ernüchternden Finale bleibt man in seiner Vision gefangen und hofft mit dem im Laufe des Romans vom Zukunftsgläubigen zum Palaner geläuterten Farnaby auf einen glücklichen Ausgang.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Ein schiffbrüchiger englischer Reporter entdeckt die tropische Insel Pala und findet bei den Einheimischen »sein« Paradies. Zunächst skeptisch, distanziert er sich zunehmend von der westlichzivilisierten Welt und ihren Segnungen. Am Ende wird das Idyll jedoch durch den sogenannten Fortschritt eingeholt und zerstört. »Eiland«, dreißig Jahre nach Huxleys Alptraumvision »Schöne neue Welt« erschienen, gehört zu den großen utopischen Romanen dieses Jahrhunderts. Huxley entwirft darin das Bild einer Gemeinschaft, die sich zu den Prinzipien des Guten und der Freiheit nicht nur bekennt, sondern sie auch praktiziert.


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