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Andrzej Szczypiorski - Die schöne Frau Seidenmann

Andrzej Szczypiorski
Die schöne Frau Seidenmann


Süddeutsche Zeitung, 2004
Gebunden
219 Seiten
Übersetzer: Klaus Staemmler

Hoerprobe 1 (mp3, 1.9 MB)

Bestellen bei amazon.de

Ein unbequemer Erzähler

Andrzej Szczypiorski - Die schöne Frau Seidenmann

Der Autor, Jahrgang 1924, hat die deutsche Okkupation Polens während des Zweiten Weltkrieges selber miterlebt. Vielleicht wirken deshalb viele der vorkommenden Handlungsstränge so authentisch. Der Roman selber spielt im Polen des Jahres 1943. Jedoch führt uns der Autor durch Zeitsprünge in die Zeit vor 1914 bzw. 1968, so dass der Lebenslauf der Protagonisten nicht alleine auf das Jahr 1943 beschränkt bleibt.

In knapper Form für die Fülle der gut unterscheidbaren Personen werden die Schicksale von 15 Personen aufgezeigt, die alle in irgendeiner Weise miteinander verbunden sind. Herausragend, da vermutlich das alter ego des Autors, sind hier Pawel Krynski sowie die namensgebende Frau Seidenman, in die Pawel heimlich verliebt ist. Die Erzählstränge, die einzelnen Personen betreffend, laufen in der Mitte des Romans zusammen, als Fr. Seidenman von dem Juden Blutman an die Gestapo verraten wird und sich bisher eher unauffällig verhaltende Menschen, ja sogar ein Deutscher mit Parteiabzeichen, zu einem riskanten Manöver zusammen finden, um Fr. Seidenman zu befreien.

Durch die Vielzahl der Personen im Roman gelingt es dem Autor, die vielen Facetten des Entsetzens, der Erniedrigung, der Willkür und der ständigen Todesgefahr durch das Naziregime darzustellen, ohne plakativ zu werden. Gleichzeitig prangert er auch den Anti-Semitismus der Polen an, der 1968 seinen Höhepunkt fand und im Buch durch die Ausweisung Fr. Seidenmans aus Polen Ausdruck findet.

Gleichzeitig macht es der Autor dem Leser nicht einfach. Dadurch, das selten eine der Personen ausschließlich positiv dargestellt wird, regt er zum Nachdenken an. Desweiteren sieht er die Täter nicht ausschließlich bei den Nazis, sondern auch bei den Polen und sogar bei den Juden. Er vermeidet es sogar bewußt, sich ausschließlich mit der Psyche der Opfer zu beschäftigen. Er malt die Täter nicht schwarz auf schwarz sondern sehr facettenreich und nötigt damit fast den Leser, sich intensiver mit den einzelnen Personen zu beschäftigen, als manchem lieb sein wird.

Stilistisch gesehen ist dieser Roman dem kritischen Realismus zuzuordnen. Der Autor bedient sich eines allwissenden und oft ironischen Erzählers, der die Fäden der Einzelgeschicke in den Händen hält. Die bewegenden Ereignisse führen uns glaubhaft in das Polen der Okkupation sowie der End-sechziger. Stilsicher und kunstvoll fügen sich die Einzelschicksale zu einem Ganzen, dass viele Leser noch lange nach der Lektüre des Romans beschäftigen wird.

Rezensent: Wolfgang Haan







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