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Gene Wolfe - Der Ritter

Gene Wolfe
Der Ritter


Klett-Cotta, 2006
Gebunden
566 Seiten
Übersetzer: Jürgen Langowski


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 Erste Wahl für jeden Freund anspruchsvoller Unterhaltungs- und Fantasyliteratur 

Gene Wolfe - Der Ritter

„Schließlich dachte ich, na gut, hier gibt es keinen Mac und kein Fernsehen, keine Bücher und keine Zeitschriften, die ich lesen könnte. Aber da auf dem Tisch stehen Federkiele, und es gibt Papier und Tinte. Ich könnte mir Notizen machen…“ 
Der dies spricht, ist Sir Able of the High Heart, dem Ritterstand zugehörig. Sein Herz gehört der Dryade Disiri. Das ihm versprochene Schwert trägt den Namen Eterne, doch noch kann er es nicht gürten. Er zieht durch Mythgarthr auf der Suche nach einem Lehnsherrn, der bereit ist, ihn in seine Dienste zu nehmen. Denn er strebt nach Ruhm, Ehre und einem eigenen Anwesen. Doch manchmal tauchen in seinem Kopf Erinnerungen auf an ein anderes Leben. Ein Leben in einer amerikanischen Stadt. Und da er nicht weiß, was Traum und Wirklichkeit ist, beginnt er, seinem Bruder Ben zu schreiben und von seinen Erlebnissen zu berichten.

Ein Brief und doch kein Briefroman 


Der erste Teil dieses viele Seiten langen Briefes wurde jetzt bei Klett-Cotta als „Der Ritter – Mythgarthr 1“ veröffentlicht. Sein Autor Gene Wolfe verwendet als Einleitung in die komplexe Welt ein klassisches Entree – ein kleiner Junge geht geistesabwesend in einen ihm unbekannten Wald und wacht am nächsten Tag an ihm fremden Gestaden einer Parallelwelt auf. Doch bricht Wolfe sofort danach mit gängigen Szenarien und erweckt dadurch sofort das Interesse des geneigten Lesers. Zu erwarten wäre, dass der Junge mit allen Mitteln versucht, in seine Heimat zurück zu kehren oder sich auf die Suche nach einem Sinn in der Teleportation zu machen. Stattdessen begibt sich Able in die Obhut des verschrobenen aber liebenswerten Einsiedlers Bold Bertold, der ihm alles nötige beibringt, um in der Wildnis zu überleben. Gleichzeitig benutzt der Autor diesen hervorragend gezeichneten Charakter dazu, dem Leser einiges über die religiösen und gesellschaftlichen Zustände in Mithgarthr zu vermitteln. 


Handlungen haben weitreichende Konsequenzen 


In einem Initiationsritus wird aus dem Knaben Able der junge Ritter, der sich nun aufmacht, wie einst die Ritter der Tafelrunde, seinen persönlichen Gral zu finden. Gene Wolfe verwendet in seinem Roman einige bekannte Versatzstücke keltischer, normannischer, griechischer und mittelalterlicher Mythen und Sagen. Dabei erfolgt dies jedoch nie plakativ, sondern dient nur als notwendiges Gerüst, denn im Grunde genommen kann man keinen Fantasy-Roman schreiben, ohne nicht in irgendeiner Weise von diesen Legenden beeinflusst worden zu sein oder winzige Bruchstücke davon zu verwenden. Was diesen Roman von vielen unterscheidet und auch zu einer guten Wahl für den anspruchsvollen Literaturfreund macht, der bisher wenig oder gar nichts mit Fantasy-Romanen anfangen konnte, sind die vielen inneren Monologe, die uns tief in die Gedankenwelt des Ritters führen. Hier lässt Gene Wolfe sein ganzes schriftstellerisches Können walten um dem Leser einen umfassenden Einblick in die Entwicklung vom Knaben zum jungen Ritter zu geben. Dabei wird deutlich, dass es sich bei diesem Roman zwar um einen Roman handelt, der in einem fiktiven mittelalterlichen Szenario mit Göttern, Geistern und Dämonen spielt. Den Schwerpunkt legt Gene Wolfe jedoch auf die Kommunikation, Interaktion und die Konsequenzen, die sich durch Agieren und Reagieren der vielfältigen Kulturen und Rassen in Mythgarthr ergeben. 


Klassisch und doch anders 


Obwohl Schlachtenschilderungen fehlen, sind Kämpfe auf Leben und Tod gang und gäbe in Mythgarthr. Und auch hier beweist Wolfe wieder einmal seine Ausnahmestellung und spielt mit den Erwartungen der Leser. Statt Waffengeklirr überrascht er dadurch, dass Able in seinem Brief an seinen Bruder Ben lapidar schreibt: „Jetzt werde ich dich wütend machen. Ich weiß es, aber ich mache es trotzdem. Ich werde nichts über den Kampf gegen die Osterlinge erzählen. Es tut immer noch weh, und es würde noch viel mehr wehtun, wenn ich alles aufschreiben müsste.“ Das Kampfgeschehen darf sich nun jeder Leser in allen verfügbaren Farben und Formen selber ausmalen. Eine ausgefallene Art, den Leser zum Träumen anzuregen, die wunderbar funktioniert. 

Nicht nur durch diese durchdachten und neuen Impulse für das Genre macht Gene Wolfe deutlich, dass wir es hier mit einem Buch jenseits der gängigen Fantasyliteratur und deren Klischees zu tun haben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir auf phantasievoll herausgearbeitete Lebewesen wie die gestaltwandelnden Alfar in verschiedenen Ausprägungen, die mächtigen Angrborn oder die Osterlinge, „Leute, die andere Leute essen, um menschlicher zu werden“, verzichten müssen. Diese sind genauso Bestandteil der Geschichte wie die liebevoll aufgebaute, in sieben unterschiedliche Ebenen eingeteilte Welt von Mythgarthr oder die detaillierten Beschreibungen von Orten, Landschaften, Personen und anderen visuellen Eindrücken des Helden wie beispielsweise seine „Tauchfahrt“ zu Khulili, den Aufstieg auf „den Wolkenkratzer aus Drachenstein“ oder, eine der intensivsten und symbolträchtigsten  Beschreibungen des gesamten Buches, die Geburt und den Tod einer Insel. 

Die Präsentation des Buches ist einem Ausnahmeband angemessen. Neben einem Lesebändchen wartet der Roman mit einem teilweise lackierten, hochwertigen Schmuckeinband auf. Des weiteren sind den Kapiteln stimmungs- und phantasievolle Zeichnungen vorangestellt, deren einziges Manko ist, dass sie sich gelegentlich wiederholen. 

Dem Buch vorangestellt ist eine Zeichnung der Welt von Mythgarthr sowie ein umfangreiches Glossar, welches einen schnellen und umfangreichen Zugriff auf Erklärungen zu Orten, Namen, Landschaften und Rassen von Mythgarthr ermöglicht.
 Bis zum Herbst 2006, in dem der zweite Band erscheinen wird, bleibt noch genügend Zeit, den Roman ein weiteres Mal zu lesen und nach Hinweisen darauf zu suchen, in welche Richtung uns der Autor letztendlich führen will: Ist es nur ein Traum in einem Traum? Oder existiert eine mystische Parallelwelt? Oder gibt es noch eine dritte Möglichkeit, mit der uns der amerikanische Autor überraschen wird? Seien wir gespannt.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Zauberschwerter, Drachen, Riesen, Questen, Liebe, Ehre und Edelmut – all die vertrauten Elemente der Fantasy werden in diesem Meisterwerk zu neuem Leben erweckt.Auf einem Waldspaziergang verliert der junge Art die Orientierung – und findet sich unvermittelt in Mythgarthr wieder, einer phantastischen Welt voller Wunder und Gefahren. Von einer weisen alten Frau wird ihm eine heldenhafte Zukunft geweissagt, und alsbald stiehlt ihm eine wunderschöne Fee sein Herz. Ihr zuliebe begibt er sich auf eine Reise, das geborstene Schwert Lut und den riesenhaften sprechenden Wolfshund Gylf an seiner Seite.

Auf seinen Abenteuern erfährt Art, daß Mythgarthr nur eine von sieben Welten ist, die über magische Tore miteinander verbunden sind. Diese Welten liegen nicht nur weit voneinander entfernt, in manchen vergeht auch die Zeit schneller als in anderen. Der Kampf mit einem Drachen kann ein Jahr dauern und ein Ausflug in die Tiefen des Meeres sogar drei, während andernorts kaum eine Nacht verstreicht. Nichts ist, was es zu sein scheint: Tiere sprechen, und Feinde werden zu Freunden.

Mit seiner zweibändigen Mythgarthr-Saga straft Gene Wolfe all diejenigen Lügen, die von der epischen Fantasy in der Tradition Tolkiens keine kraftvollen und originellen Werke mehr erwarten.
Der zweite Band von Mythgarthr, »Der Zauberer«, wird im Herbst 2006 erscheinen.

»Die meisten Fantasyautoren bemühen sich redlich, ein Zauberreich zu erschaffen. Gene Wolfe dagegen weiß tatsächlich, wie man dorthin gelangt.«
Tad Williams

»Kein Buch hat mich je wieder so gepackt wie ›Der Herr der Ringe‹ – bis heute, bis zu ›Der Ritter‹ von Gene Wolfe. Ich weiß ganz ehrlich nicht mehr, wie oft ich das Buch in den letzten beiden Monaten gelesen habe … Ich bin völlig vernarrt, so gut ist dieser Roman.«
The New York Review of Science Fiction

Gene Wolfe wurde mit allen großen Science-fiction- und Fantasy-Preisen geehrt, u. a. dreimal mit dem »World Fantasy Award.«
Seine Bücher wurden in sämtliche Weltsprachen übersetzt


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