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Denis Johnson - Jesus' Sohn

Denis Johnson
Jesus' Sohn


Rowohlt, 2006
Gebunden
175 Seiten
Übersetzer: Alexander Fest

Leseprobe 1 (pdf, 0.1 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 2.2 MB)

Bestellen bei amazon.de

Schwarzmaler als Beruf

Denis Johnson - Jesus' Sohn

Ähnlich wie der jüngst von der Deutschen Verlags Anstalt wieder entdeckte Richard Yates oder dem bei Dumont verlegten David Means zählt der amerikanische Schriftsteller Dennis Johnson zu den „Writers Writern“; also zu Literaten, die andere Literaten inspirieren, neue Wege einschlagen oder Impulse setzen. Selten haben diese auch kommerziellen Erfolg. Doch Johnson nimmt auch hier eine Ausnahmestellung ein, denn die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Bücher und dem Kassenergebnis der darauf basierenden Kinofilme brachten ihm, neben Anerkennung und Ruhm, die finanzielle Unabhängigkeit.

Johnsons Protagonisten requirieren sich aus den Ausgestoßenen, der Grauzone menschlicher Existenzen; Niemanden, den man gerne als Nachbarn hätte oder an denen man bei zufälligen Begegnungen auf dunkler Strasse möglich schnell und in der Hoffnung auf Unbehelligung vorbei eilt. Dass auch Johnson bereits als Jugendlicher „vom Rechten Pfad der Tugend“ abkam, in die Alkohol-, Nikotin- und Drogenabhängigkeit abrutschte, mag allenfalls als Stichwortgeber dienen und erklärt keinesfalls die literarische Kraft und das poetische Potential, die in seinen Geschichten und Figuren steckt.


Black is beautiful


Es gibt Passagen in den Kurzgeschichten, die den Leser fassungslos vor einem Stück Papier, bedruckt mit ein paar schwarzen Zeichen, zurück lassen; fassungslos auch und gerade wegen der schriftstellerischen Brillanz; aber genauso wegen der unausgeschriebenen Dinge; Dinge, die einem abgehärtetem TV- und Massenmedienkonsumenten zwangsläufig einfallen, explosionsartig entstehen Bilder, plastisch, detailliert, grauenhaft. Beispielsweise cruisen in der Kurzgeschichte „Zwei Männer“ drei Freunde nachts durch eine unbekannte Stadt; als sie einen Drogendealer sehen, der sie ihrer Meinung nach betrogen hat, liefern sie sich mit diesem eine Verfolgungsjagd bis zu dessen Haus. Die Drei stürmen hinein, finden jedoch nur eine junge Frau, die sie mit Waffengewalt auf den Boden zwingen. Der Dealer kann türmen. Die Schlusssätze lauten:
„Glaubt mir, er ist nicht hier.“ sagte sie. Das war mir jetzt auch klar: „Egal“, sagte ich. „Das Ganze wird dir noch leid tun.“ Wie bei einem klassischen Film noir erfolgt hier der Cut – brillant gnadenlos atemberaubend krass. 

Ähnlich wie bei David Means spielt Spiritualismus und Religion eine Rolle in seinen Geschichten, allerdings weniger als mystische Komponente sondern eher als selbstverständlicher Lebensbestandteil und/oder philosophischer Einstellung. Sie hilft niemanden aus seiner persönlichen Misere, verurteilt  aber auch keinen zum Fegefeuer oder ewiger Verdammnis. Gesellschaftlich anerkannte Normen sind dem persönlichen Nutzen untergeordnet. Doch seine Protagonisten sind nicht böse oder haben sich vom Guten abgewandt, sondern versuchen nur, ihr persönliches kleines Quäntchen vom American Way of Life abzubekommen. In diesem Bestreben bleiben sie nach bürgerlichen Maßstäben auf der Strecke; für sich genommen jedoch folgt auf das Straucheln immer wieder ein Aufrichten, kraftvoll, trotzig. Der Untergang, aufgeben, mag für Andere eine Alternative sein. Nicht jedoch für die Figuren in Johnsons Universum. Hoffnungslos ist nur der ohne Glauben – woran auch immer. Als geborener Optimist nimmt man diese Quintessenz aus „Jesus’ John“ mit. Als bekennender Pessimist … 

Die unlängst im Rowohlt Verlag erschienene Ausgabe ist eine Neu-Übersetzung von Alexander Fest. Diesem gelingt es wieder einmal, jede noch so kleine Feinheit auf eine herrlich anmutige Art ins Deutsche zu portieren, so dass die Übersetzung in keinster Weise hinter dem Original zurück bleibt.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Frei nach Lou Reed - "When I'm rushing on my run, and I feel just like Jesus' son" - muß dieses Buch gelesen werden. Denis Johnsons Storysammlung "Jesus' Son", 1992 in den USA erschienen, berichtet von Verwirrung, Leiden und Heilung des jungen Drifters "Fuckhead" und hat den Autor zur lebenden Legende gemacht. Seine Erzählungen aus der amerikanischen Vorhölle sind so ungewöhnlich wie seine Sicht der Dinge, die das Elend der Welt "durch eine Art Schallmauer trägt, und jenseits davon feiert man Freudenfeste" (Padgett Powell). Dies ist eines der herausragenden Bücher der jüngeren amerikanischen Literatur, und es schuf einen Ton, der in zuvor nie gehörter Weise Grauen und Komik, Schrecken und Zärtlichkeit einschließt.


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