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John Wyndham - Die Triffids

John Wyndham
Die Triffids


Der Audio Verlag, 2007
Anzahl CDs 3
Laufzeit in Minuten: 207
Hoerspiel
Sprecher: Hansjörg Felmy, Marlene Riphahn, Margot Leonard

Hoerprobe 1 (mp3, 0 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 0.6 MB)

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Wenn Sonnenblumenöl beißt

John Wyndham - Die Triffids

Mutierte Pflanzen übernehmen die Weltherrschaft. Nur kleine Enklaven menschlichen Lebens konnten sich bisher der ständig wachsenden Population der fleischfressenden Vegetation entziehen. Doch was löste die Katastrophe aus? Die Gier des Menschen nach immer größeren Gewinnspannen; das kurzsichtige, rücksichtslose Anwenden des technisch machbaren gekoppelt mit einem klitzekleinen Unfall – und die Menschheit ist Geschichte.

Das Hoerspiel beginnt damit, dass Bill Mason, einer der wenigen noch lebenden Augenzeugen des Anfangs vom Untergang, dazu aufgefordert wird, die damaligen Geschehnisse auf Tonband zu sprechen, um „die Wahrheit“ für die Nachwelt zu erhalten. Seine Erinnerungen reichen bis in die Zeit zurück, als der Wissenschaftler Umberto Palanges den Direktor der Arktischen und Europäischen Fischölgesellschaft besucht. In einem kleinen Versuchslabor ist es ihm gelungen, durch Kreuzung vielfältiger „Dinge“ eine neue Gattung, genannt Triffids, zu schaffen. Diese produziert ein Öl, welches er wie folgt charakterisiert: „in ein paar Jahren schon wird sie ein nur halb so teures und weit besseres Öl erzeugen, als Sie es im Augenblick können.“ Doch Palanges ist nicht an einer Vermarktung interessiert. Er möchte der Firma sein „Patent“ verkaufen, was ihm auch gelingt. Als er zum versprochenen Zeitpunkt per Flugzeug das gesamte Saatgut abliefern will, wird dieses abgeschossen. Zurück bleibt nur eine riesige Wolke Samen, die sich über die gesamte Welt verteilt und zunächst harmlose Blüten treibt. Doch als ein riesiger Meteoritenschwarm in der Atmosphäre verglüht, geschehen zwei Dinge: am nächsten Tag sind alle Menschen, die sich das Schauspiel während der Nacht angesehen haben, erblindet – und die Triffids beginnen mit ihrer Menschenjagd.

Während Jose Saramago Jahre später in seinem Roman „Die Stadt der Blinden“ die Auswirkungen einer Seuche auf die Betroffenen schildert, berichtet Wyndhams 1951 erschienener Roman vom verschiedenartigen Handeln der Sehenden. Schnell finden sich Gruppen zusammen. Alle sind vom Wunsch getrieben, zu Überleben. Allen wird schnell klar, dass die höchste Priorität im Sichern der Lebensmittel- und Wasservorräte liegt. Doch schnell entsteht Unfrieden darüber, wie dies zu bewerkstelligen ist. Die Gruppen spalten sich auf. Dabei reicht die Bandbreite der Gesellschaftsformen von Kommunen über „erst mal Abwarten“ bis hin zu faschistoiden Gruppierungen, die mit militärischer Gewalt gegen jeden vorgehen, der nicht auf ihrer Seite steht. Unter dem Deckmantel, dass Überleben aller zu sichern, schrecken diese selbst vor Mord, Diebstahl, Brandschatzung, Vergewaltigung und Versklavung der Blinden nicht zurück.

Das 1968 vom Westdeutschen Rundfunk produzierte Hoerspiel ist nun beim > DAV > , Der Audioverlag, neu aufgelegt worden. Die Soundeffekte sowie die Musik muten etwas merkwürdig an und erinnern ein bisschen an „Raumschiff Enterprise“. Doch konzentriert sich der Hoerer schon schnell auf die Erzählstimme von Hansjörg Felmy, welche uns durch die Höhen und Tiefen der Geschichte führt. Das ganze aufgebotene Ensemble, bestehend aus den damaligen Stars der Schauspielerriege, fügt sich harmonisch in Felmys Erzählrhythmus ein. Dadurch wird erzielt, dass sich dieser als fester, ruhender Pol in der aufwühlenden Erzählung anbietet – gleichwohl ist Bill Mason nicht der glänzende Held, sondern eher der Mitläufer. Auch er erliegt zunächst der Versuchung, sich einer ihm nicht unbedingt genehmen Gesellschaftsform anzuschließen, weil es die Mehrheit tut und es für ihn bequem ist. Erst im Verlauf des Romans macht er eine Entwicklung durch, die aus dem Mitläufer einen moderaten Widerstandskämpfer macht.


Ähnlich wie Jules Verne spann Wyndham bereits vorhandene technische Errungenschaften weiter. In „Die Triffids“ greift er der heute hitzig geführten Diskussion zwischen Umweltverbänden und Industrie voraus, welche Auswirkungen Genmanipulationen haben könnten. In „Die Triffids“ greift er den 1914 gerichtlich festgestellten Tatbestand auf, „ … dass Lebewesen prinzipiell im Gegensatz zu unbelebter Materie vom Menschen nicht völlig beherrscht werden können.“


Dabei nimmt er den schlimmst möglichen Fall an. Er zeichnet eine Zukunftsvision, in der Menschen die Gejagten, nicht die Jäger sind. Im Klima der Nachkriegswehen, des Untergangs der Nationalsozialisten und der beginnenden Hatz auf Kommunisten, des Kalten Krieges und der Angst der Menschen für der zukünftigen Entwicklungen wollten die damaligen Leser jedoch nicht unbedingt auch noch in der Literatur mit Dystopien „belästigt“ werden. Schon fast traditionell sind es aber gerade die Schriftsteller, welche die unterschwelligen, ärgsten Gedanken und Strömungen der Zeit einfangen und diese, mit mehr oder weniger Publikumserfolg, zu Papier bringen. Beispielsweise H. G. Wells „Die Zeitmaschine“, 1895; Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“, 1932; oder George Orwells „Die Farm der Tiere“ 1945 sowie „1984“, 1949. Dies hat sich bis heute zu nicht geändert – siehe den diesjährigen Gewinners der renommierten Pulitzerpreises Cormac McCarthy für „Die Straße“. Heutzutage sind es aber gerade die Hoerverlage, die sich nicht scheuen, neben aktueller Belletristik auch brisante Titel aus dem schier unerschöpflichen Fundus der Hoerspiellandschaft der vergangenen Jahrzehnte zu schöpfen, um einem breiteren Publikum auf diese Weise Zugang zu gesellschaftlichen Problemen zu schaffen, welches durch die Massenmedien nicht mehr erreicht wird. Der „> DAV < Der Audioverlag“ gehört mit Sicherheit dazu – beispielsweise „Jud Süß“, „Die NS-Führung im Verhör“ oder Murat Kurnaz „Fünf Jahre meines Lebens“.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Angriff der Killerpflanzen 

Nach einem Kometenschauer über London ist die Zivilisation
zusammengebrochen: Triffi ds, riesige, fl eischfressende
Pfl anzen, haben die Kontrolle übernommen
und bedrohen die überlebenden Einwohner.
Der Klassiker der Science-Fiction-Literatur in der legendären
Hörspielinszenierung des WDR mit Hansjörg
Felmy als Bill Mason führt den Hörer durch ein
apokalyptisches Szenarium. Der Straßenfeger aus den
60er Jahren – eine Wiederentdeckung kultig wie Paul
Temple.

»Der wohl beste Science-Fiction-Autor,
den England jemals hatte.« [Stephen King]



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