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Tonke Dragt - Die Türme des Februar

Tonke Dragt
Die Türme des Februar


Beltz & Gelberg, 2006
Anzahl CDs 5
Laufzeit in Minuten 400
gekürzte Lesung

Lesealter: bis 12

Sprecher: Konstantin Graudus


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Im falschen Kalender

Tonke Dragt - Die Türme des Februar

Für viele Menschen ist die Vorstellung grauenhaft, eines Tages ohne Gedächtnis aufzuwachen und sich nicht mehr in der gewohnten Umwelt zu Recht zu finden. Doch genau dies geschieht einem Jungen. Nicht einmal mehr an seinen Namen kann er sich erinnern. Das einzige, das er zu wissen glaubt, ist, dass hier nicht seine Heimat ist. Er schaut sich um, sieht einen schönen Sandstrand, in der ferne ein Schiff auf dem Meer, Fußspuren, die an Land führen, in der Nähe zwei Türme. Zu allem Unglück ist auch noch seine Uhr stehen geblieben!
Woher kam er? Fiel er vom Himmel? Oder stammen die Fußspuren im Sand von ihm? Er kann sich nicht erinnern und beschließt, erst einmal zu den beiden Türmen zu wandern. Dort angekommen trifft er einen alten Mann. Dieser rät ihm, ein Tagebuch zu schreiben in der Hoffnung, so sein Gedächtnis wieder zu erlangen.

Das Hörbuch ist dieses Tagebuch. Der Junge hat es an die Autorin Tonke Dragt geschickt mit der Bitte, es zu veröffentlichen. Diesem Wunsch ist sie gefolgt und hat im Tagebuch nur Rechtschreibfehler etc. korrigiert. Ansonsten blieben die Aufzeichnungen unverändert.
Das beschriebene Szenario ist düster und bedrohlich. Allein auf sich gestellt muss der Junge Entscheidungen treffen, ohne über Vergleichsmöglichkeiten zu verfügen. Ist der alte Mann wirklich nur um sein Wohl besorgt oder versucht er ihn zu manipulieren? Was ist gut und was böse? Viele Fragen werden am Anfang aufgeworfen und nicht restlos alle werden am Ende beantwortet sein. Dies lässt viel Raum für Phantasie und Traum und vielleicht ist diese Geschichte ja auch nichts anderes als ein langer Albtraum des Jungen.

Nach und nach wendet sich die Erzählung zum positiven. Langsam findet der Junge sich in der neuen Umgebung zurecht. Er lernt andere Bewohner kennen und verliebt sich schließlich in ein Mädchen. Doch jetzt steckt er erst recht in der Klemme: soll er einfach seine Suche nach seinem wahren ich aufgeben und bei dem Mädchen bleiben? Oder doch lieber das Mädchen verlassen und weiter suchen? Erschwerend kommt noch hinzu, dass es hier gefährlich ist, kein Gedächtnis zu besitzen, denn auf diese wird regelrecht Jagd gemacht.

Durch den spannenden Handlungsaufbau schafft es die Autorin spielend, den Hörer bei der Stange zu halten. Obwohl kein klassischer Fantasy-Stoff, kann man dieses Buch bedenkenlos diesem Genre zuordnen denn dem Hörer wird einiges an Phantasie abverlangt, um in der vielschichtigen Geschichte den Überblick zu behalten. Dies liegt weniger an den Charakteren als vielmehr an den doch sehr der klassischen Philosophie entlehnten Themen und Fragen, die im Buch aufgeworfen werden.

Konstantin Graudus leiht dem Jungen seine Stimme. Jugendlich hell klingt seine Stimme, dabei aber verhalten, zögernd ja teils ängstlich. Diese scheinbaren Gegensätze sorgen im Zusammenspiel dafür, dass seine Lesung die inneren Beweggründe des Jungen messerscharf hervortreten lassen. Hier handelt kein Superheld oder Draufgänger, sondern ein etwas eingeschüchtertes Kind versucht, einer Situation Herr zu werden, die so manchen Erwachsenen überfordern würde. Konstantin Graudus schafft es durch seinen differenzierten und bühnenreifen Duktus diesem Dilemma Gehör zu verschaffen.

Fazit: Spannendes, nervenaufreibendes Abenteuer eines zunächst namenlosen Jungen in einer für ihn befremdlichen Welt. Hier kommt jeder auf seine Kosten, der philosophisch angehauchte Geschichten vor einem Phantasy-Hintergrund liebt.

Rezensent: Wolfgang Haan







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Webmaster: Jan Rintelen, Zürich/Schweiz Kontakt: rezensionen.ch