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Haruki Murakami - Hard-Boiled Wonderland

Haruki Murakami
Hard-Boiled Wonderland


Dumont Literatur und Kunst, 2006
Gebunden
506 Seiten


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Haruki Murakamis wundersame Geschichte(n)

Haruki Murakami - Hard-Boiled Wonderland

Erfolg ist nicht kalkulierbar und gerade auf dem schier unüberschaubaren Literaturmarkt kann es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich dieser einstellt. Ist ein Breitenpublikum erreicht, möchte dieses vielfach auch die frühesten Arbeiten des Autors kennen lernen. Im Zeitalter des Internets und der Online-Auktionshäuser ist dies häufig kein Problem mehr – wenn man denn bereit ist, Höchstpreise zu zahlen. Eine dieser hoch gehandelten Raritäten ist die längst vergriffene Taschenbuchausgabe von Haruki Murakamis Doppelroman „Hard-Boiled Wonderland und Das Ende der Welt“, für die teils 3-stellige Beträge gezahlt und die auch jetzt noch bei Amazon mit Beträgen zwischen Euro 40 und 85 gehandelt wird und dies, obwohl im März 2006 eine hochwertige, optisch ansprechende und mit Lesebändchen versehene Neu-Auflage im Dumont Verlag erschienen ist.

Wie bereits in „Wilde Schafsjagd“ ist der Roman gespickt mit Versatzstücken aus den Fantasy- und Science-Fictiongenres sowie den typischen murakamischen Helden, die auf Grund ihrer „Lonesome Rider-Mentalität“ ohne weiteres dem Carverschen oder Chandlerschen und ihrer ironisch-skurril-naiven Weltsicht dem Irvingschen Universum entsprungen sein könnten; alles Autoren, deren Werke von Murakami ins japanische übertragen wurden und welche, nach eigenen Angaben, zu seinen Lieblingsautoren zählen.

… von Schlemihl und Alice

In „Das Ende der Welt“ begehrt der namenlose Ich-Erzähler Zutritt zu „Der Stadt“. Doch „Der Wächter“ lässt ihn erst durch, nachdem er ihm den Schatten genommen hat. In der Stadt hat niemand einen Namen, sondern wird gemäß seinem Beruf gerufen – das lesen alter Träume, die in der alten Bibliothek zu Hauf gelagert sind, wird seine Aufgabe sein. Sein zukünftiger Name – Traumleser. Als er am nächsten Abend seinen neuen Arbeitsplatz betritt, um mit seiner Aufgabe zu beginnen, erhält er kein Buch oder sonst wie geartetes Speichermedium, sondern den Schädel eines Einhorns, in dem die alten Träume gespeichert sind. „Die Frau“ zeigt ihm die Vorgehensweise des Traumauslesens und er macht sich an seine Aufgabe.

„Hard-boiled Wonderland“ ist in einem Zukunftsszenario angesiedelt. Auch hier geht es um gespeicherte Daten, deren Schutz und Verwendbarkeit. Der Ich-Erzähler ist ein so genannter Kalkulator, der hochsensible Daten nur mit reiner Gehirntätigkeit und nur einem ihm bekannten Code chiffriert, so dass diese für unbefugte Dritte unlesbar werden. Zwei konkurrierende Organisationen möchten gerne das Monopol über den Handel mit Daten erlangen. Zum einen „Das System“, eine halbstaatliche Institution, die sich durch den Zusammenschluss privater Firmen entstand. Und zum zweiten „Die Fabrik“, ein dubioses Netzwerk, strukturell der Mafia nicht unähnlich, für das so genannte Semioten, abgeworbene Kalkulatoren und Schwärzlinge arbeiten und welche die gestohlenen und dechiffrierten Daten gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt an den Höchstbietenden verhökern.
Der aktuelle Auftrag des Protagonisten ist besonders brisant und beim Abschied vom Auftraggeber, einem Biologen, überreicht er diesem ein Geschenk mit der Bedingung, dieses erst zu Hause auszupacken. Zur Überraschung des Erzählers entpuppt sich das Geschenk als Schädel eines Säugetieres, welches in keine bekannte Klassifikation fällt. Recherchen in einer Bibliothek ergeben ein erstaunliches Ergebnis: es ist der Schädel eines Einhorns.

Das System ist schuld

Murakamis Romane sind von einer unbeschreiblichen Leichtigkeit; er ist ein Meister darin, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, ohne den Leser zu ermüden. Kaleidoskopisch tauchen bereits in diesem frühen Werk viele Ansätze auf, die er in späteren Werken, speziell „Mister Aufziehvogel“ und „Kafka am Strand“, zur Meisterschaft führt. Dabei ist der Einfluss von Klassikern der Weltliteratur sowie religiösen Anleihen bei vielen Weltreligionen unübersehbar. Auch die Vielseitigkeit seiner Szenarien, in welchen er mühelos Elemente der Mystik, des Kriminalromans sowie des klassischen Film Noirs mit präzisen Kenntnisse der Jazz-Musik-Szene mischt und in kurzen, prägnanten und scheinbar eindeutigen Formulierungen zum Ausdruck bringt, ist einzigartig. Doch literaturwissenschaftliche Betrachtungen seien hier nur am Rande erwähnt. Wesentlich wichtiger ist, dass es einfach Spaß macht, „Hard-boiled Wonderland…“ zu lesen; über oder mit den agilen Protagonisten zu lachen, zu weinen, zu trauern; voller Vorfreude die nächste Seite umzublättern, gespannt darauf, welche aberwitzigen, skurrilen und/oder phantastischen Einfälle sich der Autor noch hat einfallen lassen; an den Fingernägeln zu kauen vor Aufregung darüber, zu erfahren, ob die böse mafiöse Fabrik ihr Ziel erreicht oder ob unser Held – vielmehr Antiheld – das Ärgste verhindern kann – oder ist das System an allem Schuld? Freunde dichter Szenarien sowie Anhänger von Murakami oder Yoshimoto kommen ohnehin nicht um dieses Buch herum. Doch auch aufgeschlossene Liebhaber der Werke von Paul Auster oder John Irving werden an diesem Roman ihre helle Freude haben.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Sein frühes Meisterwerk, an das ›Kafka am Strand‹ anknüpft: Nie wieder hat Haruki Murakami einen so fantasievollen, wahnwitzigen und melancholischen Roman geschrieben.

Mit kühner Fantastik und Fabulierkunst verbindet Japans größter zeitgenössischer Romancier in seinem frühen und seit langem im Deutschen vergriffenen Roman zwei Welten, von denen die eine Hard-boiled Wonderland und die andere Das Ende der Welt heißt: Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt erzählt im Wechsel der Kapitel und der Zeiten von zwei parallelen und wundersamen Reisen.
In einem futuristisch brutalen Tokyo der fernen Gegenwart, tobt ein Datenkrieg zwischen dem »System« der Kalkulatoren und einer Datenmafia, der »Fabrik« der Semioten. Ein genialer und greiser Professor hat durch ein sicheres Codierverfahren im Unterbewusstsein allen Datendiebstahl unmöglich gemacht. Der Held und Ich-Erzähler in Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt überlebt die Bearbeitung seines Gehirns, aber nach einem Überfall auf das unterirdische Geheimlabor des Professors ist der implantierte »Psychokern« wie eine Bombe im Hirn nicht mehr beherrschbar.
Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt ist ein faszinierendes Leseabenteuer, rasant konstruiert zwischen den beiden Welten – einer realen an der Schwelle des Todes und einer anderen, zeitlos und zugleich seelenlos.


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