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Cormac McCarthy - Die Strasse

Cormac McCarthy
Die Strasse


Hoffmann und Campe, 2007
Anzahl CDs 6
Laufzeit in Minuten 450
ungekürzte Lesung
Sprecher: Christian Brückner

Hoerprobe 1 (mp3, 2.8 MB)

Bestellen bei amazon.de

Natur – Mensch – Maschine - Ascheschlund

Cormac McCarthy - Die Strasse

Hoeren-undLesen.de Referenztitel Belletristik

Ein Mann und ein ungefähr 10-jähriger Junge ziehen über eine Landstraße. Vor sich her schieben sie einen Einkaufswagen, der ihre spärliche Habe beherbergt. Außer dem Quietschen der Räder durchbricht nichts die Stille; außer ihren gelegentlichen, im Laufe des Romans immer kürzeren und gequälter wirkenden Gesprächen. Um sie herum ist die alles beherrschende Farbe Grau: eine zentimeterdicke Ascheschicht der verbrannten Vegetation bedeckt jeden Millimeter der Welt. Die Sonne kann man durch die dicke, aus Asche bestehende Smogschicht nur erahnen. Es ist kalt; es bläst ein steter Wind, der sich häufig zum Sturm steigert; fast immer regnet es. Nachts sitzen oder liegen die beiden zusammengekauert unter einer Plastikplane. Doch der Mann kann oft nicht schlafen und lauscht in die Nacht. Sind in der Nähe noch andere Überlebende? Und wenn ja: Gehören diese zu „Den Guten“ oder „Den Bösen“?


„Die Strasse“ ist eine der bisher konsequentesten Endzeitvisionen, die je geschrieben wurden. Was diese, neben vielen weiteren Details, absolut von anderen Romanen ähnlicher Natur unterscheidet ist, dass er sich nicht einmal den Anschein von Mühe gibt, die natürliche Neugier des Hoerers zu befriedigen. Wer oder Was löste die Katastrophe aus? Warum wurden alle Lebewesen vernichtet – bis auf vereinzelt auftretende Exemplare der Spezies Mensch? Ist die gesamte uns bekannte Welt betroffen oder nur ein Landstrich?
Außerdem vermeidet er, völlig entgegen der aktuellen literarischen Tendenz, erklärende Rückblenden. Ganz selten, und nur zu Beginn des Romans, flicht er kurze Episoden ein, die er in die Gedanken oder Gespräche einfließen lässt; Erinnerungsfetzen an die Zeit kurz vor der Katastrophe und wenige Zeit danach. Damals erfand der Vater für seinen Sohn lustige Geschichten oder Kartenspiele. Jetzt trotten sie, die meiste Zeit schweigend, nebeneinander her.

Colum McCormack verwendet in seinem Buch zwei Erzählperspektiven: die des Vaters und die eines erhöhten, so genannten auktorialen, Erzählers, der seinen Blickwinkel von weit oben auf die Geschehnisse hat. Dadurch ergeben sich für Christian Brückner vielfältige Möglichkeiten, den Text für den Hoerer aufzubereiten – und hiervon macht er äußerst zartfühlend Gebrauch. Weder von dem Mann noch von dem Jungen erfahren wir die Namen. Warum dies so ist, erzählt im späteren Verlauf des Romans ein alter Mann, der den beiden für eine Nacht Gesellschaft leistet:

„Ich will nicht, dass irgendwer über mich redet. Sagt, wo ich war oder was ich an dem betreffenden Ort gesagt habe“.

Gleichzeitig mit den Perspektiven wechselt Christian Brückner sanft, aber deutlich erkennbar, seine Tonlage. Doch immer schwingen zwei gegensätzliche Emotionen im Vortrag mit: Hoffnungslosigkeit und trotzdem der Glauben an eine Zukunft. Zum Glauben gehören durchaus auch religiöse Aspekte. McCarthy bettet diese meistens in Nebensätze oder traumgleiche Szenen ein:

„Eine einzige graue Flocke schwebte herab. Er fing sie mit der Hand und sah zu, wie sie darauf zerging wie die letzte Hostie der Christenheit.“

„Als ich den Jungen gesehen habe, habe ich gedacht, ich wäre gestorben“
„… Und wenn ich nun sage, er ist ein Gott?“
„ … Über so was bin ich hinaus… Wo keine Menschen leben können, ergeht es Göttern nicht besser…mit dem letzten Gott unterwegs zu sein wäre schrecklich… Wenn wir alle endlich weg sind, wird niemand mehr da sein außer dem Tod, und dessen Tage sind dann auch gezählt.“

Die Sympathie des Hoerers liegt ab Beginn eindeutig bei dem Vater-Sohn-Gespann. Man nimmt sofort hin, dass sie Opfer sind; „Sie bewahren das Feuer!“; die Bösen sind die Anderen. Diesen Eindruck verstärken insbesondere drei Szenen: als sie auf einen Treck stoßen; als sie auf eine Speisekammer stoßen und als sie eine Feuerstelle näher betrachten. Um den Horroreffekt zu verstärken, benutzt der Autor den Trick, den Mann berichten zu lassen, wie sein Sohn vor oder nach den Ereignissen reagiert. Dies sind ein einige der erschütternsten Momente des ganzen Buches.

Cormac McCarthy erzählt eine einfache Geschichte in einfachen Worten. Und man wundert sich beim Hoeren, warum man eigentlich nicht nach kurzer Zeit gelangweilt ist und das Hoerbuch ausmacht: es sind immer die gleichen Personen in der immer gleichen Situation in der immer gleichen bizarren Landschaft. Doch sind es nicht die einfachen Geschichten, die seit Jahrhunderten Menschen fesseln? Die sie sich dereinst um Geschichtenerzähler an Lagerfeuern aus Dung scharren ließen, gebannt an deren Lippen hängend? Nichts anderes gelingt hier Cormac McCarthy. Und im Verbund mit Christian Brückners Erzählkunst gibt es derzeit keinen anderen Roman gleich welchen Genres, der sich mit diesem Roman/Hoerbuch messen kann. „Die Straße“ erlangt damit als erster Titel im Jahr 2007 den Status „Referenz“ bei Hoeren-undlesen.de

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis! Die Welt nach dem Ende der Welt.

Ein Vater und sein Sohn wandern durch das verbrannte Amerika. Sie haben nichts als einen Revolver mit zwei Schuss Munition, ihre Kleider am Leib, eine Einkaufskarre mit der nötigsten Habe – und sie haben sich.Die Straße ist ein Roman über das Schlimmste und Beste, zu dem die Menschheit fähig ist: ultimative Zerstörung, verzweifeltes Durchhaltevermögen und die Zärtlichkeit und Zuneigung, die uns im Angesicht der Vernichtung Kraft zum Überleben gibt.

»McCarthy ist der gewaltigste Schriftsteller unserer Zeit.« Esquire

»Letztes Leben in der postapokalyptischen Landschaft: Cormac McCarthys neuer Roman Die Straße hat das Zeug zum Klassiker.« Neue Zürcher Zeitung


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