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Ignacio Martínez de Pisón - Der Tod des Übersetzers

Ignacio Martínez de Pisón
Der Tod des Übersetzers
hn Dos Passos und die Geschichte eines ungeklärten Mordes

Hoffmann und Campe, 2007
Gebunden
270 Seiten


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Amerikas Linke Rebellen machten mobil

Ignacio Martínez de Pisón - Der Tod des Übersetzers

„John Dos Passos und die Geschichte eines ungeklärten Mordes“ lautet der Untertitel von Ignacio Martinez de Pisóns Buch „Der Tod des Übersetzers. Es ist der erfolgreiche Versuch, dem Leser den spanischen Bürgerkrieg 1936/37 aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel nahe zu bringen: dem Tagebuch des amerikanischen linken Intellektuellen John Dos Passos. Wie viele andere amerikanische Intellektuelle und Kulturschaffende seiner Zeit sympathisierte er mit den spanischen, linksgerichteten Republikanern. Als 1936 ein Militärputsch unter der Führung Francos zum Bürgerkrieg wurde, reiste er unverzüglich nach Spanien, um diese zu unterstützen. Auch sein Freund José Robles reiste in seine Heimat Spanien zurück, nicht ahnend, dass er damit auch seine letzte Reise antrat.

Der amerikanische Schriftsteller John Dos Passos und der ambitionierte, doch noch weitestgehend unbekannte Übersetzer José Robles trafen sich 1916 bei einer Zugfahrt durch Spanien. Aus dieser entwickelte sich schnell eine tiefe Freundschaft. Nachdem sich Robles einen Namen als Übersetzer gemacht hatte, trat er eine Professur an der Universität von Baltimore/USA an. 1936 putscht in Spanien General Franco. Schnell weitet sich der Aufstand zu einem Bürgerkrieg aus. Und die Kommunisten Spaniens sind in ihrem Kampf nicht alleine: sie werden von zahlreichen Helfern aus Russland unterstützt. Diese Hilfe ist allerdings ein zweischneidiges Schwert: vertritt man nicht die Linie der kommunistischen Partei Russlands, wird man bedroht, geschlagen oder verschwindet sogar spurlos.

Auch zahlreiche Intellektuelle und Exilanten reisen nach Spanien, um ihre Solidarität mit der demokratisch gewählten Regierung zu bekunden; darunter auch Dos Passos und seine Freunde Ernest Hemingway und José Robles. Dieser arbeitet als Übersetzer für den General Wladimir Gorew, den sowjetischen Militärattaché in Madrid. Im Dezember 1936 wird Robles verhaftet und verhört. Dos Passos versucht alles, um seinen Aufenthaltsort festzustellen. Doch er prallt auf eine Mauer des Schweigens. Unter der Hand macht das Gerücht die Runde, Robles sei ermordet, seine Leiche an einem unbekannten Ort verscharrt worden.

70 Jahre später nimmt Pisón die Spur wieder auf. Welche Klimmzüge er machen musste, um an glaubhafte, nachweiskräftige Informationen, erfahren wir in einem eigenen Kapitel. Und es ist gerade diese Hartnäckig- und Findigkeit, die Pisóns Buch auszeichnet. Er suchte die Nadel im Heuhaufen und fand einen kompostierenden Dunghaufen. Sich immer tiefer durch den Morast arbeitend gelangte er schließlich auf die vermutliche Lösung des Mordes: Robles diente als Bauernopfer, um kritische Stimmen gegen die russischen Methoden und deren Infiltration der spanischen Regierung zum verstummen zu bringen – was auch hervorragend gelang.

Pisón schildert einen Teil der Ereignisse mittels Auszügen aus Dos Passos Tagebuch. Erschreckend sind hier auch die Passagen, welche Gespräche zwischen Hemingway und ihm wiedergeben. Die Kaltschnäuzigkeit, mit der dieser den Mord kommentiert, führt schließlich zum Bruch zwischen den beiden und Dos Passos Abkehrung vom Kommunismus

Rezensent: Wolfgang Haan







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