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Thomas Glavinic - Die Arbeit der Nacht

Thomas Glavinic
Die Arbeit der Nacht


Hörbuch Hamburg, 2007
Anzahl CDs: 6
Laufzeit in Minuten 450
gekürzte Lesung
Sprecher: Heikko Deutschmann

Leseprobe 1 (pdf, 0.1 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 7.5 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 0.4 MB)
Hoerprobe 3 (mp3, 0.4 MB)

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Glavinics Lamento und Gottes Lotterie

Thomas Glavinic - Die Arbeit der Nacht

Ein Morgen wie immer. Seinen Gewohnheiten folgend steigt Jonas aus dem Bett, schaltet noch schlaftrunken sein Radio an. Außer atmosphärischem Rauschen ist nichts zu hören. Beim Einschalten des Fernsehgerätes hat er denselben Erfolg: er kann kein Programm empfangen. Kein dumpfer Verkehrslärm dringt durch die Fenster. Ein Blick bestätigt: die Strassen sind völlig verlassen. Warum und wie die gesamte Bevölkerung verschwunden ist, wird nicht erklärt. Warum ausgerechnet Jonas verschont wurde, kann man aus dem Alten Testament ableiten. Der alttestamentarische Prophet Jonas versucht, sich einem Befehl Gottes zu entziehen und flieht an Bord eines Schiffes. Dieses droht, bei einem gewaltigen Sturm zu sinken; man beschließt, durch Lose ziehen zu bestimmen, wer der Schuldige ist, der Gottes Zorn auf sie herab beschworen hat. Das Los fällt auf Jonas. Man wirft ihn kurzerhand über Bord. Ein riesiger Fisch verschluckt ihn und Jonas ist von der Außenwelt abgeschottet.

Hat Glavinics Jonas das große Los gezogen oder ist es eine Niete? Soll er einen Auftrag erfüllen und wenn ja: Welchen?

Nach Jonas Erkenntnis, dass er nun ein Alphamännchen ohne Weibchen ist, kreisen seine Gedanken um elementare philosophische Fragen; natürlich findet auch er keine Lösungen dazu. Um seine Einsamkeit erträglicher zu machen, installiert er eine Kamera, welche ihn die ganze Nacht filmt. Tagsüber wertet er diese aus und versucht, als ob er aus einem Kaffeesatz lesen würde, jeder seiner Bewegungen etc. eine tiefere Bedeutung beizumessen. Übrigens sei hier angemerkt, dass die Stromzufuhr einwandfrei funktioniert; doch wer bedient die Kraftwerke? Dies ist nur einer der augenfälligen Logikfehler in der Geschichte; doch mithin der wichtigste. Ohne Elektrizität fiele das gesamte Konstrukt des Romans in sich zusammen.
Doch auch sein Schamanismus führt ihn nicht weiter. Seine Gedanken kreisen weiterhin spiralförmig weiter – und weiter – und weiter und … Glavinics Kosmos ist ein unendlicher Spiralnebel und scheint sich für den Hoerer unendlich dehnbar. Allerdings ist der Geduld des Hoerers eine Grenze gesetzt und diese ist ungefähr nach einem Drittel des Hoerbuches erreicht. Anders als Beckett mit „Das letzte Band“ reizt Glavinic das Thema zu weit aus. Außerdem sind die Gemeinsamkeiten mit dem biblischen Jonas zu auffällig: gibt es einen Auftrag Gottes, wer ist dieser Gott und welches Ziel verfolgt er; kann man sich seinem von einer übergeordneten Instanz vorgegebenen Schicksal entziehen, Der biblische Jonas versucht dies, wird auf seiner Flucht beinahe umgebracht und von einem Wal verschluckt. Diese Eremitage nutzt er, um seinen kontemplativen Gedanken nach zu hängen. Ist die riesige, tote Stadt Glavinic Wal? Beide ziehen sich gegen Ende der Geschichte in eine Hütte außerhalb der Stadt zurück, denken nach über den Tod.

Sie sind von uns gewohnt, dass wir ausführlich auf den Sprecher und das Hoerbuch eingehen. Dies ist hier nicht möglich. Nach einem Drittel des Romans ist alles gesagt; es herrscht eine düstere, ruhige, trübselig Endzeitstimmung, die sich durch das ganze Hoerbuch zieht. Heikko Deutschmann, bekannt als Perfektionist, trägt das Hoerbuch exakt seiner Vorlage entsprechend vor. Dies führt leider dazu, dass man nach nicht allzu langer Zeit anfängt, zu ermüden. Die Stimmlagen wiederholen sich, das Gesagte wiederholt sich, die Themen wiederholen sich – bis zum Erschöpfungszustand. Die Lesung ist perfekt, dass Buch nicht. So mancher Hoerer wird seine Schwierigkeiten haben, dem Hoerbuch bis zum Ende seine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

„Es ist die hohe Schule der Literatur, mit der Thomas Glavinic Liebe und Leere auf paradoxe Art zu paaren weiß.“ Neue Zürcher Zeitung

Jonas erwacht. Es ist ein Morgen wie jeder andere. Kaffee zum Frühstück. Die Zeitung liegt nicht vor der Wohnungstür, wie letzten Monat schon einmal. Als im Radio, Fernsehen und Internet auch nur Rauschen kommt, beginnt die erste Irritation. Das Telefon bei seiner Freundin klingelt ins Leere. Jonas tritt auf die Straße. Jetzt ist keine Täuschung mehr möglich. Er ist allein. Kann ein Mensch leben, wenn die Menschen verschwunden sind? Ihre Welt und ihre Dinge sind geblieben: Straßen, Supermärkte, Bahnhöfe, alles ist leer. Jonas irrt durch Wien, durch die vertrauten Straßen, durch die Wohnungen, die ihm bekannt sind, doch nichts gibt ihm Antwort: Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Haben die Einwohner die Stadt verlassen und sind woanders? Und gibt es nicht doch Anzeichen für die Gegenwart anderer, oder bildet er sich das nur ein?

Thomas Glavinic erzählt mit ständig wachsender Spannung von einem Menschen, der erfährt, was Menschsein heißt, als es keine Menschen mehr gibt, als die Erinnerungen an die eigene Vergangenheit das einzige Leben in einer toten Welt zu werden scheinen.

„Ein so eindringlicher Roman über die Einsamkeit, den Wahnsinn, die Nacht und das Schweigen der Dinge, daß man selbst als ja eigentlich kühl lesender, mit Bleistift bewaffneter Rezensent mehrere Nächte hintereinander lieber mit Licht einschläft …“ Süddeutsche Zeitung


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