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Dorothy L. Sayers - Diskrete Zeugen

Dorothy L. Sayers
Diskrete Zeugen


Audiobuch Freiburg, 2005
Anzahl CDs: 8
Laufzeit in Minuten 640
ungekürzte Lesung
Sprecher: Christian Brückner

Hoerprobe 1 (mp3, 1.8 MB)

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Woher hat Schuhgröße 45 den Revolver?

Dorothy L. Sayers - Diskrete Zeugen

Mary reibt sich schlaftrunken die wunderschönen Augen. Ein unbestimmtes Geräusch, vielleicht ein Schuss, hat sie geweckt. Mutig wie frau nun einmal ist, wirft sie sich ihren Mantel über und rennt hinaus. Von Entsetzen gepackt bleibt sie wie erstarrt stehen, als sie ihren Bruder Gerald neben der Leiche ihres Verlobten knien sieht und stammelt „Warum hast du ihn umgebracht?“ 

Auch Lord Peter Wimsey erwacht hunderte Kilometer entfernt aus einem süßen Traum, reibt sich seine nicht minder schönen Augen und blinzelt lächelnd ins Zimmer. Doch leider sieht er vor sich nicht ein holdes Traumgebilde, sondern seinen reisefertigen Butler Bunter, der ihm statt einer Antwort auf seinen fragenden Blick die Morgenzeitung überreicht. So erfährt Peter Wimsey von dem Mord - und der Verhaftung seines Bruders als Hauptverdächtigem.

Peter und Parker, sein Freund und Scotland Yards bester Mann, unternehmen alles, um die Unschuld des Herzogs zu beweisen. Doch statt den Täter suchen sie nach Beweisen, die Gerald entlasten. Für alle, die, wie ich, versuchen, den Mörder vor Ende des Romans zu finden, stellt dieser Fall eine harte Nuss dar.

Neben einer durchdachten und verwinkelten Handlung war eine der großen Stärken von Dorothy L. Sayers der Sarkasmus. Gnadenlos nimmt sie den Snobismus der Upper-Class aufs Korn. Und Christian Brückner trägt diesen so trocken wie Kunstschnee vor: manchmal kommt der Lacher erst, wenn’s schon geknirscht hat. Dabei scheut sie vor nichts zurück und beleidigt schon mal einen Protagonisten mit den Worten „Du denkst ja wie ein Kontinentaleuropäer“ oder „Niemals wird aus jemandem ein richtiger Engländer, der in Frankreich erzogen wurde!“ Bei der Auswahl der Charaktere geht sie nicht minder freizügig vor: da gibt es den überlegenen Butler, den trotteligen Anwalt, die naive Lady, den feigen Anarchisten, den brutalen Ehemann, die gefangene Ehefrau, den unfähigen Dorfpolizisten, den bornierte Herzog usw. Klingt einfallslos, ist aber sehr witzig zubereitet, zumal im Laufe der Geschichte jeder mal als Täter verdächtigt wird, bis auf den Gärtner, aber dies nur, weil kein Gärtner in der Geschichte vorkommt.

Nicht umsonst trägt Christian Brückner den Beinamen „The Voice“. Auch bei diesem Hörbuch spielt er auf der Klaviatur seiner Stimmbänder wie einst Glenn Goldt Bachs Goldberg-Variationen auf seinem Piano: unvergleichlich nuanciert. Kein vermeintlich unwichtiges Detail bleibt ihm verborgen, jede Einzelheit bekommt die perfekte Ausdrucksform. Dadurch erreicht er, dass sich dem Hörer neben der offensichtlichen Kriminalhandlung die unter der Oberfläche verborgenen Elemente des Romans offenbaren: Kritik an der Gesellschaft, den sozialen Strukturen, das Aufkommen von Massentransportmitteln usw. und das alles, ohne auch nur für eine Sekunde platt, belehrend oder langweilig zu werden. Dieses Buch lege ich jedem angehenden Krimi-Autor ans Herz: verblüffender Weise hält die Geschichte über die volle Länge von 8 CDs problemlos die Spannungskurve – und das völlig ohne Blutorgien, Serienkillern und makabren Tatortbeschreibungen.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Mord kommt in den besten Familien vor... Ich glaube, ich habe jemanden herumgehen hören, sagte Mary, aber ich hab mir nicht viel dabei gedacht. Eben, sagte Peter, wenn ich mitten in der Nacht Leute im Haus herumgehen höre, bin ich viel zu taktvoll, um mir etwas dabei zu denken. Natürlich, warf die Herzogin ein, besonders in England, wo es als ungehörig gilt, überhaupt zu denken. Ungehörig oder nicht: Lord Peter Wimsey muß sich ins Zeug legen – zumal es hier um den Kopf seines Bruders geht, des Herzogs von Denver. Dieser wird nämlich beschuldigt Captain Cathcart ermordet zu haben. Und die ansonsten ja löbliche Diskretion der Zeugen trägt auch nicht gerade zur Erhellung der Angelegenheit bei...
Sayers-Fans lieben Brückner. Warum? Weil er die Texte so herrlich trocken – ohne Schnörkel – rüberbringt.


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