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Pierre Franckh, Julia Franckh - Papa, erklär mir die Welt, ich erklär dir meine

Pierre Franckh, Julia Franckh
Papa, erklär mir die Welt, ich erklär dir meine


Deutsche Grammophon, 2005
Anzahl CDs: 2
Laufzeit in Minuten: 120
gekürzte Lesung

Lesealter: ueber 12



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Wenn Papa in Nöte kommt

Pierre Franckh, Julia Franckh - Papa, erklär mir die Welt, ich erklär dir meine

So, wie hier Vater und Tochter miteinander umgehen, dürfte der Traum vieler Eltern und/oder Kinder sein. Aber solch ein Verhältnis erreicht man nicht mal „eben so“, in dem man sich diese CD kauft und diese gemeinsam mit seinem Nachwuchs anhört. Das spürbare Vertrauen und die Art, wie die Beiden während dieser Aufnahme miteinander umgehen, zeugen deutlich von einem innigen Verhältnis zwischen Vater und Tochter. Es ist wunderschön, wirkt nicht aufgesetzt oder einstudiert und verleiht dem Hörbuch soviel Leben, dass dem gegen über die Printausgabe wie „Das Wort zum Sonntag“ wirkt.


Klein-Mädchen-Gehabe

Die 13-jährige Julia wirkt reif, aber nicht vorlaut oder altklug und wer selber Kinder in der gleichen Alters- oder Entwicklungsstufe hat, wird vielleicht einige der Fragen wieder erkennen, mit denen Pierre Franckh und selbstverständlich auch andere Eltern heute konfrontiert werden und, leider, manchmal auch völlig überfordert sind. Ein Hoch auf die Erziehungsberechtigten, die es schaffen, beim Thema „Sex“ so relaxt seinem Nachwuchs Rede und Antwort zu stehen und dann nicht beleidigt sind, wenn die Tochter auf die Frage „Und, bist du verliebt?“ zur Antwort erhalten „Meinst Du, das würde ich Dir sagen?“

Aber das Julia eine Antwort schuldig bleibt, kommt selten vor obwohl sie sich häufig eines Tricks bedient: statt von „ihr“ spricht sie häufig von „Mädchen von heute“ oder „wir“ wobei dem Vater solche Ausflüchte selten gelingen, da Julia ihm meistens keine Chance dazu lässt und kokett und schonungslos direkt „und wie ist das bei Mama und Dir“ oder „was haltet ihr davon“ fragt. Erstaunlicher weise gleitet der Text dabei niemals ins Peinliche, Triviale oder Lächerliche ab, obwohl Julia manchmal auf Grund der doch sehr gewundenen Ausdrucksweise ihres Vaters einfach Lachen muss oder einfach nur, weil ihr Vater eine, für die aufgeweckte 13-Jährige, zu naive Vorstellungskraft davon hat, was in Mädchen in diesem Alter vorgeht.

Mama ist auch dabei

Obwohl das Gespräch zwischen Vater und Tochter stattfindet, ist die Mutter ständig präsent. Man spürt in der Art, wie sowohl Tochter als auch Vater/Ehemann den Dialog führen, dass es sich hier um keine Verschwörung innerhalb der Familie handelt, bei der die Mutter ausgeschlossen wurde, sondern häufig wird auf die nicht anwesende Mutter Bezug genommen, so als ob ähnliche Frage schon häufiger innerhalb des Familienverbandes diskutiert wurden.

Obwohl eine ganze Reihe von heiklen Fragen aufgeworfen werden, muss man sich diese Doppel-CD nicht wie Trivial Pursuit vorstellen – Du musst noch würfeln – und jetzt bin ich dran. Nein, es ist ein wirklich klassischer Dialog. Da wird nicht schön ein Satz nach dem anderen gesprochen sondern Julia fällt ihrem Vater schon mal ins Wort oder Pierre Franckh hört irritiert mitten im Satz auf, weil Julia einen ihrer Lachanfälle bekommt oder so herrlich „Ach Papaaaaa“ sagt. Die Lockerheit, die das ganze Hörbuch durchzieht, wirkt nicht aufgesetzt oder gespielt und die Witze und Albernheiten wirken nicht einstudiert, sondern klingen mehr nach Improvisation und Spontaneität. Man darf trotz der ganzen Professionalität der Aufnahme nicht vergessen, dass hier ein 13-jähriges Mädchen „aus dem Nähkästchen“ plaudert. Wenn man an seine eigene Schulzeit zurück denkt und daran, wie ängstlich man vielleicht darauf bedacht war, sich in der Klasse möglichst keinen Peinlichkeiten auszusetzen, so sind manche Stockungen oder Ausflüchte Julias nur zu verständlich und erhöhen den Reiz des ganzen nur noch. Dankenswerterweise vermeidet es Pierre Franckh, seine Tochter in die Enge zu treiben wobei Julia kein Pardon kennt. Es scheint ihr eine diebische Freude zu bereiten, ihren Vater zu Antworten zu „verführen“ und so hört man schon mal fast ein Betteln in der Stimme, wenn ihr Vater zu offensichtlich versucht, ein Thema zu beenden, ohne das Julia mit der Antwort zufrieden ist.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Betrachtet man einfach mal das Cover der CD, weiß man sofort, wer „Der Star“ des Hörbuches ist: Das Photo von Julia Franckh und ihrem Vater weißt die richtigen Proportionen auf. Julia ist im Vordergrund abgebildet und lächelt in die Kamera während im Hintergrund Pierre Franckh über Julias Schulter blickt – gleichfalls lächelnd und, wenn mich nicht alles täuscht, dabei sehr stolz auf seine Tochter blickt. Und dies darf er unbestritten! Dieses Hörbuch zeigt, wie man heute zeitgemäß mit unangenehmen Fragen seiner Kinder umgehen sollte: Offen, erschöpfend, ohne falsche Scham aber, und das scheint mir fast die größte Neuerung dieses Hörbuches, gleichzeitig dem Kind Verständnis für das eigene Handeln zu vermitteln. Klar weiß jedes Kind irgendwo in seinem Köpfchen, dass Mama und Papa auch mal jung waren. Aber wie war das, als diese jung waren. Und hier leistet Pierre Franckh meiner Meinung nach Pionierarbeit, denn er erhebt keinen moralischen Zeigefinger oder versucht, mit der Vergangenheit Fehler zu entschuldigen, sondern völlig wertfrei und nur um der Verdeutlichung der Unterschiede berichtet er von seiner Kindheit. Und er zeigt seiner Tochter, dass er durchaus lernfähig ist, dass nicht nur von der Tochter Verständnis und Rücksichtnahme verlangt wird, sondern dass er willens ist, von seiner Tochter zu lernen und sich in einer für ihn fremden Teenagerwelt zurecht zu finden, dass dies jedoch nur funktionieren kann, wenn man das Vertrauen besitzt, offen mit Fragen und Konflikten umzugehen und keine von beiden Seiten einfach „zu macht“, weil Diskussionen auch unangenehm sein können. Dies gehört einfach zum Erwachsen werden hinzu – und das gilt gleichermaßen für Kinder als auch für Eltern.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Was ist eigentlich Geld? Wie funktioniert wahre Liebe? Warum ist Fernsehen schlecht? Fragen, die so selbstverständlich erscheinen und doch selten beantwortet werden. Der Schauspieler und Schriftsteller Pierre Franckh dachte sich daher, dass es doch lohnenswert wäre, sich einmal mit den Grundlagen unseres Alltags zu beschäftigen. Und er hat in seiner Tochter Julia das passende Gegenüber, das ihm mit kindlicher Neugier Löcher in den Bauch fragt. So gebar er ein Buch mit den Titel Papa, erklär mir die Welt - ich erklär dir meine, das prompt die Bestsellerlisten hinaufkletterte und das er mit viel Spaß und Witz gemeinsam mit seinem Sprössling auch in eine CD-Form brachte.

Es ist eine Zeit, in der Zuhören selten geworden ist. Wo einst der Großvater den Enkel auf den Schoß nahm, um ihm von früher und dem Lauf der Dinge zu erzählen, schaffen heutzutage Medien uniforme Meinungen, die mangels kommunikativer Plätze im alltägliche Leben unwidersprochen hingenommen werden. Zumindest ist die Gefahr sehr groß, dass solche Prozesse das Denken bestimmen und aus Menschen Strichcodes machen, die nach berechenbaren Schemata funktionieren. Pierre Franckh lief selbst eimal Gefahr, in diesen Strudel der Routine zu geraten. Geboren 1953 stand er bereits als Elfjähriger vor der Kamera, wurde mit den "Lausbubengeschichten" bekannt und arbeitete mit stetig wachsendem Erfolg als Fernseh- und Theaterdarsteller. Allerdings war es gar nicht der Beruf, der ihn am meisten am Herzen lag. Eigentlich wollte er von Anfang an Schriftsteller werden, nur war eben das Leben anders verlaufen. Dann kam seine Tochter Julia zur Welt und alles änderte sich von Grund auf. Hatte sich vorher das meiste um ihn selbst gedreht, forderte nun das Baby eine Aufmerksamkeit, die den Tagesablauf veränderte. Franckh nahm seine Vaterrolle ernst und begann, viel von dem Zwerg im Kinderwagen zu lernen. Unter anderem auch, dass nur das wichtig ist, was man auch wirklich von Herzen will und tut. Er besann sich auf seine Jugendträume, packte die Schreibmaschine aus und reflektierte mit "Glücksregeln für die Liebe" derart erfolgreich über sich und den Rest der Welt, dass er bald den Beruf wechseln konnte.

Und da die kleine Julia schnell zu einem neugierigen und energiegeladenen Mädel heranwuchs, lag es nahe, auch diesen Erfahrungszeitraum schriftstellerisch zu reflektieren. Franckh ließ sich inspirieren vom Alltag und der bestand aus Fragen, Fragen, Fragen. So entstand Papa, erklär mit die Welt - ich erklär dir meine, eine raffinierte Mischung aus Kinder-Uni, Mister Gott, der Welt der Sophie und zahlreichen Erfahrungen, die er selbst gemacht hatte. Mal ging es ums Verliebtsein, mal um die Wut im Bauch. Das Erwachsenwerden bekam ebenso sein Kapitel wie die Schule und die grundphilosophische Frage schlechthin nach dem Glück und Sinn. Aus der kleinen Julia war inzwischen eine elfjährige Göre geworden, die mühelos die Rolle der Diskussionspartnerin persönlich übernehmen konnte. Vater und Tochter machten sich ans Werk, füllten zwei CDs mit den Zwiegesprächen aus dem Familienalltag und fixierten dabei so manche Weisheit auf Band. Heraus kam ein cleveres und zärtliches Miteinander zweier Menschen, die sich kennen, und die auf diese Weise auch den Hörer mit auf eine Reise in die rätselhafte Gegenwart nehmen, die bei genauerem Hinsehen mehr Geheimnisse als Erkenntnisse zu bieten hat.



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