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Juli Zeh - Spieltrieb

Juli Zeh
Spieltrieb


Der Audio Verlag, 2005
Anzahl CDs: 4
Laufzeit in Minuten 297
gekürzte Lesung
Sprecher: Sascha Icks

Leseprobe 1 (pdf, 0.2 MB)

Hoerprobe 1 (ram, 0 MB)

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Verkehrte Welt

Juli Zeh - Spieltrieb

Ein trauriger Geschichtslehrer, der Vogel spielt, doch wie eine Flipperkugel auf dem Schulhof aufschlägt. Ada, eine hochbegabte Schülerin, emotionslose Reinkarnation von Nabokovs „Lolita“, verführt verspielt ihren Sportlehrer Smutek. Ihre heimliche Liebe Alev mimt den bösen Manipulator und glaubt, den Sieg im Schachspiel namens „Gegenwart“ davon getragen zu haben. Doch der kühle Kalkulator hat bei seinem Spiel einen Faktor nicht berücksichtigt und plötzlich heißt es für ihn „Game over“.

Aus Opfern werden Täter

„Ich habe ihm einfach das Nasenbein mit einem Schlagring gebrochen – und das ohne jeden Grund“ erfahren wir von der 14-järigen Ada, Zentralfigur in Julie Zehs Roman. Kaum mehr erfahren wir über sie, die „Neue“ auf dem Ernst-Bloch-Gymnasium. Eine Außenseiterin, hoch-intelligent, unnahbar, unscheinbar kurz sie entspricht perfekt dem abgenutzten Bild des „Prügelmädel der Nation“ und diese bezieht sie auch in den ersten Tagen. Doch dann wandelt sich die Situation. Mit im Wind wehender fettiger Heavy-Metal-Frisur betritt Mitschüler Christian, bis an die Zähne mit seinem Instrument bewaffnet, das Spielfeld und rettet die holde Maid. Als Preis für die Rettung verlangt er jedoch keinen Kuss, sondern Ada muss jetzt den dilettantischen Proben der Schulband beiwohnen – aber ist dies nicht besser als Hiebe? Langsam entwickelt sie sich für den Großteil des Lehrkörpers zu einem Ärgernis, argumentiert sie doch jeden in Grund und Boden. Unerwartete Hilfe erhält sie eines Tages vom Quoten-Ausländer des Buches, dem Halbägypter Alev. Die Beiden halten sich für die „Erben der Nihilisten“ und Fr. Zeh lässt keine Gelegenheit aus, den Hörer mit minutenlangen Dialogen über Terrorismus, modernen Imperialismus, den Werteverlust der Gesellschaft, Schuld und Strafe (Dostojewski lässt grüssen) zu langweilen. Vergeblich sucht man Ironie oder Utopie in diesen Streitgesprächen, die sich aufblähen und dann spur- und wirkungslos wie Seifenblasen zerplatzen. Wenigen Schriftstellern ist es gelungen, solch gigantische Wortriesen zu bändigen und zu strukturieren wie z. B. Thomas Mann oder Robert Musil. Fr. Zeh gelingt dies nicht und man fragt sich, warum sie der Literatur eine weitere „Unschuldige höhere Tochter verführt armen wehrlosen Lehrer-Geschichte“ hinzufügt. Man könnte der Autorin ja wenigstens den ambitionierten, wenn auch misslungenen, Versuch einer gesellschaftskritischen Parabel zugestehen, wäre da nicht das zuckersüße, verkitschte und lächerliche Ende. Mag sein, dass der Roman als autorisierte Lesefassung nicht seine volle Wirkung entfalten kann, denn die gedruckte Ausgabe umfasst 575 Seiten wohin gegen das Hörbuch mit 4 CDs auskommen muss. Doch diese gnadenvolle Straffung nimmt man als Hörer gerne in Kauf und verspürt keinerlei Verlangen, nach der ausführlicheren Buchausgabe zu greifen.

Zeh macht mobil

Das Medium Hörbuch ist prädestiniert für daheim und unterwegs. Entspannt auf dem Sofa im ansonsten stillen Kämmerlein mag es dem einen oder anderen Hörer sogar gelingen, den Grundsatzdiskussionen oder den ellenlangen Ausführungen zur Spieltheorie zu folgen und Vergnügen daraus zu ziehen. Während einer Zug- oder Busfahrt oder zum Vertreiben der Wartezeit auf die selbigen ist es fast unmöglich, sich auf den teils sehr schweren Text zu konzentrieren geschweige denn den roten Faden nicht zu verlieren.

Fazit: Da hätte frau echt was draus machen können. Entstanden ist das misslungene, leblose Porträt zweier Jugendlicher, die beim Hörer keinerlei Emotionen auslösen und denen man nicht einmal ansatzweise abnimmt, dass sie repräsentativ für „Die Jugend“ oder gesellschaftliche Umbrüche steht. Durch die überbordende Vielfalt der Diskussionen, unnötiger Details, unerklärlicher weil unmotivierter Handlungen verliert der Hörer schnell die Lust am Hören und wendet sich vielleicht begnadeteren deutschsprachigen Autoren wie z. B. Daniel Kehlmann zu.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

»Hier ist ein fulminantes Talent am Werk.« Berliner Zeitung

An einem Bonner Gymnasium quält sich die hochintelligente Ada durch den öden Schulalltag. Die US-Truppen stürmen den Irak, doch es herrscht business as usual: Der Lehrkörper müht sich, das Weltbild aus Gut und Böse ein weiteres Mal zusammenzuflicken. Für Ada und ihren Mitschüler Alev nur eine weitere Runde in einem erbärmlichen und langweiligen Spiel. Sie beginnen ein anderes – und verstricken den Lehrer Smutek in eine ausweglose Erpressung. In
ihrem Spiel soll es keine Gewinner und keine Gnade geben. Juli Zehs hochgelobter Roman über das Verschwinden der Moral liegt nun endlich auch als Hörbuch vor, gelesen von Sascha Icks.

»Zeichnet mit Witz und Verstand ein helles Bild unseres dunklen Zeitalters.« Die Zeit


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