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Marisha Pessl - Die alltägliche Physik des Unglücks

Marisha Pessl
Die alltägliche Physik des Unglücks


Argon Verlag, 2007
Anzahl CDs: 9
Laufzeit in Minuten: 687
gekürzte Lesung
Sprecher: Anna Thalbach
Übersetzer: Adelheid Zöfel

Leseprobe 1 (pdf, 0.1 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 1.4 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 7 MB)
Hoerprobe 3 (mp3, 1.4 MB)

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Zitatenflut

Marisha Pessl - Die alltägliche Physik des Unglücks

Marisha Pessl hat mit „Die alltägliche Physik des Unglücks“ ein außergewöhnliches Buch vorgelegt. Was sich zunächst wie eine x-beliebige Entwicklungsgeschichte einer pubertierenden 16-jährigen liest, sprengt nach kurzem zahlreiche literarische Konventionen – und dies, ohne jemals zu langweilen!
Blue van Meer heißt die Protagonistin. Ihr Vater Paul ist ein begnadeter Politikwissenschaftler und Zyniker mit Hang zur Promiskuität und Nomadentum: Semester für Semester unterrichtet er an immer unterschiedlichen Universitäten. Bis auf ein paar alte Studienkollegen hat Paul keine Freunde, Blue durch die ständigen Umzüge niemanden, außer ihren Büchern. So überrascht es die Halbwaise Blue, als ihr Paul mitteilt, dass sie die letzten beiden College-Semester an einer Schule verbringen wird. Freude mischt sich mit Unsicherheit: wird sie Freunde finden? Wird man sie, „Die Neue“, akzeptieren? Das ihre Sorgen nicht unbegründet sind, bekommt sie bald zu spüren. Besonders die angesagteste Clique der Schule, die Royals, lassen sie ihre Abneigung spüren. Nur die geheimnisvolle und charismatische Lehrerin Hannah Schneider kümmert sich rührend um sie. Dabei ist sie es, bei denen sich die Royals jeden Sonntag treffen. Als Hannah auch Blue am nächsten Sonntag einlädt, an dem Treffen teilzunehmen, ist sie einerseits erfreut, andererseits zutiefst verunsichert. Doch der Tag übertrifft alle ihre negativen Erwartungen und wird zum Schlimmsten, den sie je erlebt hat. Sie nimmt sich vor, nie wieder eine solche Demütigung hinzunehmen – doch am nächsten Sonntag nimmt sie wieder an dem Treffen teil..

Sylvia Plath meets Jasper FFord



Marisha Pessl vereinigt das Beste aus vielen Welten in ihrem Buch: Entwicklungsgeschichte, Thriller, Verschwörungstheorien, literaturgeschichtliche Diskurse, amerikanische Geschichte und vieles mehr. In die Erzählung verwoben sind zahlreiche Zitate und Anspielungen aus Literatur, Kino und Fernsehen, die niemals den Erzählfluss hemmen. Allerdings besteht beim Hoerbuch ein signifikanter Unterschied zur Buchausgabe: dort ist jedes Zitat mit einem in Klammern gesetzten Quellenhinweis versehen, welcher bei der Lesung entfällt respektive kaum auffällt. 

Es ist ein farbenfrohes Kaleidoskop, welches uns die Autorin präsentiert. Beispielsweise ist Blues neues College von den merkwürdigsten Schülern und Lehrern bevölkert, die alle für eine Pointe gut sind. Überhaupt werden Wortwitz und die schnelle Abfolge von Pointen großgeschrieben. Diese liegen ungefähr auf dem Niveau des Kinofilms „American Beauty“ oder Jasper FFords „Der Fall Jane Eyre“; sie sind mehr von feiner Ironie geprägt denn von Dampfhammermentalität.

Die Lesung dieses vielschichtigen Romans ist nicht einfach, muss der Sprecher doch innerhalb kürzester Zeit vielfältige emotionale Hochs und Tiefs meistern – und auch noch witzig dabei bleiben. Und er muss glaubhaft wie ein pubertierender Teenager mit all seinen widerstrebenden Gefühlen klingen. Mit ihrer anpassungsfähigen Stimme gelingt es Anna Thalbach, all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Besonders angenehm ist, dass Frau Thalbachs Lesung den zahlreichen Zitaten keine besondere Bedeutung beimisst und diese so beiläufig liest wie Kachelmann das Wetter. Dies verhindert, dass sich bei denjenigen Hoerern ein Unwohlsein einstellt, welche den literarischen Weltkanon nicht auswendig kennen wie anscheinend Frau Pessl. Auf der anderen Seite soll es ja auch Menschen geben, die sich nicht so gut bei den „Simpsons“, „Southpark“ oder „Eine schrecklich nette Familie“ auskennen und die man mit dedizierten Hinweisen auf Aussprüche dieser Familienserien aus der Fassung bringen könnte. 

Zitatenflut hin – Zitatenflut her – „Die alltägliche Physik des Unglücks“ ist ein lesenswerter und witziger Roman mit einer sympathischen Heldin, ungewöhnlichen Verwicklungen und kuriosem Finale, das hanebüchen, aber, im Kontext betrachtet, zu überzeugen weiß.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Blue hat den Blues. Ihr Vater, der Universitätsprofessor, zieht schon wieder um. Nie länger als ein Semester bleiben Tochter und Vater an einem Ort. Bald kennt Blue jedes College in Nordamerika. Zum Glück hat sie die Bücher - ihre engsten Vertrauten. Und so hungrig, wie sie Geschichten auf Papier verschlingt, so lustvoll stürzt sie sich ins pralle Leben: Charmant und witzig besticht sie als wandelndes Lexikon und lässt zugleich keine Wodkaflasche an sich vorbeiziehen. Doch dann passiert ein mysteriöser Mord und ihr Leben gerät aus den Fugen.


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