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Hans-Dieter Otto - Im Namen des Irrtums!

Hans-Dieter Otto
Im Namen des Irrtums!


LangenMüller Herbig, 2006
Gebunden
399 Seiten


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Hätte Wäre Wenn

Hans-Dieter Otto - Im Namen des Irrtums!

Hans-Dieter Otto, erfolgreicher Sachbuch-Autor, bricht eine Lanze für die unschuldig Verurteilten und verdammt diejenigen, welche die Schuld daran tragen, dass Schuldige der gerechten Strafe entgingen. Sein neues Buch, betitelt „Im Namen des Irrtums“ und dem Untertitel „Fehlurteile in Mordprozessen“, führt in 13 Kapiteln in Juristenkreisen umstrittene Fälle auf, welche über die gesamte Erdkugel verteilt und mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit zurück reichen. 
Laut Verlagstext will der Autor „mit seinem Kompendium spektakulärer Justizirrtümer dazu beitragen, das Gefühl der Mitverantwortung eines jeden in Sachen Strafjustiz wach zu halten.“ Ein hehres Ziel; doch erreicht Hans-Dieter Otto dieses mit seinem Buch?
Es könnte sein, wenn bestimmte Faktoren eintreffen, die bisher evtl. noch nicht berücksichtigt wurden. Schütteln sie jetzt vielleicht den Kopf und fragen sich: „Was soll das denn jetzt?“


Wenn sie die gleiche Skepsis während der Lektüre des Sachbuches aufbringen, könnte es unter Umständen sein, dass sie zukünftig die Justiz in einem anderen Licht sehen – muss aber nicht zwangsläufig so sein. Denn Hans-Dieter Otto revidiert keines der gefällten Urteile, sondern beschränkt sich unter Anwendung vorsichtigster Ausdrucksweise weitestgehend darauf, zu vermuten, was geschehen wäre, wenn man seiner Meinung nach relevanten Daten und Fakten bei der Urteilsfindung berücksichtigt hätte.

Schubladen 

Man kann die vorgelegten Fälle grob in zwei Kategorien einteilen. In die erste Rubrik fallen diejenigen Fälle, die mittels Wiederaufnahmeverfahren in der Neuzeit anders entschieden wurden, als es die Richter „damals“ getan haben. Hier fällt die Argumentation leicht, da diese ja bereits gefällt wurde.
Die zweite Rubrik betrifft die Fälle, in denen die Urteile nicht revidiert wurden und hier ist die Beweisführung schon schwieriger und subjektiver. Der Autor war bei keinem der Fälle involviert und trifft seine Entscheidung am grünen Tisch. Der juristisch unbeleckte Leser hat nun das Problem, die Argumentation des ausgebildeten Juristen nachzuvollziehen, welche sich in darüber hinaus auch noch von Fall zu Fall wiederspricht.
Beispielsweise führt er im Fall der Eliza Fenning (1815) an, dass die Verurteilung erfolgte, obwohl als Schuldbeweis für eine tatsächlich vorgenommene Arsenvergiftung „nur die flüchtige Untersuchung eines Doktors“ herangezogen wurde und es sich auch um eine Lebensmittelvergiftung gehandelt haben könnte. Miss Fenning wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Im Fall von Dr. Johann Sandner (1875) wird dieser beschuldigt, seine Frau mit Strychnin vergiftet zu haben. Hier wird von Professor Dr. Buchner ein Gutachten erstellt, in dem er erklärt, dass trotz chemischer Analysen keine Giftspuren nachgewiesen werden konnte. Der Angeklagte wird freigesprochen. Hier argumentiert der Autor, dass das erstellte Gutachten nicht als Grundlage für den Freispruch herangezogen werden kann und „ so ist in diesem Freispruch, zumindest aus heutiger Sicht, ein Fehlurteil zu sehen.“

Suggestion statt Systematik 

Des weiteren steht dem Buch kein Vorwort voran, aus dem zu entnehmen wäre, welche Methodik zugrunde liegt. Im Anhang findet sich zwar ein umfangreiches Quellenverzeichnis, doch fehlt in den einzelnen Fallbeschreibungen der Hinweis darauf, wo der interessierte Leser weitere Details konkret zu diesem Fall nachlesen kann. Außerdem muss sich der Laie durch eine ganze Reihe von Fremdwörtern lavieren, ohne dass ihm ein Glossar zur einfacheren Recherche zur Verfügung gestellt worden wäre.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die unterschiedliche Länge der Artikel sowie die teils erhebliche von einander abweichende Qualität bzw. Ausführlichkeit, in der Verfahrensfehler oder Beweisketten analysiert werden. Hier wäre es besser gewesen, sich auf weniger Fälle zu konzentrieren, diese dafür jedoch gründlicher und laiengerechter zu präsentieren. Überhaupt scheint es wichtig, den Stil des Buches näher zu betrachten, handelt es sich doch laut Autor um ein Werk, dass mündige Bürger aufrütteln soll. Somit erwartet man doch letztendlich einen sachlichen, doch unterhaltenden Schreibstil. Bedauerlicherweise befleißigt sich Hans-Dieter Otto eines eher reißerischen und voyeuristischen Stils, welcher an die Stilvorgaben einschlägig bekannter Fernsehserien erinnert und für die besprochenen juristischen Fehler keinerlei Relevanz haben. 

Was bleibt, ist ein flott geschriebenes, schnell konsumierbares Buch, welches die selbstgestellten Vorgaben jedoch bei weitem nicht erfüllt. Stattdessen werden Vorurteile bestätigt, Voyeurismus befriedigt und Vermutungen als unwiderlegbare Wahrheiten präsentiert. Es steht also zu erwarten, dass dieses Buch ein voller Verkaufsschlager wird.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Eine schockierende Darstellung des Justizversagens, eine erschütternde Sammlung von Fehlurteilen aus aller Welt und mehreren Jahrhunderten, die uns in packenden Reportagen eindringlich vor Augen führt: Jeder von uns kann Opfer eines Justizirrtums werden!

Strafurteile werden "im Namen des Volkes" verkündet, jedes Fehlurteil wird auch in unserem Namen gesprochen. Deshalb gehen sie uns alle an. Wir haben eine Mitverantwortung, der wir uns nicht entziehen können. Kein trockenes wissenschaftliches Fachbuch, sondern ein Lesebuch für jedermann, spannend erzählt wie ein Krimi, allerdings mit der traurigen Gewissheit, dass nichts davon erfunden ist.

"In spannenden Reportagen zieht er eine schockierende Bilanz."
Ostthüringer Zeitung



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Webmaster: Jan Rintelen, Zürich/Schweiz Kontakt: rezensionen.ch