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Murat Kurnaz, Helmut Kuhn - Fünf Jahre meines Lebens

Murat Kurnaz, Helmut Kuhn
Fünf Jahre meines Lebens


Der Audio Verlag, 2007
Anzahl CDs: 2
Laufzeit in Minuten 240
gekürzte Lesung
Sprecher: Paul Sonderegger

Hoerprobe 1 (ram, 0 MB)

Bestellen bei amazon.de

Ein erschütterndes Tondokument historischen Ausmaßes

Murat Kurnaz, Helmut Kuhn - Fünf Jahre meines Lebens

Vorbemerkung:

Der „Fall Kurnaz“ hat in weiten Teilen der Bevölkerung hohe Wellen geschlagen, hat diese fast gespalten. Die einen glauben vorbehaltlos jedes seiner Worte, die anderen legen jedes auf die Goldwaage und spalten Haare auf der Suche nach Widersprüchen. Wahllos aus dem riesigen Informationswust finden sie nachfolgend zwei Links: der eine führt zu Focus-Online, der zweite zu Die Zeit online. Beide Artikel wurden ungefähr zeitgleich publiziert (19. + 20.04.2007)

Wir versuchen, in unserer Rezension möglichst objektiv zu bleiben, hoffen, Kommentierungen vermieden zu haben. Statt dessen liegt unser Schwerpunkt bei der Rezeption stilistischer Feinheiten und der sprecherischen Leistung. Doch zu erst eine kurze Einführung in die Thematik des Hoerbuches/Buches.

Reise zu den Wurzeln seines Glaubens


Nach Aussage von Murat Kurnaz fing alles ganz harmlos an. Man schreibt das Jahr 2001. Damals war Kurnaz 19 Jahre alt, hatte gerade in der Türkei geheiratet. Wie viele Jugendliche seiner Generation ist er orientierungslos, auf der Suche nach Werten. Er beginnt sich dem islamischen Glauben zuzuwenden, besucht regelmäßig die Moschee. Dort bekommt er Kontakt zu der ursprünglich aus Pakistan stammenden Glaubensgemeinschaft der Tablighi Jamaat. Häufig schicken diese ihre Mitglieder zu Studien in dortige Koranschulen. Auch Murat Kurnaz möchte mehr über den Koran und seine Lehren erfahren. Er fliegt im Oktober 2001 nach Pakistan und wird dort im November 2001 bei einer Personenkontrolle festgenommen. Man stuft ihn als Terroristen ein und übergibt ihn den amerikanischen Streitkräften in Afghanistan. Von dort wird er im Januar 2002 in das auf Kuba gelegene Gefangenenlager Guantánamo verlegt.


Tiere vor der Käfigtür


Murat Kurnaz ist traurig. Das ist das dominierende Gefühl während der gesamten Lesung von Paul Sonderegger. Und dies ist keine Interpretation des Sprechers, sondern ergibt sich wie von selbst aus der Art, in welcher der Autor erzählt. Sie lesen richtig: erzählt - und nicht anklagt. Ohne Distanz, ohne Beschönigung, ohne Pathos, ohne Selbstmitleid. Wir erfahren von unmenschlichen Menschen, hilflosen Hilfsorganisationen, schonungslosen Soldaten. Aber auch Wächtern, welche sich nicht wie entfesselte Tiere benehmen. Doch auch wenn diese nicht mitprügeln; verhindern können sie nicht, dass man ihm als „potentiellem Terroristen“ eine spezielle Behandlungen zukommen lässt. Die Vielfalt der angewandten Foltermethoden übersteigt jedes Vorstellungsvermögen. Morbide Voyeure werden jedoch enttäuscht sein: auch hier findet man, obwohl sich dazu Gelegenheit genug böte, keine endlose Aneinanderreihung von Adjektiven. Schnörkellos, in kurzen, aber in ihrer Direktheit entsetzlich photoesken Sätzen eröffnet sich dem Hoerer eine visuelle Sicht auf Geschehnisse, welche man sonst nur aus dem Geschichtsunterricht, Hochglanzbildern in Politikmagazinen oder farbenfrohen TV-Reportagen aus dem Weit-Weit-Weg-Land kennt. Dem gegenüber stehen die Passagen, in denen er von seinen „Überlebensstrategien“ erzählt, sich trotz des immensem psychischen Drucks, den physischen Misshandlungen und Entbehrungen von Tag zu Tag durchzuschleppen. Paul Sonderegger erlaubt sich in seiner Lesung keinen Fehler, interpretiert nichts, bewahrt den Hoerer davor, sich manipuliert zu fühlen. Das auch der Autor diese Intension hat, merkt man besonders in den Passagen, in denen Glaube, Religion und/oder ethische Werte allgemein eine Rolle spielen. Murat Kurnaz ist kein Missionar des islamischen Glaubens, verteufelt nicht die Demokratie. Er spintisiert nicht über den Sinn des Lebens oder warum Allah ihm fünf Jahre seines Lebens nahm. Er erzählt nur, wie es in Guantánamo war.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Unschuldig in Guantanamo
Seine Geschichte hat Deutschland in den letzten Monaten bewegt wie kaum eine andere – und sie hat unser Grundvertrauen in den fürsorglichen Staat nachhaltig erschüttert. Fast fünf Jahre saß der Bremer Türke Murat Kurnaz im amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis Guantanamo – unschuldig.
Jetzt erzählt Kurnaz selbst, was er erleiden mußte – eine bewegende Hörbuchlesung
mit Paul Sonderegger.


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Webmaster: Jan Rintelen, Zürich/Schweiz Kontakt: rezensionen.ch