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Alfred Gulden - Die Leidinger Hochzeit

Alfred Gulden
Die Leidinger Hochzeit


Sonstige, 2002
Anzahl CDs: 6
Laufzeit in Minuten 283
ungekürzte Autorenlesung
Sprecher: Alfred Gulden

Hoerprobe 1 (mp3, 1.7 MB)

Bestellen bei amazon.de

Schnellsprechexperimente

Alfred Gulden - Die Leidinger Hochzeit

Alfred Gulden, 1944 geb. saarländischer Autor und Filmemacher, veröffentlichte bereits 1984 seinen Roman „Die Leidinger Hochzeit“. Dieses Kleinod deutscher Sprache, vielleicht anlässlich des 60. Geburtstags des Autors, ist jetzt als Hörbuch erhältlich. Alfred Gulden trägt sein Werk selber vor – und dies ist ein absolutes Hörvergnügen. Bereits als Printausgabe vermochte sein wortgewaltiges Buch zu faszinieren. Durch seine pointierte Lesung wird diese Wirkung gleichsam potenziert. Doch Achtung: Diese Hörausgabe muss man genießen wie ein Gourmet einen alten Wein: langsam und schluckweise. Trinkt man zu hastig, beraubt man sich selber des Genusses. So sollte jeder Hörer mehr als die auf der Hülle angegebenen ca. 5 Stunden Spielzeit einplanen, um jede Nuance des Vortrages auszukosten.

Erich Hautz, 30-jährig, weitgereisteter Journalist, verliebt sich bei seiner Rückkehr ins heimatliche Dorf Leidingen auf der deutsch-französischen Grenze in die 23-jährige Schaufensterdekorateurin Jeanne Beaumont, die seine Neigung erwidert und so heiraten sie. Heute ist ihr Freudentag, den sie gemeinsam mit Freunden und der Familie verbringen möchten.

Unter der Oberfläche des Festes brodeln jedoch zahlreiche Konflikte, sowohl zwischen den Eheleuten als auch in verschiedenen Konstellationen unter den zahlreichen Gästen. So sieht Jeanne in der Heirat mit Erich die Chance, Ihrem tristen Dorfleben zu entkommen. Sie will in die Großstadt, Karriere machen, es allen zeigen, sieht sich als die Grace Kelly des Dorfes. Erich hingegen ist froh, endlich wieder zu Hause angekommen zu sein. Er verarbeitet gerade die jüngste Vergangenheit des Dorfes in einer Artikelreihe und kommt damit seinem Vater, dem ehemaligen Dorflehrer, in die Quere. Dieser ist auch ein Bewahrer der Vergangenheit, allerdings setzt er andere Prioritäten als sein Sohn. Er sieht sich als Heimatforscher, geht jedoch mit der Vergangenheit sehr selektiv um. Wer möchte schon an die schlechten Zeiten, an das Übel erinnert werden? Auch er selber möchte nicht an seine Fehler erinnert werden. Erich sagt dazu nur: „Der selbe Geist, nur andere Kleidung“.

In seinem sprach-experimentellen Roman beschäftigt sich Gulden aber auch sozialkritisch mit dem Leben in einem kleinen Dorf „auf der deutsch-französischen“ Grenze vor dem Schengener Abkommen (der Roman spielt 1983). Selbst Personen wie die Haushälterin Cilla Rau, die seit über 20 Jahren im Dorf lebt, gelten immer noch als Fremde, werden von der Dorfgemeinschaft nur geduldet, sind nicht angekommen sondern nur angenommen.

Alfred Gulden ist, im wahrsten Sinne des Wortes, kein Freund von Punkt und/oder Komma in seinem Text. Dies erschwert die Lektüre, führt aber auch dazu, Neukompositionen zu entdecken, die dem Leser sonst entgangen wären.
Bei diesem Hörbuch jedoch, das übrigens ungekürzt vorliegt, entfällt die Notwendigkeit für den Hörer, diese Schwierigkeit selbst zu Umschiffen, aber trotzdem kommt er durch den pointierten Vortrag des Autors in den Genuss aller von Ihm beabsichtigten Verknüpfungen. Alfred Gulden, berühmt für seine Vortragsabende, stellt auch hier sein Licht nicht unter den Scheffel und passt Stimmlage, Tonhöhe, Lautstärke und manchmal atemberaubende Lesegeschwindigkeit den jeweiligen Ereignissen im Roman an – als es im Roman fast zu einer Kollision zweier PKW kommt, erfolgt die Lesung in einem derartigen Tempo, dass Dieter-Thomas Heck im Vergleich dazu als langsam zu bezeichnen wäre. Das Bemerkenswerteste jedoch ist, dass man jedes einzelne Wort versteht; nichts wird verschluckt oder verstümmelt – und die entsprechende Passage ist lang. Alleine der Hörgenuss, den diese Passage bereitet, rechtfertigt den Kauf dieses Hörbuches.

Rezensent: Wolfgang Haan







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