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Felicitas Hoppe - Paradiese, Übersee

Felicitas Hoppe
Paradiese, Übersee


Audiobuch Freiburg, 2003
Anzahl CDs: 4
Laufzeit in Minuten 292
gekürzte Autorenlesung
Sprecher: Felicitas Hoppe

Hoerprobe 1 (mp3, 1.6 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 1 MB)

Bestellen bei amazon.de

Arabische Erzählkunst aus Deutschen Landen

Felicitas Hoppe - Paradiese, Übersee

„Paradiese, Übersee“, so lautet der Titel von Felicitas Hoppes neuestem Roman. Ist schon der Titel rätselhaft und gibt Anlass zur Spekulation, so wird man vollends in das Verwirrspiel eingezogen, sobald man die ersten Zeilen des Romans liest:

„Am Vorabend des 22.12. betraten der Ritter und der Pauschalist das Festland von der Nordseite her“.

Einige Zeilen weiter spricht der Pauschalist in sein Diktiergerät: „Dr. Stoliczka wäre das nicht passiert. Dr. Stoliczka hätte sich mit Sicherheit, 2 Tage vor Weihnachten, nicht auf den Bahnhof von Kalkutta verirrt…“

Innerhalb kürzester Zeit zwei sich widersprechende Zeitangaben. Welche ist korrekt? Und: in welchem Jahr treffen die beiden auf dem indischen Kontinent ein? Die letzte Frage wird im gesamten Roman nicht beantwortet und kann nur an Hand von Indizien bestimmt werden. So erzählt der Pauschalist, dass man die Reise nicht per Flugzeug vornehmen kann, weil sich Dr. Stoliczka weigert zu fliegen. Nicht erklärt wird, warum man auf die gleichen Reisevehikel angewiesen ist, wie Dr. Stoliczka. Handelt es sich hier um eine Buße, auf der bestimmte Regeln einzuhalten sind? Und: Wer ist Dr. Stoliczka und warum befinden sich die Beiden auf einer Reise quer über alle Kontinente, um ihn zu treffen?Felicitas Hoppe vermischt virtuos und mit großer erzählerischer Kraft verschiedenste literarische Genres auf eigentümliche Art. Anklänge an das Nibelungenlied, die Arthussage, Don Quijote, Parzival fallen sofort ins Auge. Andere Anspielungen sind da schon subtiler Versteckt und bedürfen des Knobelns, bis sich die Erkenntnis einstellt.

Jede der auftretenden Protagonisten hat seine literarischen Vorbilder. So erscheint Dr. Stoliczka als ein Fernidol, dem alles Mögliche angedichtet wird angefangen bei seinem Aussehen, dass jeder der Befragten anders schildert, bis zum Verhalten in bestimmten Situationen. Dabei hat keiner der Beiden jemals Dr. Stoliczka getroffen, da er, sobald der vereinbarte Treffpunkt erreicht wird, bereits abgereist ist mit dem Hinweis, wo und wann er zu finden ist.

Das Reiseziel bleibt jedoch eigentümlich unklar. Die Reise jedoch wird von Felicitas Hoppe so phantasievoll und variantenreich geschildert, dass Sie uns ständig mit Ihrem für die heutige Zeit ungewöhnlichen, aber bezaubernden Stil fasziniert. Weder der so häufig in der Gegenwartsliteratur vorkommende Realismus noch autobiographische Bezüge wird man in dieser Perle der neueren deutschen Literatur finden. Die Geschichte ist voller Überraschungen und Wendungen, springt von Kontinent zu Kontinent, von Gegenwart in Vergangenheit. In der einen Sekunden haben wir teil an den Gedanken des Ritters, nur um im nächsten Halbsatz dem Gespräch des Pauschalisten mit seinem Alter Ego, dem Diktiergerät, zu lauschen. Und dies alles, ohne den Leser zu verwirren sondern ganz im Gegenteil wir hier Unterhaltung auf hohem Niveau geboten.

Egal ob witzig oder traurig, melancholisch oder manisch, Felicitas Hoppe meistert alle diese Situationen bravourös und weiß auf intelligente Weise ausgezeichnet zu unterhalten.
Es gelingt Ihr, auch als Sprecherin, dieses hohe Niveau zu halten und den Vortrag Ihres Textes zu einem Hörgenuss werden zu lassen. Ihre helle, klare Stimme passt sich hervor ragend den jeweiligen Orten, Geschehnissen und Protagonisten an. So klingt der Pauschalist eher ironisch, schneidend während der Ritter einen Ton dunkler, langsamer und bedächtiger klingt. Während der Verfolgung eines Zoo-Wärters gewinnt das Lesetempo an Geschwindigkeit und wird danach wieder ruhig, ja melancholisch, wenn der Ritter über Dr. Stolitzka nachdenkt. Diese Tempo-Wechsel finden blitzschnell statt und halten den Hörer, und dies ist wörtlich zu nehmen, in Atem, gönnen ihm aber auch die erforderlichen Pausen, um den Text wirken zu lassen.

Das Hörbuch besteht aus 4 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 292 Minuten. Jede CD ist in viele kleine Tracks unterteilt, die zum Verweilen, Nachdenken und Reflektieren des Gehörten einladen ja sogar dazu, nochmals einen Track zurück zu gehen, um sich nochmals dem Genuss des Vortrages hinzugeben. Außerdem enthält die CD noch eine aufklappbare Karte, auf der die Reise nachvollzogen werden kann sowie auf der Rückseite derselben ein Glossar zum Text. Weiterführende Informationen zum Text und zur Autorin finden sich dann auf der Rückseite der CD-Hülle.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Unterwegs durch Zeiten und Kontinente. Eine phantastische Reise mit ritterlicher Begleitung.

„Drei Schritte nach vorn, zwei wieder zurück“: so bewegt sich die Echternacher Springprozession, und so führt uns auch Felicitas Hoppe von einem Luxemburgischen Heiligtum zum anderen. Die innerste der untereinander kunstvoll verwobenen Geschichten spielt zwischen dem Zweiundzwanzigsten Zwölften und dem Dreikönigstag in der Gegend von Knaphoscheid und Wilwerwiltz, dann aber führt uns die Jagd zu Pferd - auf einem anderen Tableau - auf die Spur der seltenen Berbiolette „in den indischen Abend“, in undurchdringliches Unterholz. Felicitas Hoppe liebt Lautmalereien und diese Freude am Klang der Sprache und an ihren Bildern schwingt lebendig in ihrer Stimme. So entfaltet sich ihr Text gänzlich erst durch die gesprochene Sprache, denn die Autorin nimmt uns mit auf eine etappenreiche Erzählreise, verbindet Anekdoten, Sagen und Abenteuer aus verschiedenen Zeiten und Räumen unmerklich mit dem Wirklichen, dem Gegenwärtigen und dem Erinnerten. Wir lauschen und bestaunen die Wunder, die sich „auf der Strasse zwischen Straßburg und Kalkutta“ ereignen, und wenn unterwegs trotzdem etwas verloren geht, „ist es der Feigheit geschuldet und nicht mangelnder Erinnerung“. Der Ritter und der Pauschalist, der Kleine Baedeker und der Doktor: all ihre ereignis- und auch entbehrungsreichen Reisen in der Ferne führen schließlich zurück zu den Wurzeln, zu ihnen selbst. Felicitas Hoppe ist eine große Erzählerin. Sie entwirft fabelhafte Landschaften. Ihr Erzählen macht hungrig. Hoffentlich erzählt sie uns bald wieder neue Geschichten. Den CDs liegt eine Landkarte der kaum glaubhaften und doch wirklichen Orte bei. Außerdem wurde ein Glossar erstellt, welches Begriffe wie „Berbiolette“ und mehr erhellt.

Das Buch erscheint zeitgleich im Rowohlt Verlag.

Ein Abenteuer des Erzählens. Die Welt zu „Pigafetta“ Nichts ist gewiß bei Felicitas Hoppe als die Schönheit der Sprache. Die Weltwoche


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