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 - Die Jakobsleiter

Die Jakobsleiter


Audiobuch Freiburg, 2006
Anzahl CDs: 6
Laufzeit in Minuten 420
gekürzte Lesung
Sprecher: Frank Arnold

Hoerprobe 1 (mp3, 1.3 MB)

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Ein Tag vor dem Herrn ist wie 1000 Jahre

Die Jakobsleiter

„Job erhängte sich während des Gottesdienstes. Er brauchte sich nicht zu beeilen. Ein Gottesdienst seines Vaters dauerte mindestens zwei Stunden.“ Dieser eine Satz vereint alle Themen des Romans „Die Jakobsleiter“ von Maarten t’ Hart: Tod, Schuld, Sühne, Religion. Denn Job begeht Selbstmord, weil er seine Schwester Hendrikje bei der Arbeit als Prostituierte beobachtet hat. Damit glaubt er sein inzestuöses Verhalten zu ihr sühnen zu können, die einst wegen des sexuellen Missbrauchs des Bruders von zu Hause floh.
Der Ich-Erzähler Adriaan gibt sich jedoch die Schuld an Jobs Tod, da er ihm erzählt hat, wo und als was seine verschwundene Schwester arbeitet.
Dies ist nicht der einzige Todesfall im Roman, an dem sich Adriaan die Schuld gibt. Während eines Besuches der Insel Rozenburg kommt im Heimatort ein Junge zu Tode. Auf Grund eines Missverständnisses wird der Tote für Adriaan gehalten. Als er abends wohlbehalten nach Hause kommt und von dem toten Jungen erfährt, glaubt er, dass dieser an seiner Stelle gestorben ist und dass er jetzt für dieses Opfer büßen muss.

In der Folge sucht er Kontakt zu der Familie des Toten namens Jan Ruygveen. Er versagt sich jedwedes Vergnügen, arbeitet die nächsten Jahre hart in der Schule, trifft sich nicht mit Mädchen und wird durch sein gesamtes Verhalten zum Außenseiter. Dies bleibt er auch während seiner Arbeit in einer Messer-Schleiferei und als Matrose. Nach der Rückkehr von der langen Seefahrt wird er am Hafen von seinen Eltern empfangen, die inmitten einer großen Menschenmenge stehen. Hier schließt sich dann der Kreis der chronologischen Erzählung: als er vor über 10 Jahren nach Rozenburg radelte, stand eine ähnlich große Menschenmenge am Kai und „begrüßte“ den Körper des toten Jungen.

Scheinheiligkeit, Bibelgläubigkeit, Bigotterie sind weitere Themen des Romans. Nach Außen leben viele der im Buch handelnden Personen gottgefällig. Doch sobald „keiner hin sieht“, herrscht Lug und Trug. Beispielsweise dürfen die Söhne der ultra-konservativen Familie Ruygveen kein Schach spielen, weil „Schach nicht in der Bibel vorkommt!“ Doch sie hintergehen ihren Vater, in dem sie Blind-Schach, also Schach nur im Kopf ohne reales Spielbrett und Figuren, spielen. Oder Anton rechtfertigt den sexuellen Missbrauch seiner Schwester so: „Gott hat vor Ewigkeiten bestimmt, ob man auserwählt ist oder nicht. Seinen Entschluss kann man nicht ändern. Wenn man also auserwählt ist, kann man sich Blödvögeln, und kommt dennoch in den Himmel.“

Die Lesung durch Frank Arnold trägt diesem ironischen Unterton Rechnung. Maarten ´t Hart hat in seinem Roman keine Kunstbilder geschaffen, sondern seine Charaktere bleiben menschlich und glaubwürdig. Es gibt Personen, die sich während der Geschichte weiterentwickeln wie Adriaan oder die nur als weiser Ratgeber im Hintergrund fungieren wie sein Großvater. Oder jene, die sich mit ihrem Verhalten durch das Leben schlängeln und mit diesem Weg zufrieden sind und nicht einsehen, sich zu ändern. All diesen Facetten wird die Lesung gerecht. Frank Arnold hat in seiner Stimme das nötige Pathos, die erforderliche Verschlagenheit, die verzweifelte Hoffnung auf Erlösung durch Buße oder die Naivität von Kindern, um all diesen Personen Leben und auch Sympathie zu verleihen.

Fazit: Ironische, detaillierte und lebhafte Schilderung einer Jugend, deren Tragik auf einem Missverständnis beruht. Frank Arnolds Lesung verurteilt oder verteufelt niemanden, sondern fügt der Geschichte die versteckt innewohnende Menschlichkeit hinzu.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Adriaan Vroklage soll auf die Insel Rozenburg fahren, um bei Verwandten Lebensmittel zu holen. Als er spät nach Hause zurückkehrt, findet er seine Eltern verzweifelt vor. Sie haben ihn für tot gehalten, denn im Hafenbecken wurde die von Schiffsschrauben zerstückelte Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Irgendjemand hatte Adriaan zuvor dort in der Nähe gesehen. Von nun an dreht sich Adriaans Leben um Schuld, Sühne, Verdammnis und Erlösung, da der Junge glaubt, zu Unrecht zu leben. Er will die Familie des Toten kennenlernen.
Dieses Maarten ’t Hart so wichtige Buch, 1986 in den Niederlanden publiziert, erscheint nun endlich auch auf Deutsch.


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