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T. Cooper - Lipshitz

T. Cooper
Lipshitz


marebuchverlag, 2006
Gebunden
460 Seiten
Übersetzer: Brigitte Jakobeit


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Will the real Slim Lindy please stand up

T. Cooper - Lipshitz

1907: Nachdem sich Hersch Lipshitz „sechzehn Tage fast pausenlos übergeben hat“, taumelt er gemeinsam mit Frau Esther und seinen vier Kindern Miriam, Ruben, Schmuel und Ben die Gangway hinunter, betritt den Boden Amerikas. Wie ein einziges, vielbeiniges Lebewesen schieben sich hunderte Emigranten in Richtung ärztlicher Untersuchung.
Da geschieht das Unfassbare, der Alptraum jeder Eltern; Esther stolpert, lässt für eine Sekunde Rubens Hand los – und dieser verschwindet spurlos. Traumatisiert von der langen Überfahrt überfordert sie dieses Unglück völlig. Einerseits versucht sie sich, bei den teilnahmslosen Wachmännern Gehör zu verschaffen; doch diese sind völlig gleichgültig und befördern sie wie alle anderen in einen Warteraum. Hier vergisst sie für fast 10 Stunden, dass sie überhaupt ein viertes Kind hat. Als sie dies realisiert, ist sie von sich selber entsetzt, hält sich für die schlimmste Mutter der Welt – und ist doch froh, dass sie ihre Sorgen eine zeitlang vergessen konnte. Diese Ambivalenz wird sie ihr ganzes Leben lang begleiten und letztendlich dazu führen, dass sie sich in Wahnvorstellungen flüchtet. Doch zunächst hat Rubens Verschwinden handfeste Konsequenzen: statt zu ihrem geliebten Bruder Avi nach Texas reisen zu können, müssen sie und ihre Familie unter fast menschenunwürdigen Verhältnissen bei einer entfernten Verwandten hausen. Fast 5 Jahre wird es dauern, bis sie diesem nachreisen. Ben bleibt in New York und wird einmal wöchentlich die jüdische Hilfsorganisation aufsuchen, falls es doch noch einen Hinweis auf den Verbleib von Ruben geben sollte.

Zwei wütende Blondies



Der Roman ist sowohl stilistisch als auch die Epoche betreffend zwei geteilt: der erste Teil erzählt überwiegend vom Leben Esthers. Der Erzählstil erinnert an Harper Lee oder Truman Capote und erfolgt aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers. 1942 endet dann diese Episode mit einem Zeitungsausschnitt und dem Tod Esthers. Der zweite Teil beginnt im Jahr 2002 und knüpft stilistisch an das Ende des ersten Teils an: aus dem Faksimile eines Zeitungsberichtes erfahren wir über den Tod eines Ehepaars. Dann wechselt die Erzählperspektive in die Ich-Form; die Erzählerin ist T Cooper, die letzte des Geschlechts derer von Lipshitz. Ähnlich radikal ist die Änderung des Schreibstils: cool, überheblich, wütend, in der Attitüde an das medienwirksame Gedisse eines Rapstars erinnernd, rotzt T Cooper dem Leser eine Punchline nach der anderen entgegen. Dabei übertreibt sie absichtlich so, dass aus der gespielten Coolness eine hervorragend gelungene Persiflage auf die vorgeblich so andere Jugendbewegung wird. Der rote Faden, der beide Teile verbindet, sind die Obsessionen der Protagonistinnen: Esther ist besessen von dem blonden Lindbergh, T Cooper von dem einzigen weißen, und natürlich blonden, Rapper Eminem, auch bekannt unter Marshall Mathers oder Slim Shady. Ihre Identifikation geht soweit, dass sie sich den Künstlernamen „The Real Slim Lindy“ zulegt.

Durch die Parallelen beider Geschichten liest sich der Roman trotz aller unterschiedlichen Stile und Blickwinkel wie aus einem Guss. Freunde von Stewart O’Nan, Colum McCann oder Truman Capote und Harper Lee kommen sicherlich auf ihre Kosten. Ambitionierte Rapper mit linguistischen Ansprüchen können aus dem zweiten Teil lernen, wie man Anspruch mit klassischen Punchlines und zynischem Dissen mixt und man endlich von diesem anödendem „Mein Block – Dein Block – Biach Shit“ wegkommt.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

«Walk, talk and act like me»
Eminem

«Ist das alles wahr?»
The New York Times über Lipshitz

«Nicht ein Fitzel ist wahr, auch wenn einige Vorfälle stimmen, und andere auch, obwohl ich
sie erfunden habe.»
T Cooper

1907: Als in Russland Pogrome ausbrechen, entkommt Familie Lipshitz nur mit knapper Not. Vater Hersch und Mutter Esther wandern mit ihren vier Kindern nach Amerika aus. Doch als sie endlich Ellis Island erreichen, ist Ruben, der jüngste Sohn, verschwunden. Esther hofft, den kleinen Blondschopf im Meer der dunkelhaarigen Einwanderer schnell zu finden. Doch Ruben taucht nicht wieder auf.
1927, über zwanzig Jahre später, liest Esther in der Zeitung von dem jungen
Charles Lindbergh, der gerade mit der Spirit of St. Louis als erster Mensch nonstop den Atlantik überflogen hat. Auf der Titelseite prangt sein Foto: blond, blauäugig, 25 Jahre alt. Es trifft Esther wie ein Blitz. Für sie ist jeder Zweifel ausgeschlossen: Lindbergh ist ihr verlorener Sohn.
2002: T Cooper, letzter Spross der Lipshitz, heizt in New York auf Bar-Mizwas den kreischenden Kids als Eminem-Double ein. Als Ts Eltern bei einem Autounfall umkommen, kauft sich T einen Modellbausatz der Spirit of St. Louis und beginnt, Stück für Stück Lindberghs Flugzeug zusammenzusetzen – fest entschlossen, in eine Familienchronik voller Fragezeichen endlich eine verdammte Antwort einzutragen.


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