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Holly Black - Die Spiderwick Geheimnisse

Holly Black
Die Spiderwick Geheimnisse
Band 1 - 5

Random House Audio, 2000
Anzahl CDs: jeweils 1 pro Band
Laufzeit in Minuten jeweils 75
gekürzte Lesung

Lesealter: bis 12

Sprecher: Martin Baltscheit
Illustrator: Tony DiTerlizzi

Leseprobe 1 (pdf, 0.5 MB)
Leseprobe 2 (pdf, 0 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 1.9 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 2 MB)
Hoerprobe 3 (mp3, 2 MB)
Hoerprobe 4 (mp3, 2 MB)

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Fataler Fehler

Holly Black - Die Spiderwick Geheimnisse

Jared Grace ist stinksauer auf seine Mutter und seine Geschwister: immer, wenn etwas schief geht, wird ihm die Schuld zugeschoben; egal, was er zu seiner Verteidigung vorbringt, niemand glaubt ihm. Dabei kann er doch nichts dafür, dass sich seine Eltern scheiden ließen und sie von New York in das leerstehende Haus von Großtante Lucinda umziehen mussten – die übrigens seit Jahren in einer Nervenheilanstalt sitzt, weil sie Elfen und Geister sehen kann. Dabei begann der Aufenthalt der 9-jährigen Zwillingsbrüder Jared und Simon sowie ihrer 13-jährigen Schwester Mallory im geheimnisvoll verwinkelten alten Herrenhaus durchaus viel versprechend. Bei einem ihrer Streifzüge entdecken die drei einen alten Speisenaufzug. Der hitzköpfige Jared lässt sich mit diesem nach oben ziehen und entdeckt eine Geheimkammer voller Bücher, in dem ein Schreibtisch steht. Auf der Tischplatte liegt ein Blatt mit einem Rätsel. Die Lösung dieses Rätsels führt ihn auf den baufälligen Dachboden und zu einer alten Truhe. Dort findet er ein Buch mit dem merkwürdigen Titel „Arthur Spiderwicks Handbuch für die phantastische Welt um dich herum“.
Fatalerweise begehen die drei Geschwister dann jedoch zwei entscheidende Fehler: zum einen zerstören sie unbewusst die Wohnung des äußerst nachtragenden Wichtelmännchen Thimbletack und schlagen dann auch noch dessen Warnung in den Wind, sich sofort des Buches zu entledigen.

Klassischer Aufbau


Holly Black folgt beim stückweisen Aufbau der Charaktere altbewährten Mustern. Jedes der drei Kinder repräsentiert ein Verhaltensmuster: Jared ist heißblütig, sturköpfig und draufgängerisch; sein Zwillingsbruder Simon ist bedächtig, sanft, ängstlich und hat die besondere Gabe, selbst wildeste Tiere zähmen zu können; Mallory ist die pubertierende, rationelle, kühl kalkulierende Schwester, die sich von ihren jüngeren Geschwistern darüber belehren lassen muss, dass Sagengestalten Realität sind. Allen gemeinsam ist, dass sie bei Problemen keine Erwachsenen einschalten, sondern, je nach ihren speziellen Temperamenten, zur Lösung der Aufgaben beitragen. Die Phantaiewelt beginnt ganz harmlos mit einem Wichtelmännchen, steigert sich dann über böse Kobolde bis zu gemeinen Zwergen und Sumpfmonstern. Da gibt es Irrgras, Einhörner, geheimnisvolle Orakelsprüche, Rätsel und vieles mehr, was für ältere Leser oder Harry-Potter-gestählte Kinobesucher etwas altbacken oder kindlich simpel erscheinen mag; Doch dürfte genau dies die Intension des Autoren/Illustratorenduos gewesen sein. Denn bisher gab es keine Phantasieserie, die Erstklässler in die Vielfalt der Mythengestalten einzuführte, ja sogar zu verzaubern vermochte und zu begeistern vermag. Allenfalls Feen, Elfen oder Prinzessinen findet man bisher in der zeitgenössischen Kinderliteratur. "Die Spiderwick Geheimnisse" nehmen damit eine Ausnahmestellung ein und man kann, ausnahmsweise, einmal darauf hoffen, dass sich der eine oder andere Autor, nach dem Vorbild der mittlerweile unüberschaubaren Zahl Harry-Potter-Klone, diese Reihe als Ansporn nimmt, eine eigenständige, auch kindgerechte Phantasiereihe zu initiieren. 

Quereinsteigen ist bei dieser Reihe nicht möglich. Die Geschichten bauen auf einander auf; in jedem Band werden Hinweise gegeben oder tauchen Personen auf, die in späteren Bänden von Relevanz sind. Wiederholungen der Ereignisse aus vorhergehenden Teilen erfolgen so gut wie garnicht.


Ein engagierter Sprecher, atmosphärische Effekte und gruselige Musik


Im Hörbuch-Bereich wird wenig mit Musik- oder Soundeffekten gearbeitet. Dies überlässt man den Hörspielen, szenischen Lesungen mit Musik oder, gerade bei Hörbüchern für kleinere Kinder, kurzen Geschichten, welche sich mit von Kinderchören gesungenen Liedern abwechseln. Experimente wie die neueren Auflagen der Werke von H. P. Lovecraft mit dem grandiosen Score des „Orchester der Schatten“, erschienen bei Lido, sind die Ausnahme. Eine weitere Ausnahme legt jetzt Random House Audio mit der Umsetzung der 5-teiligen Spiderwick-Geheimnisse vor. Hier zieht man das volle Register des Möglichen: herrlich auf- und abschwellende Musik, die an Horrorklassiker wie Ed Woods „Plan 9 from Outer Space“ erinnert; hochwertige Soundeffetke wie unheimlich heulender Wind, peitschende Äste, Schrittgeräusche, Waffengeklirr. 

Doch wie hoch auch der technische Aufwand sein mag, so steht und fällt ein Hörbuch immer noch mit dem Sprecher, in diesem Fall Martin Baltscheit. Dieser meistert die Herausforderung mit Bravour. Er flucht und verflucht, lacht hämisch oder wie irre, entschuldigt sich zögerlich, quietscht grunzt kreischt flüstert – mal wie ein Zwerg, ein Kobold, ein Wichtelmännchen oder, wen wundert’s, ein Mensch; hier natürlich in den verschiedenen Inkarnationen, begonnen bei den neunjährigen Zwillingen bis hin zur uralten, schrulligen Tante Lucinda. Natürlich legt er besonderen Wert auf die Geschwister. Hier wird die Kunst der feinen Zwischentöne von ihm besonders subtil, unterschwellig und, im positivsten Sinne, manipulativ eingesetzt. Um nicht zu viel zu verraten: natürlich überrascht uns die Autorin mit Situationen, in denen die Kinder vermeintlich völlig gegen ihre "Natur" handeln. In diesen Augenblicken verändert auch Martin Baltscheit den "gewohnten" Tonfall dergestalt, dass der Hörer das Gefühl hat, eine bisher unbekannte Seite an dem Charakter kennen zu lernen, von dem die betreffende Person bisher selber nicht wußte, dass sie über diese Fähigkeit verfügt. Beispielsweise ist es nicht der "Tierbändiger" Simon, dem ein Einhor erlaubt, es zu streicheln; oder ist es nicht Jared, der einen tollkühnen Plan ausheckt, ja sogar Gewalt einsetzt, um seine Geschwister aus einer prekären Situation zu befreien. In den Passagen, in denen er als reiner Erzähler fungiert, bleibt er eng der Textvorlage verbunden und bereitet so gekonnt den Weg für spannende, traurige, verzweifelte, lustige oder dramatische Ereignisse vor. 

Fazit: Hervorragend gelungene Umsetzung einer phantastischen Buchvorlage, erschienen beim neugegründeten Verlag Audionauten, zugehörig Random House Audio. Endlich gibt es auch für die Erstleser eine adäquate Phantasiewelt. Hier werden die Grundschüler weder mit überkomplexen Figuren, grausamen Handlungen oder (allzu) gruseligen Bösewichten überfordert. Durch die drei Figuren ergeben sich mannigfaltige Identifikationsmöglichkeiten. Das Resultat der sprecherische Wandlungsfähigkeit von Martin Baltscheit in Verbindung mit den hochwertigen Soundeffekten und der herrlich gruseligen Musik erzeugt Hörlust pur und wird, hoffentlich, andere Verlage, gerade im Genre der Phantasie- und Horrorbücher, zur Nachahmung inspirieren.
Doppelfazit: In Zeiten von PISA soll es vorkommen, dass so genannte pädagogisch-wertvolle Literatur derjenigen vorgezogen wird, die „nur“ einen Heidenspaß macht. Dieses Kriterium wird von „Die Spiderwick-Geheimnisse“ spielend erfüllt. Zum einen regen diese Geschichten immens die Phantasie der Kinder an; zweitens lernen die Kinder auf spielerische Weise, dass man Probleme auch lösen kann, ohne dass einem besserwisserische und/oder dominante Eltern ständig reinreden.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Irgendwie spukig ist das verwinkelte viktorianische Haus, in das die Zwillinge Jared und Simon mit ihrer Schwester Mallory einziehen. Merkwürdige Dinge geschehen, kleine Bosheiten, die allesamt Jared in die Schuhe geschoben werden. Doch ausnahmsweise ist es nicht Jared, der seiner Schwester im Schlaf die Haare am Bett festknotet und Simons Kaulquappen im Eisfach schockgefriert. Das Haus birgt ein Geheimnis! Versteckte Aufzüge gibt es dort, eine geheime Bibliothek – und ein altes, abgegriffenes Buch, das von magischen Wesen und ihrem Treiben berichtet. Die Geschwister ahnen: In diesem Haus sind sie nicht allein …


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