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Anne Holt - Was niemals geschah

Anne Holt
Was niemals geschah


Hörbuch Hamburg, 2006
Anzahl CDs: 6
Laufzeit in Minuten 450
gekürzte Lesung
Sprecher: Andrea Sawatzki

Hoerprobe 1 (mp3, 0.5 MB)

Bestellen bei amazon.de

Der fleischgewordene Albtraum

Anne Holt - Was niemals geschah

Das schlimmste, was einem Ermittler passieren kann, ist ein völlig eiskalter Mörder, der seine Opfer willkürlich aussucht, ohne jede Verbindung zwischen diesen. Einer, der die klassischen Kriterien der Profiler nicht erfüllt. Einer, der den Statistiken wiederspricht. Einer, wie es einmal einen in den USA gab – und vielleicht jetzt in Norwegen.

Anne Holts neuester Roman „Was niemals geschah“ eröffnet seinen blutigen Reigen mit dem Mord an der bekannten Talkmasterin Fiona Helle. Ihr wurde bei lebendigem Leib die Zunge heraus geschnitten, gespalten und dann fein säuberlich in eine kunstvolle, wie ein Origami gefaltete Papiertüte auf den Schminktisch gelegt.

Sympathisches Ermittlerduo im Elternstress

Dies ist der zweite Fall des Ermittlerduos Yngvar und Inger Johanne. Bei der Zusammensetzung des Teams hat sich Anne Holt eine etwas anders gelagerte Konstellation als ihre Kollegen ausgedacht: Inger Johanne ist im Mutterschutzurlaub und will sich nur noch um ihre kleine Tochter und deren älterer Schwester kümmern. Doch Yngvar kommt im Fall nicht weiter und er überredet seine Frau, sich doch wenigstens einmal die Akten anzuschauen. Unwillig willigt Inger Johanne ein und verstrickt sich immer tiefer in emotionale Abgründe. Denn während ihrer Ausbildung beim FBI zur Profilerin gab es einen ähnlichen Fall, bei dem letztendlich der ermittelnde Beamte und seine ganze Familie getötet wurde.

Doch „Was niemals geschah“ ist nicht nur eine Tauchfahrt hinab in die tiefsten Schlünde der Hölle, sondern auch eine soziologische Studie. Anne Holt führt uns auf eindringliche Art vor Augen, wie Ruhmsucht, das Streben nach dem Rampenlicht, die Hatz nach den persönlichen „15 Minuten Ruhm“, unsere Gesellschaft und unsere moralisch-ethischen Grundsätze und Anschauungen verändert hat. Dabei rutscht sie nicht in Klischees oder Plattitüden ab, sondern arbeitet diese Kritik geschickt in den überaus spannenden und fesselnden Plot ein.
Besonders gelungen sind auch die Hochs und Tiefs der frisch gebackenen Eltern. Vieles daran wird Eltern bekannt vorkommen, auch wenn man nicht zwischen den Schreianfällen des Nachwuchses Mordakten und Obduktionsberichte studiert hat.

Sehr menschlich zeichnet sie auch die Eifersüchteleien zwischen den beiden: Inger wünscht sich mehr Mithilfe von Yngvar bei den häuslichen Arbeiten und auch mal eine kleine Auszeit. Yngvar benutzt seinen Polizeidienst dazu, sich vor seinen Aufgaben zu drücken. An ihm wiederum nagt die Frage, warum Inger vor Jahren überstürzt ihre Ausbildung beim FBI abgebrochen hat und sich bisher weigert, ihm ihr Gründe dafür zu nennen – er vermutet einen Zusammenhang mit dem gutaussehenden Ausbilder, der bis heute Inger als seine beste Schülerin bezeichnet. Diese ganzen Spannungen und das Geflecht zwischen Ansprüchen der Familie, Forderungen des Arbeitgebers, gemeinsamen Ermittlungen und Streitigkeiten wegen Lappalien machen diesen Roman zu einer Ausnahmeerscheinung im Genre der Psychothriller. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Thrillern werden hier persönliche Probleme und Affinitäten nicht herangezogen, um miesgelaunte, klassikhörende, verkrachte Existenzen zu entschuldigen, die in jedem geregelten Polizeidienst längst ein Disziplinarverfahren am Hals hätten. Die Kunst, diese ganzen Komponenten zu einem homogenen und schlüssigen Ganzen zusammenzufügen, beherrscht Anne Holt auf einzig artige Weise. Dies führt dazu, dass „Was niemals geschah“ ein atemberaubend spannender Thriller ist. Das I-Tüpfelchen ist dann noch das sympathische Ermittlerduo Yngvar und Inger Johanne.

Tatort Kommissarin Andrea Sawatzki trifft mir ihrer weichen Stimme genau den Ton der genervten, überforderten Mutter. Dabei schwankt sie zwischen Hilflosigkeit, Wut auf ihren Mann, nur um kurz danach eiskalt und knallhart Obduktionsbilder zu analysieren um den Modus Operandi des Täters heraus zu finden. Auch die Stimmungen Yngvars arbeitet sie, mit veränderter Tonlage, präzise heraus. Sein Enthusiasmus bei der kleinsten Spur, seine Ratlosigkeit, wenn diese sich in Nebel auflöst, seine Liebe für seine Familie – jede dieser großen Emotionen, und vieler weitere Zwischentöne, werden unverkennbar abgebildet. Durch diesen textnahen Vortrag vertieft sie die Spannung des Hörbuches immens und trägt dazu bei, dass der Hörer keine auch noch so kleine Nuance des Thrillers versäumt.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Tatort Kommissarin Andrea Sawatzki liest den neuen Bestseller der ehemaligen norwegischen Justizministerin Anne Holt.

Was niemals geschah erzählt davon, was Ruhmsucht und die allgegenwärtige Gier nach öffentlicher Aufmerksamkeit aus uns machen. Es sind die Abgründe menschlicher Eitelkeiten, in die uns Anne Holt in ihrem bislang packendsten und subtilsten Kriminalroman schauen läßt. Kommissar Yngvar Stubø hat alle Hände voll zu tun: Er ist im Vaterschaftsurlaub und muß sich um seine Frau Inger Johanne, seine Stieftochter und das Neugeborene kümmern. Die Familie ist ihm deshalb auch wichtiger, als ihn der Hilferuf aus seiner Dienststelle erreicht. Ein grausamer Ritualmord macht Stubøs Hilfe erforderlich: Das erste Opfer, die populäre Talkmasterin Fiona Helle, verblutet mit abgetrennter, gespaltener Zunge. Die Botschaft könnte nicht deutlicher sein: Fiona Helle war eine Lügnerin. Stubø aber entscheidet, daß seine kleine Tochter dringender ist als ein neuer Mordfall. Doch dann gibt es ein zweites Opfer. Diesmal ist es Vibeke Heinerback. Als Führerin einer rechtspopulistischen Partei feierte sie einen Erfolg nach dem anderen. Jetzt hängt Vibeke Heinerback gekreuzigt an ihrer Schlafzimmerwand, zwischen ihren Beinen eine Ausgabe des Korans. Fieberhaft beginnt Kommissar Yngvar Stubø zu ermitteln: aber fahndet er nach einem biblischen Rächer? Oder hat er es mit einem Nachahmungstäter zu tun, wie Inger Johanne glaubt. Sie fühlt sich an einen alten Fall erinnert – damals waren es fünf Morde ...


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