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Peter Steinbach - Die NS-Führung im Verhör

Peter Steinbach
Ulrich Lampen, Hans Burkhard Schlichting (Hrsg.)
Die NS-Führung im Verhör


Der Audio Verlag, 2006
Anzahl CDs: 8
Laufzeit in Minuten 440
Dokumentation
Sprecher: Klaus Barner, Martin Ruthenberg

Hoerprobe 1 (mp3, 1.2 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 0.2 MB)
Hoerprobe 3 (ram, 0 MB)

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Kaum ertragbar

Peter Steinbach - Die NS-Führung im Verhör

Die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse bedeuteten eine Zäsur in der Gerichtsbarkeit der Neuzeit. Erstmals standen Mitglieder eines Regimes vor Gericht, um sich für ihre Handlungen zu verantworten. Am 30.09. und 01.10.1946 wurden die Urteile gegen die Hauptangeklagten verkündet. Hermann Göring, einziger Überlebender der direkten Führungsriege, entzog sich durch Selbstmord seiner Verantwortung.

Am 01.10.2006 jährt sich dieser Tag zum 60. Mal. Viele der großen deutschen Medien nahmen dies zum Anlass, an diesen Tag zu erinnern. Und doch sind es nur Worte, wenn auch eindringliche; eine Meldung im Rahmen von vielen, die versucht, das Augenmerk der häufig durch die Massenware Nachricht überforderten Konsumenten auf genau dieses, für die deutsche Geschichte elementares Ereignis zu richten. Wider des Vergessen und für das Erinnern ist anlässlich dieses Datums ein acht CDs umfassendes Hörbuch erschienen, dass in seiner Art einmalig ist: jede CD besteht aus einem ca. einstündigen, ungeschnittenen Auszug aus den Verhören der überlebenden, hochrangigen Mitglieder des national-sozialistischen Regimes vor dem Nürnberger Tribunal.

Unparteilich



Um gleich vorweg dem Vorwurf der Parteilichkeit zu entgehen, werden die Einleitungen von Peter Steinbach gesprochen. Er ist einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftler für neuere und neueste Geschichte mit Professur in Karlsruhe. Außerdem ist er der wissenschaftliche Leiter der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ und der „Stiftung Topographie des Terrors“. Der gesamte Nürnberger Prozess wurde sowohl schriftlich als auch auf Tonband festgehalten. Ulrich Lampen hat für den Südwest- und den Mitteldeutschen Rundfunk die Sisyphus-Arbeit übernommen, aus dem schier unüberschaubaren Material prägnante Stellen herauszufiltern, die charakteristisch für die persönliche Einstellung, Verteidigungsstrategie und das Verantwortungsbewusstsein des einzelnen Angeklagten war.

Jede der acht CDs ist einem anderen Delinquenten vorbehalten. Dabei reichen die Themen von „Organisation der Macht – Göring“ und „Macht im Militär – Keitel“ bis hin zu „Menschenversuchen“ und „Endlösung“. Die der Allgemeinheit wohl bekanntesten Angeklagten dürften wohl Göring und Keitel sein, vielleicht noch Generalfeldmarschall Paulus, Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht in Stalingrad. Doch völlig unabhängig vom Rang des Befragten, ist der Tenor der Gesamtaussage fast immer der Gleiche: man selber wusste von Nichts, Hitler war verantwortlich, man hat nur Befehle ausgeführt – eine Distanzierung von nationalsozialistischem Gedankengut erfolgt nicht. Besonders die leicht dahingesagten Nebensätze zeugen von einer nahezu vergötternden Ergebenheit gegenüber Hitler. So sagt Keitel über ihn, dass Hitler im Grunde genommen nur ein Reformator war. Etwas weiter im Verhör erfahren wir über Keitel, dass er der einzige war, der Hitler Paroli geboten hat – doch dann kuschte, weil „es ungehörig ist, als Offizier einem Vorgesetzten gegenüber ... zu protestieren, zu entgegnen oder Widerspruch zu üben.“

Reichsbankpräsident Walther Funk gibt zu, dass er von seinem Mitarbeiter Emil Puhl davon informiert wurde, dass die SS ein Depot bei der Reichsbank angelegt habe und führt aus, dass er, vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet, dieses Depot nicht öffnen durfte und folglich auch nicht über seinen Inhalt informiert war – Schmuck, Edelsteine, Uhren, Zigarettenetuis und Goldzähne, die aus den KZ stammten.

Auf drei der enthaltenen CDs werde ich nicht eingehen: es gibt kein deutsches Wort, welches nur annähernd ausdrückt, welche Empfindungen die nüchternen Stimmen von Karl Gebhardt – Menschenversuche, Fritz Saukel – Zwangsarbeit und Dieter Wisliceny – Endlösung beim Rezensenten ausgelöst haben; jedes Gefühle ausdrückende Wort degeneriert hier zur leeren Worthülse.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Erstmals veröffentlicht!

Am 1. Oktober 2006 jähren sich zum 60. Mal die ersten Urteilsverkündungen bei den Nürnberger Prozessen, mit denen das Internationale Militärtribunal gegen die Hauptkriegsverbrecher endete. Weitere Prozesse wurden von den Amerikanern in den folgenden Jahren geführt. Angesichts des heute gesicherten historischen Wissens entlarven sich viele Aussagen von damals als kaltschnäuzige Lügen.
Die in Washington liegenden Originalmitschnitte der Prozeßverläufe wurden erst 2005 durch die Sendung von SWR und MDR bekannt. Die Produktion von Ulrich Lampen macht es erstmals möglich, die öffentliche Konfrontation der NS-Führung mit ihren Taten in historischer Echtzeit zu erleben. Ein Zeugnis von beklemmender Intensität. 

Rezensionen

Was diese Hörbuchedition, die von der Jury des Hessischen Rundfunks zum Hörbuch des Oktober gewählt wurde, (...) außerordentlich wertvoll macht, ist die akustische Herausarbeitung des Ineinandergreifens von intellektuell und moralisch defekten Charakteren einerseits und objektiven Erfordernissen systematischer Regierungskriminalität andererseits.
FAZ (4.11.2006)

Die Originalmitschnitte [...] erzeugen eine virtuelle Ebene des persönlichen Kontaktes, der beim Aktenstudium kaum hergestellt werden kann.
(Telepolis, 9.9.2006)


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Webmaster: Jan Rintelen, Zürich/Schweiz Kontakt: rezensionen.ch