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Amos Oz - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Amos Oz
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis


Der Hörverlag, 2005
Anzahl CDs: 6
Laufzeit in Minuten 420
gekürzte Lesung
Sprecher: Ulrich Matthes
Übersetzer: Ruth Achlama


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Bazillen sind wie Antisemiten

Amos Oz - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Ein heißer Sommertag des Jahres 1933 in der Levante. Man lässt den Blick über die ländlich-dörfliche Idylle schweifen. Man sieht farbenfrohe Stände in von Menschen wimmelnden Gassen. Händler, die mit feilschenden Hausfrauen streiten und mit Hausmädchen flirten. Man hört kreischende Esel, meckernde Ziegen, brüllende Stiere, deren Besitzer lautstark ihre Ware anpreisen. Über dem ganzen die flirrende Hitze und der Geruch nach frisch gebackenem Brot, gebratenen Fleischstückchen oder von Orangen, Rosen, Minze, Myrte, Salbei und Feigen.
Mitten in der Menge steht Großmutter Schlomid und betrachtet missbilligend den ganzen Trubel. Dann rafft sie energisch ihr Kleid zusammen, gibt sich einen Ruck und sagt zu ihrem Mann „Die Levante ist voller Mikroben!“. Ab diesem Tag badet sie drei Mal täglich in kochend-heißem Wasser, damit die Bazillen keine Chance haben. An dieser Gewohnheit hält sie bis zu ihrem Tod, fast 25 Jahre später, sommers wie winters, eisern fest!

Liebevoll erzählt Amos Oz in seinem neuesten Roman „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ über die Schrullen seiner Verwandten und seiner Nachbarn. Doch ist sein Buch auch ein politisches, berichtet es doch aus der Sicht eines Jungen über die Gründung des Staates Israels. Auch schwierigste politische Themen spart er dabei nicht aus, verkleidet sie manchmal wie eine Parabel. Beispielsweise erzählt er leichthin vom Besuch bei einer arabischen Familie. Als er die 12-jährige Tochter des Hauses erblickt, verliebt er sich auf der Stelle in sie. Um ihr zu imponieren, klettert er auf einen Baum und macht dort Kunststücke wie ein Zirkus-Clown. Doch die gewünschte Völkerverständigung wird zum Desaster. Er fällt vom Baum und zertrümmert dabei dem Bruder des Mädchens den Fuß. Beschämt muss er mit ansehen, wie das Mädchen für seinen Fehler büssen muss.

Dabei ergreift Amos Oz keine Partei oder weist Schuld zu, sondern überlässt dies dem Hörer. Seine gefühlvolle, klare und zarte Erzählkunst zieht uns schnell in den Bann dieser autobiographisch eingefärbten Geschichte. Und auch Ulrich Matthes trägt seinen Teil bei zu dieser ruhigen und gelassenen Atmosphäre. Auch er erzählt uns eine Geschichte über einen kleinen, einsamen Jungen, einen angepassten Außenseiter, der alles tut, um nicht verlassen zu werden. Und den seine Mutter dann doch verlässt, der sie dafür hasst. Und der seinen Vater hasst, weil er es zugelassen hat. Und der sich hasst, weil er seine Eltern hasst. Einen Jungen, dessen Hand seinen Vater weinen und dessen Augen ihn euphorisch die Gründung Israels feiern sah. Er lacht und weint, stockt beim Reden, schweigt, verschweigt und unterbricht. Kurz: Ulrich Matthes liest nicht sondern er ist dieser Junge. Er leidet mit, er liebt mit, er hasst und verzweifelt, durchlebt alle Gefühle des Ich-Erzählers. Aber die Person Ulrich Matthes bleibt im Hintergrund, macht den Ich-Erzähler lebendig und stellt diesen ins Rampenlicht. Diese Bescheidenheit und seine stimmlichen und schauspielerischen Leistungen haben ihn zu Recht, gemeinsam mit wenigen anderen, an die Spitze der Sprecherriege geführt.

Fazit: Dieses Hörbuch ist sowohl in literarischer Hinsicht als auch bei Sprecherwahl und Ausstattung einfach genial. Jedes weitere Wort ist überflüssig.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Seine Mutter starb an einer Überdosis Schlaftabletten, als er gerade mal zwölf war. Amos Oz sprach nie von ihr. In seinem Meisterwerk erzählt er ihre Geschichte und die seiner Familie, die, dem Holocaust entronnen, nach Palästina zieht und die in der ersehnten Fremde doch nicht recht glücklich wurde.
Autobiografie, Familiensaga und die Geschichte des Staates Israel: mal anrührend, mal heiter, aber immer grandios gelesen von Ulrich Matthes.

Nicht nur eines der klügsten Bücher, die je über Israel geschrieben wurden, sondern auch der bewegendste Roman des Jahres. FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG


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