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Colm Toibin - Porträt des Meisters in mittleren Jahren

Colm Toibin
Porträt des Meisters in mittleren Jahren


Hanser, 2005
Gebunden
432 Seiten
Übersetzer: Giovanni Bandini, Ditte Bandini


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Fiktive Biographie oder biographische Fiktion

Colm Toibin - Porträt des Meisters in mittleren Jahren

Wenn man sich auf die Kapitelüberschriften verlassen würde in Colm Toibins Roman „Porträt des Meisters in mittleren Jahren“, so könnte man schwerlich von einer Biographie sprechen, umfasst der beschriebene Zeitraum im Leben Henry James doch nur die Jahre zwischen 1895 – 1899. Doch fintenreich webt der irische Autor, Mosaikstücken gleich, Geschehnisse aus den vorher liegenden Jahren kunstvoll in die laufende Handlung ein, so dass sich am Ende des gelungenen Romans ein dichtes, wenn auch nicht geschlossenes, Bild des Meisters ergibt.
Das Buch beginnt damit, dass der scheue Autor sich der Missfallensbekundungen des Theaterpublikums anlässlich der Premiere seines Bühnenstücks „Guy Domville“ aussetzen muss. Die Erkenntnis „… dass es ihm nicht gelungen war, den Geschmack des breiten Publikums zu treffen…“ verursachte in ihm das Gefühl, „… besiegt und bloßgestellt worden zu sein…“
Er flieht aus London und wir begleiten ihn die nächsten fünf Jahre seines von Katastrophen reichen Lebens.

Colm Toibin gelingt es, die über Henry James bekannten Fakten auf subtile Weise mit imaginären Geschehnissen zu verknüpfen. Zu danken ist dies vermutlich der Tatsache, dass er als Vorbereitung zu seinem Werk alle verfügbaren Quellen über Henry James zu rate zog und sich bei seinem Stil an dem des Meisters orientierte. Nach eigener Aussage sind im Roman zahlreiche Zitate aus Romanen, Artikeln oder Briefen Henry James versteckt, was wiederum dazu führt, dem Leser das Gefühl des „Nachhause-Kommens“ zu vermitteln.
Plumpe Direktheit wird man genauso wenig finden wie schlagzeilenträchtige Skandalgeschichten. Dafür besticht „Porträt des Meisters in mittleren Jahren“ mit einer Vielzahl brillant gezeichneter Andeutungen und der Herausstellung der vielen Gegensätze in James Leben, ohne moralische Anklage oder erhobenen Zeigefinger.
Toibin ist ein Geschichtenerzähler par Excellenze. Manches Mal muss man sich vergegenwärtigen, dass wir es hier mit einem Autor des 20. Jahrhunderts zu tun haben, so genau gelingt ihm die Paraphrasierung von Henry James Stil.



Ein Amerikaner in England



Henry James, geb. 15.04.1843 in New York – gest. 28.02.1916 in London, lebte den überwiegenden Teil seines Lebens in England und führte ein bis heute von Gerüchten umwehtes Leben. So sagt man ihm z. B. eine homo-erotische Schwäche für Männer nach, was jedoch unbewiesen und auch von Toibin nicht zum Thema gemacht wird. James „Wesen“ ist bis heute ein Rätsel: trotz zahlreicher Briefe, Tagebücher etc. ergibt sich kein homogenes Bild dessen, wer oder was er „wirklich“ war. Eindeutig ist jedoch, dass seine Erzählkunst, die differenzierte Psychologisierung seiner Protagonisten, ihre Sprachlosigkeit und die ausgeklügelte Dramatik seiner Erzählungen großen Einfluss auf die Romanciers des 20. Jahrhunderts hatten. Der Tradition Henry James bleibt auch Colm Toibin treu, in dem er sich in seinem fünften Roman an seinem Vorbild orientiert und die Herausforderung, einen berühmten Schriftsteller zum Romanhelden zu ernennen, auf großartige Weise meistert.


Der sensitiven Übersetzung von Giovanni und Ditte Bandini ist es zu danken, dass die deutsche Ausgabe nichts der im englischen Original verborgenen Tiefe verloren geht.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Mit großem Einfühlungsvermögen schildert Colm Toibin das Leben von Henry James: Enttäuscht vom mittelmäßigen Erfolg seiner Romane wendet er sich der Bühne zu. Ein Theaterskandal in London ist die Folge. Henry James verlässt England, geht auf Reisen und lebt in Rom, Venedig und Paris. Ein originelles Buch über die Einsamkeit und Sehnsucht eines Mannes, der Zeit seines Lebens unfähig war, seine Träume von der großen Leidenschaft mit seiner eigenen Fragilität in Einklang zu bringen.


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