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John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag

John Irving
Gottes Werk und Teufels Beitrag


Hörbuch Hamburg, 2005
Anzahl CDs: 23
Laufzeit in Minuten 1762
ungekürzte Lesung
Sprecher: Rufus Beck

Hoerprobe 1 (mp3, 0.6 MB)

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Weise Waisen

John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag

Dr. Wilbur Larch, Lachgas-abhängig, unorthodox, allein stehend, schrullig, verschroben aber liebenswert, ist Leiter eines Waisenhauses in Maine. Nebenbei ist er auch ein „Geheimtipp“, die letzte Hoffnung für „gefallene Mädchen“, die keinen anderen Ausweg aus ihrer Misere sehen als die gesetzwidrige Abtreibung oder die Freigabe des Neugeborenen zur Adoption. Eines dieser im Waisenhaus geborenen Kinder ist Homer Wells, der zwar mehrfach adoptiert wird, dessen neue Eltern aber fast unverzüglich sterben, ihn abwechselnd fast verhungern lassen oder beinahe zu Tode prügeln. So ergibt es sich fast wie selbstverständlich, das Homer in St. Clouds verbleibt und mit wachsendem Alter verantwortungsvollere Hilfsarbeiten für Dr. Larch oder seine jüngeren Schützlinge übernimmt. Es bleibt nicht aus, dass der Junge dem verborgenen Geheimnis auf die Spur kommt. Homer schwört, dass er niemals eine Abtreibung vornehmen wird doch es kommt anders: als eine Patientin in Lebensgefahr schwebt, bricht er sein Versprechen. Doch er kann mit dieser Belastung nicht leben und verlässt kurz darauf das Waisenhaus. Arbeit findet er auf einer Obstplantage, die berühmt ist für die Qualität ihres Cidres. Wie beim Entwicklungsroman üblich, muss Homer hier einige Gefahren und Abenteuer bestehen, um dann an seinen Geburtsort zurückkehren zu können, um nach Dr. Larchs Tod das Waisenhaus zu leiten.

Das pralle Leben



Einen Roman Irvings in solch knapper Form zusammen zu fassen, ist unmöglich. Vordergründig betrachtet könnte man denken, das Hauptthema des Romans sei die Abtreibungsfrage. Doch weit gefehlt. Hauptthema ist die Entscheidungsfreiheit der Frau, und dies nicht nur bezogen auf die Frage, ob sie Mutter werden möchte oder nicht, sondern alle Belange des Daseins betreffend. Da ist zum einen eine Frau und Mutter, die nach dem Schlaganfall ihres Mannes die Entscheidung treffen muss, ob sie die Plantage fortführt oder verkauft. Ihr Sohn Wally kommt als Krüppel aus dem Krieg zurück und seine Verlobte Candy muss sich zwischen Homer und Wally entscheiden. Melony, Homers dominante Geliebte in St. Clouds, muss gravierende Entscheidungen treffen, als Homer das Waisenhaus verlässt und dies ist nur eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der angesprochenen oder angedeuteten Krisen. Die Botschaft ist dabei jedes Mal positiv, auch wenn die getroffene Wahl nicht immer die persönliche Zustimmung des Hörers findet.
Jede weibliche Protagonisten in Irvings Roman verkörpert ein anderes gesellschaftliches Problem sei es Gewalt in der Familie, Inzest, Vergewaltigung, sexuelle Orientierung. Die Palette reicht von Geburt bis Tod und bis zuletzt bleibt die ethisch-moralische Frage, ob Abtreibung Mord ist, unbeantwortet. Irving vermeidet dabei kitschige Dialoge oder plakative Charakterdarstellungen, sondern überlässt es dem Hörer, seine eigene Meinung zu bilden, selbst wenn sie in Zeiten der „political correctness“ nicht gesellschaftskonform oder unbequem ist.



Sprachwitz und skurrile Begebenheiten  

 


Doch „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ist keine moralinsaure Studie sondern ein äußerst unterhaltsames Buch, in dem auch der Humor nicht zu kurz kommt. Wie schon aus früheren Werken gewohnt, ist sein Humor jedoch subtil, dafür allerdings chili-scharf.
Ganz offen geht er diesmal mit seinen persönlichen literarischen Vorlieben um und zitiert hemmungslos aus „Jane Eyre“ und „Oliver Twist“, die, wie er in seiner Autobiographie schreibt, zu seinen absoluten Favoriten zählen.
Beck is back

Rufus Becks Erfolg als Sprecher der „Harry Potter“-Bücher lässt leicht vergessen, dass er bereits vorher in seiner ruhigen, ironischen und pointierten Lesart viele Hörbücher besprochen hat. Und so kommen wir auch hier wieder in den Genuss seiner unnachahmlichen Sprechkunst, wobei er dankenswerter weise jedoch die Sperenzchen nicht zu weit treibt und sich seine Experimentierfreudigkeit für die Lesung von „… und der Halbblutprinz“ aufhebt.
Hörbuch Hamburg liefert die vollständige Lesung in einer stabilen Schmuckbox nebst ausführlichem Booklet auf 23 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von fast 1.800 Minuten aus.

Fazit: Irving hat auf seine unverwechselbare Art so verschiedene Komponenten wie Witz und Dramatik, Trauer und Freude, Skurriles und Menschliches vereint, ohne dabei in irgendeiner Weise in Klischees oder Stereotypen zu verfallen. Dieses Hörbuch ist für Jeden empfehlenswert, der sich nur ein bisschen für neuere amerikanische Literatur interessiert und dabei nicht alles bierernst nimmt.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

„Dieser Roman ist universal. Von einem Mann geschrieben, mit einem Mann als Held, kein bißchen feministisch und doch ein flammendes Werk für die Frauen. Das mache mal einer nach.“ Die Zeit

„Hier in St. Cloud’s haben wir nur ein Problem“, schreibt Dr. Wilbur Larch, Gynäkologe und Waisenhausvorsteher, in sein Tagebuch, „und sein Name ist Homer Wells.“ Homer Wells ist anders als die anderen Waisen, welche von ihren Müttern in dem gottverlassenen Waisenhaus in Maine zurückgelassen werden: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen erlaubt Dr. Larch daher Homer, St. Cloud’s zu seinem Zuhause zu machen – unter einer Bedingung: dass er sich „nützlich“ mache.


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