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Joanna Trollope - Bruder und Schwester

Joanna Trollope
Bruder und Schwester


Audiobuch Freiburg, 2005
Anzahl CDs: 6
Laufzeit in Minuten 440
gekürzte Lesung
Sprecher: Franziska Pigulla
Übersetzer: Angelika Kaps

Hoerprobe 1 (mp3, 1.7 MB)

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Schmerzhafte Suche nach den Wurzeln der Herkunft

Joanna Trollope - Bruder und Schwester

Das Leben der Geschwister David und Nathalie läuft in geregelten Bahnen. Nichts scheint die jeweiligen Familien-Idyllen trüben zu können. Der Auslöser für gewaltige Umwälzungen ist ein Arztbesuch Nathalies mit ihrer Tochter Polly. Dieser stellt bei Polly eine, möglicherweise erblich bedingte, Missbildung im Ohr fest. Was bisher im Leben der beiden Geschwister keine Rolle spielte, wird nun zum Lebensmittelpunkt: Die Suche nach ihrer jeweiligen leiblichen Mutter, denn beide wurden in frühen Kindheitstagen adoptiert.
Viele Menschen suchen nach einem Sinn in ihrem Leben, kennen aber meistens zumindest ihre Wurzeln. Bei David und Nathalie ist dies anders und durch die Suche nach ihren Wurzeln verunsichern und verstören sie ihre Umwelt. Überraschenderweise zieht ihre Suche schnell weite Kreise und führt zu mehr emotionaler Verwirrung, Ablehnung, Verzweiflung, manchmal fast Hass, als sich die Beiden vorstellen konnten. Gerade die Adoptiv-Mutter Lynn versucht, die Suche der Geschwister zu bagatellisieren oder ironisch zu kommentieren. Dies geht sogar so weit, dass sie gegen Ende des Romans Nathalie die Schuld am Ehebruch ihres Mannes zuweist.

Die Autorin erzählt in Rückblenden vom Leben der Geschwister sowie der beiden leiblichen Mütter. Das Leben der beiden Mütter wurde durch die Freigabe der Kinder zur Adoption nachhaltig beeinflusst. Doch obwohl sich die Thematik geradezu für eine Schmonzette anbietet, vermeidet Joanna Trollope das Abgleiten ins Triviale. Ihre vielfältigen Charaktere schildert sie mit der gebotenen Nähe, um sich in die Gefühle der jeweiligen Person hineinfühlen zu können. Dabei behält sie aber genügend Distanz, um dem Hörer Gelegenheit zu geben, sich sein eigenes Bild von den Geschehnissen zu machen und nicht in Tränenseeligkeit zu versinken.

Das Ende des Romans hält einige Überraschungen bereit. Hier spielt Joanna Trollope geschickt mit der Erwartungshaltung des Hörers. Kein Happy End á la Rosamunde Pilcher erwartet den Hörer sondern die konsequente Fortführung der Charakterentwicklung. Dadurch verleiht sie dem Roman eine Lebendigkeit und Intensität, die den Hörer mitleiden und –hoffen lässt.



Rauchiges Timbre



Franziska Pigulla, u. a. die Synchron-Stimme von Gillian „Akte-X“ Anderson, verleiht der Lesung mit ihrem dunklen, rauchigen Timbre den besonderen Kick. Andere Sprecher beschränken sich darauf, den einzelnen Charakteren nur durch die Änderung der Stimm- oder Tonlage einen individuellen Zug zu geben. Franziska Pigulla geht noch darüber hinaus, in dem sie deutlich mehr Wert darauf legt, die teils unterschwelligen Gefühle und die Motivation der einzelnen Figuren heraus zu arbeiten. Beispielsweise kippt ihre Stimme schon mal oder klingt weinerlich, aggressiv, ironisch belustigt oder verzweifelnd hoffnungslos und traurig. Durch diese Art des Vortrags erhält der Roman im Gesamten mehr Leben, gleicht die Lesung dadurch doch mehr einem Theaterstück als ein einer Rezitation.

Fazit: Keine Kritik an der gängigen Adoptionspraxis, sondern ein facettenreiches Familiendrama mit glaubwürdigen Figuren und lebensnahem Handlungsverlauf erwartet hier den Hörer. Franziska Pigulla verstärkt gekonnt die emotionalen Zwischentöne und seelischen Abgründe, in die die einzelnen Personen durch die Suche der Geschwister nach ihren leiblichen Müttern gestürzt werden.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Der britischen Bestseller-Autorin Joanna Trollope ist mit Bruder und Schwester eine spannende Familiengeschichte gelungen über die komplizierte Beziehung zwischen Eltern und Kindern.
»Herrlich lesbar ... Vielleicht sind die erfolgreichsten Romanautoren diejenigen, denen es gelingt, wunderbare Erzählkunst zu kombinieren mit einem mutigen und rigorosen moralischen Anspruch. Das ist Joanna Trollopes besonderes Talent.« The Times

»Joanna Trollope ist brillant!« Fay Weldon, Mail on Sunday

David und Nathalie sind Adoptivkinder. Sie haben verschiedene Mütter, wuchsen aber wie Geschwister bei denselben Adoptiveltern auf. Als sie bereits erwachsen sind und eigene Kinder haben, entscheiden sie sich, ihre wahren Mütter ausfindig zu machen. Es beginnt ein schmerlhafter Prozess für Partner, die Adoptiveltern und besonders für die leiblichen Mütter, die in all den Jahren ein völlig anderes Leben geführt haben. Joann Trollope hat dieses wichtige Thema in einem zugleich spannenden und feinfühligen Roman verarbeitet. Sie ist eine große Erzählerin, eine Chronistin der modernen Gesellschaft.


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