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Michael Crichton - Welt in Angst

Michael Crichton
Welt in Angst


Audiobuch Freiburg, 2005
Anzahl CDs: 6
Laufzeit in Minuten 440
gekürzte Lesung
Sprecher: Johannes Steck

Hoerprobe 1 (mp3, 1.6 MB)

Bestellen bei amazon.de

Umweltschützer in Angst

Michael Crichton - Welt in Angst

Michael Crichtons Roman „Welt in Angst“ beginnt mit einer für diese Art von Büchern üblichen Situation: Jonathan Marshall, ein englischer Physik-Doktorand, der beim „Labor für Wellenmechanik“ der französischen Marine in Paris beschäftigt ist, lernt die exotische Schönheit Marissa in einem Bistro kennen. Marissa zeigt sich sehr interessiert an seiner Arbeit und so nimmt Jonathan sie mit in das Institut, erklärt ihr anhand eines Experimentes die Entstehung und Wirkung eines Tsunamis und findet sich am frühen Morgen in ihrer Wohnung wieder. Dort fällt er einem Überfall zum Opfer und wird von Marissa gerettet. Allerdings nur, damit diese ihn wenig später, willfährig gemacht durch eine merkwürdige Substanz, in der Seine ertränken kann.

In 80 Tagen um die Welt



Unmittelbar nach dieser ca. 10 minütigen Sequenz hetzt Crichton den Hörer quer über den gesamten Globus: von Paris geht die Route erst nach Malaysia, dann weiter nach London und zuletzt über Tokio und Kanada nach Island.

Hier machen wir Bekanntschaft mit George Morton, einem 65-jährigen Multimillionär und großzügigem Spender an Umweltorganisationen. Eine ganz besondere Freundschaft verbindet Ihn mit Nicholas Drake, einem ehemaligen erfolgreichen Prozessanwalt, der seit 10 Jahren Vorsitzender des „National Environmental Resource Fund“, kurz NERF, ist. Übrigens gibt es die Abkürzung „NERF“ tatsächlich; allerdings steht diese für „National Energy Research Fund“.
Gemeinsam mit Peter Evans, einem 28-jährigen Rechtsanwalt der Kanzlei „Hassel & Black“, besuchen sie den führenden Klimaforscher Per Eynarson, der bei einem von Drake initiierten Kongress zum Thema „Globale Klima-Katastrophe“ die Eröffnungsrede halten soll. Allerdings gibt es zwischen Drake und dem Wissenschaftler Uneinigkeit darüber, welche Fakten in der Rede Erwähnung finden und welche man geflissentlich unter den Teppich kehren sollte. Noch während des Streits erhält Morton den Anruf eines befreundeten Bankers, der um Bestätigung für die Transaktion von 250.000 Dollar an eine Firma, die Mini-U-Boote vermietet, bittet.

Morton beginnt, für Drake unangenehme Fragen zu stellen und als dann noch Professor Kenner, Mitarbeiter des Geheimdienstes NSIA, sehr zum Verdruss von Drake, Kontakt zu Morton aufnimmt, greift Drake zu drastischen Maßnahmen, um Kenner und Morton zum Schweigen zu bringen.



Alle guten Dinge sind zwei



Neben diesem Hauptplot verläuft parallel ein zweiter, der von der so genannten „Vanutu-Klage“ handelt. Die Kanzlei „Hassel & Black“ verklagt im Auftrag von „NERD“ die amerikanischen Energieversorgungskonzerne auf Schadenersatz. Diesen zweiten Handlungsstrang benutzt Crichton geschickt, um alle wissenschaftlichen Daten, Fakten, Verfahren und Streitpunkte zu durchleuchten. Als Alter-Ego des Hörers fungiert dabei der anfänglich skeptische, aber intelligente und aufgeschlossene Rechtsanwalt Evans. Diesem werden als „Test-Geschworenem“ die vermutlichen Argumente der Verteidiger vorgelegt mit der Bitte, zu prüfen, inwieweit diese glaubhaft sind. Oft werden diese Interviews mit Evans als Pause zwischen zwei Spannungshöhepunkten eingeflochten, um dem Hörer Gelegenheit zum Durchatmen zu geben – und diese Pausen sind wirklich nötig.



Achtung – Ironie oder ernst gemeinte Fiktion?



„Welt in Angst“ ist mit Anspielungen nur so gespickt. Century City, Stadtteil von Los Angeles, ist der Sitz von Mortons Firma und der Anwaltskanzlei. Aber Century City ist auch der Name einer amerikanischen TV-Serie, die nach nur 9 Folgen wieder eingestellt wurde und die von Rechtsfällen einer fiktiven Zukunft, ca. 2035, handelt wie z. B. den Schadenersatzansprüchen eines Clones gegen seinen Schöpfer. Produzent dieser Reihe ist Paul Attanasie, der auch Produzent von Crichton Kinofilm „Sphere“ war und Bruder von Michael Attanasie, der Produzent der von Crichton kreierten TV-Serie „Emergency Room“ war.

In Culver-City ist die Gruppe von Rechtsanwälten untergebracht, die sich um die „Vanutu-Klage“ kümmern. Culver City ist auch Heimat von „Sony Pictures Studios“ und deren Tochtergesellschaften „Columbia Pictures“ und „TriStar Pictures“. Hier wurde u. a. „Spider Man“ und „Men in Black“ gedreht. Eine fiktive Klage einer erfundenen Rechtsanwaltskanzlei im Namen einer Nicht-Existenten Umweltorganisation zum Schutz einer eigens kreierten Inselgruppe und ausgerechnet hier, dem „Boulevard of Dreams“ werden dem Hörer die Fakten präsentiert, die Evans gegen Ende des Romans davon überzeugen, dass es gar keine globale Erwärmung gibt?

War Crichton bisher weniger für seine gesellschaftskritischen Anmerkungen bekannt sondern eher dafür, den Lesern vor Augen zu führen, wenn Wissenschaftler das theoretisch Machbare umsetzen, ohne sich Gedanken über die Konsequenzen zu machen wie z. B. in seinem letzten Roman „Beute“, in dem sich Nanopartikel anders verhielten, als die Forscher planten, so geht er in „Welt in Angst“ einen anderen Weg. Hier vertritt er die Meinung, dass Politiker, Massenmedien und Großkonzerne bewusst Ängste schüren, da „ein Staat am Besten durch Angst steuerbar ist“. Bereits im Jahre 2003 wurde von Benjamin Barber, Professor und Berater der Clinton-Regierung, in seinem Buch „Imperium der Angst“ eine ähnliche Theorie, bezogen auf die amerikanische Politik seit dem Ende des kalten Krieges, aufgestellt.

Auch geht Crichton in seinem Roman viel weiter als ähnlich konstruierte Thriller wie z. B. Ken Folletts Roman „Kinder von Eden“. Hier plante eine kleine Gruppe von Umweltaktivisten mittels eines Gravitationsgenerators die Regierung zu erpressen. In „Welt in Angst“ will eine renommierte Umweltorganisation bewusst vier Umweltkatastrophen just zu dem Zeitpunkt ihres Kongresses zum Thema „Globale Erwärmung“ auslösen und somit ihre Theorien in der Praxis beweisen. Dies soll dazu führen, dass alle Kritiker zum Schweigen gebracht, die Gesellschaft geängstigt und den Umweltorganisationen Prestige und Geld zufließen. In den USA löste der Roman zahlreiche Proteste von Umweltorganisationen aus und die Thematik wurde auch in den öffentlichen Medien kontrovers diskutiert ohne allerdings auf die versteckten ironischen Anspielungen einzugehen und ohne zu berücksichtigen, dass es sich hier nicht um gesellschaftskritische Theorien sondern um einen brillant geschriebenen Thriller handelt.



Lass Steck lesen, Baby!



Fast jeder Track der CDs spielt in einer anderen Location, ohne dass der Hörer dabei den Überblick verliert. Dieses ist unbestritten der große Verdienst des Sprechers Johannes Steck, der jedem der Protagonisten, sowohl der männlichen als auch der weiblichen, eine unverwechselbare, nuancierte Stimme zuordnet und dessen Stimmlage von ferne an die deutsche Synchronstimme von Michael Douglas erinnert. Seine Stimme klingt abwechselnd warm und humorvoll, interessiert oder gelangweilt, ängstlich, verzweifelnd oder entschlossen, passt sich absolut harmonisch der jeweiligen Situation im Hörbuch an. Nahezu perfekt dehnt er den Spannungsbogen allein durch eine winzige Änderung der Vortragsgeschwindigkeit oder der Hörer wird noch mehr auf die Folter gespannt, in dem er genussvoll an Textstellen Pausen einfügt, an denen der Hörer voller Ungeduld auf die Auflösung eines Geheimnisses wartet.
Man glaubt fast zu spüren, dass es Hr. Steck eine fast diebische Freude bereitet hat, durch diese kleinen „schauspielerischen“ Einlagen das Hörbuch zu einem schweißtreibenden Genuss zu machen.
Um zu verhindern, dass dem Hörer die Orientierung bei den ständig wechselnden Schauplätzen verloren geht, bedient sich der Hörverlag eines einfachen, aber höchst effektiven Tricks: erfolgt ein Ortswechsel, ertönt zu Beginn des betreffenden Tracks ein akustisches Signal ähnlich dem, welches vor Zeiten der polyphonen Klingeltöne bei Erhalt einer SMS erklang. Johannes Steck erwähnt dann darüber hinaus noch ausdrücklich den Schauplatz der nun folgenden Sequenz. Eine simple, aber äußerst effektive Innovation, die es dem Hörer problemlos möglich macht, bereits gehörte Sektionen wieder zu finden, da jeder Ortswechsel zu Beginn eines Tracks stattfindet.

Fazit: Spannend, toll geschrieben, voller überraschender Wendung und Helden, deren Entwicklung vom Sesselhocker zu „James Bond“ endlich mal wieder glaubhaft wirken. Wer intelligente, gut recherchierte, vor einem „realistischen“ Hintergrund spielende Thriller mag und auf völlig sinnlose Splatterorgien und mysteriöse Geheimbünde verzichten kann, wird hier zu 150 % fündig.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Für George Morton ist Geld eine Nebensächlichkeit. Zu den rauschenden Partys auf seinem riesigen Anwesen in Beverly Hills kommen die Stars der Filmbranche, und in seiner Garage stehen neun Ferraris. Er ist sich der Dekadenz seines Lebensstils bewußt, und um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen hat sich der Mittsechziger leidenschaftlich dem Kampf gegen die globale Erwärmung verschrieben. Und so entschließt er sich, dem National Environmental Resource Fund zehn Millionen Dollar zu spenden, die vornehmlich in die Organisation einer Klimakonferenz fließen sollen. Doch noch bevor er den Scheck unterschrieben hat, erreicht ihn ein Anruf von seiner Bank: Die Umweltorganisation hat in seinem Namen eine viertel Million Dollar an eine Gruppe dubioser Aktivisten in Costa Rica überwiesen. Wofür nur verwenden sie sein Geld? Von einem Anti-Terror-Spezialisten der Regierung erfährt er, daß vieles auf die Planung eines gewaltigen Verbrechens hindeutet. George Morton ist entsetzt darüber, daß er mit seinem Geld den Ökoterrorismus unterstützt, begibt sich auf die Suche nach Beweisen für die Zusammenarbeit der Umweltschützer mit den Extremisten – und sieht sich vor eine nahezu unlösbare Aufgabe gestellt: Er muss einen künstlich erzeugten Tsunami verhindern, der das Leben von mehreren Millionen Kaliforniern gefährdet.

Eine Zeitlang habe ich mich gefragt wie es wäre, ohne diese Ängste zu leben. Ehrlich gesagt, es ist ein prima Gefühl. Michael Crichton

Keiner kann wie Crichton wissenschaftliche Fakten in solch gruselig phantastischen Schreckensvisionen zur Anschauung bringen. Literaturen


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