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Carlos M. Dominguez - Das Papierhaus

Carlos M. Dominguez
Das Papierhaus


Eichborn, 2005
Anzahl CDs: 2
Laufzeit in Minuten 140
ungekürzte Lesung
Sprecher: Dietmar Bär

Leseprobe 1 (pdf, 0 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 1.6 MB)

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Ein Haus aus Büchern

Carlos M. Dominguez - Das Papierhaus

Ein tödlicher Unfall, ein geheimnisvoller Umschlag, ein rätselhaftes Buch voller Zement aber dafür mit einer mysteriösen Widmung. So beginnt der Roman „Das Papierhaus“ über die Kraft der Leidenschaften und des verzweifelten Kampfes eines Mannes, der seiner Passion für Bücher erliegt.

Todesbote

Nach dem Unfalltod seiner Kollegin Bluma Lennon übernimmt der Ich-Erzähler ihre Dozentenstelle. Eines Tages erhält er einen an Bluma adressierten Briefumschlag, in dem sich eine verschmutzte Ausgabe von Joseph Conrads Roman „Schattenlinie“ befindet. Aber es gibt keine Hinweise auf den Absender. Der namenlose Ich-Erzähler beginnt Nachforschungen anzustellen und begibt sich auf eine Reise, um den Absender aufzusuchen, ihm das Buch zurückzugeben und von Blumas Tod zu berichten. Diese Ausgangsposition erinnert in vielem an Geschichten von Paul Auster, allerdings ohne dessen Brillanz. „Das Papierhaus“ ist eine etwas melancholische, leicht geschriebene, in poetischen Bildern schwelgende kurze Geschichte, die ungekürzt auf dem Hörbuch enthalten ist. 

Der Hörer wird jedoch mit einigen Ungereimtheiten in der Geschichte leben müssen. Im Verlauf der Reise trifft er auf einen Bücherfreund namens Dinarli. Dieser wiederum verweist ihn an einen Hr. Delgado, vielleicht der einzige Freund des Gesuchten, weist jedoch darauf hin, im Umgang mit ihm „einfühlsam“ umzugehen, da Delgado „sehr eigen“ ist. Die beiden treffen sich erstmalig und das völlig unglaubwürdige geschieht: Delgado plaudert aus dem Nähkästchen und erzählt hemmungslos selbst intimste Einzelheiten aus dem Leben des Briefe Schreibers. Oder der Ich-Erzähler erfährt von Fischern, die angeblich nichts wissen, so viele Details, das sich wie von selbst das Rätsel auflöst und die Erzählung zu einem passenden Ende kommt. Missverstehen Sie mich bitte nicht, lieber Hörer: Es ist eine sehr schöne Geschichte, aber leider auch nicht mehr. Sollten Sie eine literarische Offenbarung wie „Der Name der Rose“ erwarten, werden Sie enttäuscht sein.

Was ist so faszinierend an Büchern?

Ich lese gern und habe es zu meinem Beruf gemacht. Viele Schriftsteller, so erfahren wir aus Tagebüchern oder Interviews, lesen auch gerne. Aber warum erscheinen in letzter Zeit so viele Romane, in denen Bücher die Hauptrolle spielen und die keineswegs vorgeben, einen surrealistischen oder postmodern-intellektuellen Anspruch zu haben? Sei es als Kinderbuch wie „Tintenherz“, als Kriminalroman wie „Der Schatten des Windes“ oder als Kolportage/Fantasyroman á la „Die Stadt der träumenden Bücher“, Bücher sind überall präsent und Dominguez fügt dieser Aufzählung eine weitere Geschichte hinzu.
Nicht nur beim Sujet sondern auch bei den literarischen Vätern sind Anleihen schnell spürbar und führen zu leichtem Verdruss, denn allzu offensichtlich sind die Parallelen zu Joseph Conrad und Jorge Louis Borges. Wenn man all diese Punkte berücksichtigt, haben wir es hier mit einem gelungenen Stück latein-amerikanischer Literatur zu tun, die ein altes Thema aufgreift, jedoch das Sub-Genre, wenn ich es mal so bezeichnen darf, allerdings nur bereichert, nicht weiter bringt.

Behäbig Deutsch

Der Lesung Jürgen Tarrachs fehlt einfach das Feuer. Von der Lesung einer Geschichte eines latein-amerikanischen Dichters erwartet man einfach mehr Tempo, Enthusiasmus, Lebendigkeit und Dramatik, denn dazu lässt Dominguez genug Raum, auch wenn die Grundstimmung manchmal eher dunkel ist. Doch auch Tragödien sind ein Stück Leben und an der Agilität krank der Vortrag. Er ist eher behäbig deutsch statt feurig südamerikanisch und für meinen persönlichen Geschmack wäre eine tiefere Stimme wie z. B. der Synchronsprecher von Antonio Banderas angemessener gewesen.

Fazit: Leicht geschriebene, poetische Geschichte mit mystischen Anklängen ohne postmodern-intellektuellen Anspruch aber Massentauglichkeit, vorgetragen in ruhigem Sprachduktus.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Eine kluge Geschichte über Bücher und die Lust und Last des Erzählens


Ein von Zementresten verklebtes Buch mit einer geheimnisvollen Widmung, ein unbekannter Absender in Südamerika, eine Reise auf den Spuren eines Mannes mit einer außergewöhnlichen Liebe zu Büchern: Mit virtuoser Leichtigkeit und einem poetischen Stil erzählt Carlos María Domínguez die melancholische Geschichte einer Leidenschaft für Bücher und dem verzweifelten Versuch darüber, sich dieser Leidenschaft zu entziehen.


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