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Kathy Reichs - Tote lügen nicht

Kathy Reichs
Tote lügen nicht


Blessing, 2000
Gebunden
544 Seiten
Übersetzer: Thomas A. Merk


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Spannung von der ersten bis zur Letzten Seite

Kathy Reichs - Tote lügen nicht

Kathy Reichs Debüt-Roman „Tote lügen nicht" führte in einem fulminanten, tempo-reichen Psycho-Thriller die Anthropologin und Gerichtsmedizinerin Tempe Brennan ein. Anders als viele andere literarische Detektive ist sie kein Übermensch. Ganz im Gegenteil. Ihre Vergangenheit als Alkoholikerin kommt genau so zur Sprache wie ihre anfängliche Unfähigkeit, über Oberflächlichkeiten hinausgehende zwischenmenschliche Beziehungen ein zu gehen. Allerdings hat sie, wie in diesem Genre unbedingt erforderlich, den „richtigen Riecher", um Zusammenhänge zu erkennen und Spuren zu verfolgen, die von anderen übersehen oder als unwichtig eingestuft werden.
Besonders gut ausgearbeitet war das Täterprofil, das allenfalls noch von der Intensität von „Hannibal Lector" übertroffen wird.

„Knochenarbeit" führt Tempe auf die Spur einer Sekte, die nichts Gutes im Schilde führt und die mit allen Mitteln verhindern will, dass ihre obskuren Ziele und Methoden ans Licht kommen.

Gleichzeitig damit soll ein Gutachten klären, ob die Gebeine in einem vor über hundert Jahren angelegten Grab tatsächlich das Skelett einer Ordensschwester sind, die jetzt heilig gesprochen werden soll.

Und auch im Privatleben treten Turbulenzen auf: Harry, Tempe's Schwester, kommt zu Besuch und wirbt heftig gerade um den Mann, in den Tempe heimlich verliebt ist und der den Avancen von Harry nicht abgeneigt gegenüber steht.

Auf Grund der vielen Handlungsstränge, die jedoch nie unübersichtlich werden, bleibt auch der zweite Roman bis zum Ende spannend.

Der Nachfolger „Lasst Knochen sprechen" beginnt mit folgenden Worten: „Ihr Name war Emily Anne. Sie war neun Jahre alt, hatte schwarze Locken,
lange Wimpern und eine karamellfarbene Haut. Ihre Ohren waren von
winzigen goldenen Ringen durchlöchert. Ihre Stirn war durchlöchert
von zwei Kugeln aus einer Cobray 9-mm-Halbautomatik."

Mussten Sie auch gerade erst mal Luftholen? Hat es Sie genau so unvorbereitet und unangenehm getroffen, wie evtl. von der Autorin beabsichtigt? Können Sie jetzt noch unbedarft weiter lesen oder fühlen Sie sich gleichsam manipuliert? Drängt sich Ihnen hier auch der Verdacht auf, Fr. Reichs schreibt sich hier Ihre eigenen härtesten Erlebnisse von der Seele? Muss man die Leser bis zum körperlichen Unwohlsein treiben, um Spannung aufzubauen?

Der dritte Roman ist der Anfang der „Einführung in die Pathologie" von Kathy Reichs. Bereits in den ersten beiden Romanen wurde einiges an „Fachwissen" über den menschlichen Körper vermittelt. Ab diesem Roman allerdings werden die Beschreibungen der Obduktionen derart detailliert, dass man Kathy Reichs Romane als Frühstückslektüre nur noch Freunden von Sushi empfehlen kann.

Geschieht dies, um die Schwächen im Plot, die jetzt schon fast zur langweiligen Lese-Routine gewordenen Selbstgespräche und -Anklagen und die hanebüchene Liebesgeschichte zu überspielen? Urteilen Sie selbst.

Sollten Sie, lieber Leser, gedacht haben, der Ekel-Effekt aus „Lasst Knochen sprechen" sei kaum noch zu toppen, wird im nächsten Band „Durch Mark und Bein" eines besseren belehrt, handelt dieser doch sozusagen vom Traum eines Puzzlers: Tempe soll bei der Identifizierung der Opfer eines Flugzeugabsturzes helfen. Die meisten von Ihnen, gewöhnt an grausige Bilder aus den Nachrichten, können sich das Ausmaß der Zerstörung menschlicher Körper durch einen Sturz aus 10.000 Metern Höhe problemlos vorstellen. Und da der Absturz über einem Waldgebiet stattfand, malen Sie sich doch bitte selber aus, zu welchen putzigen Situationen dies führt. Die Story rund um dieses Massaker ist mit viel gutem Willen als mäßig zu bezeichnen. Erstmals treten hier Logikfehler auf, die das Ende völlig unglaubwürdig machen. Spannung kommt an keiner Stelle des Romans auf.

Nun wird es allerdings schwierig, die Masse der Opfer nochmals zu potenzieren, ohne gleich unglaubwürdig zu werden. So springt die Autorin in „Knochenlese", ein wirklich perverses Wortspiel, von Ihrem Angestammten Platz nach Guatemala, wo Tempe helfen soll, über 20 vor Jahren ermordete Dorfbewohner zu identifizieren, die in einem Brunnen verscharrt wurden. Daneben handelt ein weiterer Handlungsstrang von einem Serienkiller, der junge Mädchen entführt und ermordet.
Neben typisch amerikanischer Bush-Polemik gegen die ach so böse Militär-Junta im Nachbarland, was aber nicht davon abhält, einen regen Waffenhandel mit diesen zu treiben, und der Erkenntnis, dass gerade „die Grossen" immer entkommen und „die Kleinen" hängen müssen, ist hier nur noch eines erwähnenswert: Der Roman ist ca. 400 Seiten zu lang.

Es folgen dann noch weitere Romane die da wären:

„Mit Haut und Haar" in dem Boyd, der Hund von Tempe, auf ihrem Grundstück einen Beutel mit Knochen findet (wer kommt auf die Idee, einer bekannten Gerichtsmedizinerin einen Beutel Knochen in den Garten zu werfen?) und schon ist sie mittendrin in Ihrem nächsten Fall.

„Totenmontag", in dem Tempe mit ihrem gehassten Kollegen einen simplen Leichenfund im Keller einer Pizzeria aufklären muss, der aber, welche Überraschung, nur den Anfang einer langen Kette von Indizien bildet, die dann am Schluss des Romans „fast" der Protagonistin ihr Leben kosten.

Die beiden letztgenannten Romane zeichnen sich nicht mehr durch Spannungsbögen, unerwartete Verwicklungen oder Zeichnungen der handelnden Charaktere aus, sondern durch, und dies ist leider nicht übertrieben, Detailliertester Beschreibungen von Obduktionen, Leichenfunden, Zersetzungsprozessen etc. etc. etc. Wer nur ein bisschen mit der Gabe der Phantasie ausgestattet ist, wird hier zweifelsohne mehrfach Probleme bekommen, dass gestrige Essen bei sich zu behalten.

Fazit: Der erste Roman ist absolut genial und sozusagen Pflichtlektüre. Die folgenden drei lassen zwar schon deutlich nach, aber auch hier kann noch eine Empfehlung ausgesprochen werden mit dem Zusatz, dass diese Lektüre nichts mehr für Zartbesaitete Leser ist. Ab dem fünften Roman „Knochenlese" werden die Plots immer hanebüchener. Hier steht Effekthascherei durch überbordende Beschreibungen von Leichenfunden, Obduktionen etc. ganz klar im Vordergrund, da diese, sofern man den Gesamtumfang der Bücher zu Rate zieht, einen unproportionalen Anteil haben und in keinster Weise dazu dienen, Spannung zu erzeugen. Bei der Lektüre dieser Bücher sollte man eher mit wenig Phantasie ausgestattet sein, um nicht mit wochenlangen Alpträumen leben zu müssen.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Tempe Brennan ist Mitte vierzig, hat ihre Heimatstadt Charlotte in North Carolina verlassen, lebt allein mit ihrem Kater Birdie in Montreal und spricht inzwischen fließend Französisch. Seit der Trennung von ihrem Mann rührt sie keinen Tropfen Alkohol mehr an, treibt viel Sport, geht regelmäßig in die Sauna und arbeitet in ihrem Labor bis zum Umfallen - sie ist forensische Anthropologin am gerichtsmedizinischen Institut. Ihre Arbeit ist im wahrsten Sinne des Wortes Knochenarbeit und ist immer dann gefragt, wenn die Mordkommission nicht mehr weiter weiß. Skelette, verweste Körperteile und Wasserleichen gehören zu Tempes Alltag. Über zu wenig Arbeit kann sie sich nicht beklagen: Wenn Leichen mit normalen Methoden nicht mehr identifiziert werden können, ist jedesmal Tempes Know-how gefragt. In ihrem nicht ohne Grund klimatisierten Autopsieraum im Keller versucht sie, Identität und Todesursache der Opfer zu bestimmen. Als die 23jährige Isabelle Cagnon mißbraucht, erdrosselt und zerstückelt in Müllsäcken aufgefunden wird, erinnert sich Tempe an einen ähnlichen Fall ein Jahr zuvor. Die Mordkommission sieht keinen Zusammenhang, doch der Verdacht auf Serienmord läßt Tempe nicht mehr los. Sie recherchiert auf eigene Faust und versucht, die beiden Gewaltverbrechen mit drei weiteren, ähnlichen Fällen in Verbindung zu bringen, und entdeckt dabei eine Reihe verblüffender Übereinstimmungen. Doch Detective Luc Claudel nimmt Tempes Theorie nicht ernst. Durch Nachforschungen auf eigene Faust macht sich Tempe nicht nur Claudel zum Feind, sondern lenkt auch die Wut des Killers auf ihre Freundin Gabby, auf ihre Tochter Katy, und schließlich auf sich selbst. "Tote lügen nicht" rangierte schon kurz nach Erscheinen unter den Top Ten der amerikanischen Bestsellerlisten.


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Webmaster: Jan Rintelen, Zürich/Schweiz Kontakt: rezensionen.ch