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Antal Szerb - Reise im Mondlicht

Antal Szerb
Reise im Mondlicht


Hörbuch Hamburg, 2004
Anzahl CDs: 5
Laufzeit in Minuten: 383
gekürzte Lesung
Sprecher: Heikko Deutschmann

Leseprobe 1 (pdf, 0 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 0.5 MB)
Hoerprobe 2 (ram, 0 MB)

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Die Venedighaftigkeit Venedigs

Antal Szerb - Reise im Mondlicht

Der 36 jährige Mihaly, weit herumgekommener Lebemann und Angestellter in der Firma seines Vaters in Budapest, befindet sich mit seiner schönen, frischangetrauten Ehefrau Erzsi auf Hochzeitsreise in Italien. Doch obwohl er glücklich sein müsste mit seinem Leben und seiner gesellschaftlichen Position, beschleichen Ihn schon während der ersten Minuten ihres Aufenthaltes in Venedig unbestimmte Zweifel.  Diese verstärken sich, als das junge Paar in Ravenna einen Jugendfreund Mihalys trifft. Dieser erwähnt wie beiläufig einen gemeinsamen Freund namens Ervin. Bei der Nennung dieses Namens horcht Mihaly interessiert auf, weigert sich dann jedoch, gemeinsam die Suche nach Ervin aufzunehmen. In der Nacht erzählt Mihaly Erzsi sehnsuchtsvoll über seine vergangene Jugend und seine besondere Freundschaft zu Eva und Tamas Ulpius.


Erzsi verlässt Mihaly 

Florenz, der nächste Stopp auf ihrer Reise, begrüßt sie mit anhaltendem Regen. Hier erhält Mihaly einen Brief von Erzsis Ex-Mann, der in äußerst höflicher und freundlicher Form Ratschläge an den neuen Gatten im Umgang mit Erzsi enthält. In diesem Brief wird Mihaly als erste Wahl aller Frauen dargestellt: „Wenn ich eine Frau wäre, und zwischen uns wählen müsste, würde ich Dich wählen“, allerdings währt die Freude an diesen Komplimenten nicht lange. Der Brief mündet in der Aussage „Das Du nur aus Höflichkeit und gutem Willen so tust, als wärest auch Du ein Mensch; wie gesagt: das ist alles sehr schön!“ und bringt den ohnehin schon Zweifelnden gänzlich aus der Bahn. Beim Rückweg zum Hotel ist er „fest davon überzeugt, dass Erzsi Ihn schon bald verlassen wird und zwar nach grässlichen Krisen und Qualen, nach üblen Männergeschichten…“ Im Bewusstsein der bald bevorstehenden Scheidung bestellt er ein üppiges Mahl, erlesene Weine und nimmt seine Pflichten als Ehemann während der folgenden Nacht sehr ernst. 


Der „Zwang“ der Konvention


Am nächsten Tag steigt Mihaly „versehentlich“ in einen falschen Zug und während seine Frau weiter Richtung Rom fährt, findet er sich in Perugia wieder.
Szerb verzichtet fast gänzlich auf die Mischung der beiden nun einer Odyssee ähnelnden Handlungsstränge sondern erzählt in leichtem, ironischen Stil nacheinander von den Erlebnissen der Protagonisten. Nie verliert man den Überblick, da er seinen Figuren viel Zeit lässt, sich mit den Realitäten einer industrialisierten Welt abzufinden, die so gänzlich anders ist als die Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Damals bestanden feste gesellschaftliche und moralische Regeln, deren Einhaltung selbstverständlich war und die keiner Erklärung bedurften. In den 30er Jahren, in denen der Roman spielt, wurden überkommene gesellschaftliche Konventionen über Bord geworfen und neue Situationen mussten gemeistert werden. Dieser Thematik widmet Szerb einigen Raum, indem er z. B. den ersten Mann Erzsis Mihaly einen langen Brief schreiben lässt, der folgendermaßen beginnt: „…Lass uns einfach den Schein waren. Denn Erzsis Selbstwertgefühl tut es bestimmt besser, wenn wir romantischer Weise ihretwegen Todfeinde sind. Doch unter uns, mein Bester, weißt Du ja, dass ich stets große Stücke auf Dich gehalten habe, und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass du meine Frau ver- und entführt hast…“ oder indem Erzsi von einer Freundin vorgeworfen wird, sie „verstoße gegen die gültigen Konventionen“, weil Erzsi sich geweigert hatte, gleich am ersten Abend mit einem ihrer neuen Verehrer aufs Zimmer zu gehen. 


Die Reise im Mondlicht 


Szerb beschränkt sich aber nicht auf die Schilderung der Identitätssuche des Ehepaars, sondern im Laufe des Romans treten verschiedene Menschen auf, denen es allen auf „unmöglich scheinende Art gelungen ist, sich in der ihnen entsprechenden Lebensphase zu fixieren“. Gerade dies gilt auch für Tomas, Mihalys großes Jugendidol, an der er sich bis heute misst und dem er bis jetzt die Liebe seiner Schwester Eva neidet; auch oder gerade weil Tomas in jungen Jahren Selbstmord beging. 
Beide, der Träumer Mihaly und die Realistin Erzsi, müssen sich erst noch intensiv mit der Vergangenheit beschäftigen, um in der Gegenwart Fuß fassen zu können, um sich zu fixieren. Hierbei spielen Orte, Ereignisse und Begegnungen mit neuen Freunden und alten Bekannten eine genauso große Rolle wie Träume, Illusionen, Glaubenskonflikte und archaische Mythen und Sagen, die vom Autor geschickt und unaufdringlich, jedoch nachhaltig, in das Erzählte einfließen. 
Die Wiederentdeckung der großen ungarischen Autoren Marais und Szerb ist nicht anders als ein Glücksfall zu bezeichnen. Die Übersetzung von Christina Viragh, die auch Marais übersetzt hat, lässt keine Wünsche offen und trägt immens zur Geschlossenheit des Textes bei. Es gilt, einen Autor von Weltrang wieder zu entdecken. 

Das Hörbuch 


Heikko Deutschmann liest den Roman der Thematik entsprechend ruhig, sanft aber nie emotionslos vor. Seine Art der Betonung und der kunstvolle Einsatz von Pausen verstärken noch die Intensität, die den Sätzen von Szerb innewohnt. Präzise bringt er die den Sätzen innewohnende Absurdität und Komik auf den Punkt wie z. B. beim Vortrag des bereits mehrfach erwähnten Briefes. Genauso gekonnt trifft er aber auch die emotionalen Zwischentöne von Leid, Angst, Verzweiflung ja sogar Horror wie sie z. B. Mihaly während seines Klosteraufenthaltes überfallen. 

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Nach Sándor Marai gilt es, wieder einen großartigen ungarischen Klassiker zu entdecken.
Was ist komischer als ein mißlungener Selbstmord? Eine mißlungene Hochzeitsreise. Nur weil Mihály noch schnell einen Espresso trinken will, verpaßt er den Zug, in dem die ihm frisch angetraute Erzsi sitzt. Sie rauscht davon und nach einigen Abenteuern zurück in die Arme ihres ersten Ehemannes. Mihály hatte sie ihm ausgespannt, weil er endlich, seinem Vater zum Gefallen, ein bürgerliches Leben führen wollte – mit Frau und Beruf. Daraus wird nun nichts. Mihály nimmt Erzsis Verschwinden als Zeichen und reist allein weiter – auf den Spuren seiner Vergangenheit. Die unerwartete Begegnung mit einem alten Freund läßt ihn tief eintauchen in melancholische Erinnerungen an seine rebellische Jugend, als er zum Freundeskreis der Geschwister Éva und Tamás gehörte. Letzterer hat seiner Todessehnsucht nachgegeben. Milhály kennt dieses Gefühl. Aber nicht jeder ist zum tragischen Helden geboren...Denn, so der Erzähler, „solange man lebt, weiß man nicht, was noch geschehen kann.“



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