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Antal Szerb - Die Pendragon-Legende

Antal Szerb
Die Pendragon-Legende


Hörbuch Hamburg, 2005
Anzahl CDs: 5
Laufzeit ca. Min: 383
gekürzte Lesung
Sprecher: Heikko Deutschmann

Leseprobe 1 (pdf, 0 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 0.7 MB)

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Kuriositätenkabinett

Antal Szerb - Die Pendragon-Legende

Axolotls treiben trübsinnig durch milchige Aquarien, riesige Reiter preschen, Hellebarden bewehrt, durch den Park, Hobbydetektive verkleiden sich als Neger oder Inder, Meuchelmörder metzeln Menschen mittels Mordwerkzeugen, listige Lords riechen Lunte und lebenslustige Ladys Lügen, dass sich die Balken biegen. 
Dies sind nur einige der in Antal Szerbs Panoptikum namens „Die Pendragon-Legende“ vorkommenden Ereignisse und Personen. Vielfältig auch die Genres und literarischen Vorbilder, die er gekonnt in eine hoch kochenden, brodelnden Melange verwandelt und die am Ende explodiert wie ein überhitzter Dampfkochtopf. Jeder TV-Gucker wird in der Lage sein, Video-Schnipseln gleich, Anleihen bei Edgar Allen Poe, Bram Stocker oder Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes zu erkennen. Aber Szerb beweist genug Eigenständigkeit, um sein Buch zu einem eigenständigen Werk und nicht zu einer schalen Kopie zu machen. 


Schrulliger Snob sucht smarten Studierten 


Der Ungar Janos Batki, der sich mit folgenden Worten selber vorstellt „Eigentlich fangen meine Geschichten damit an, dass ich in Budapest auf die Welt gekommen bin und nach kurzer Zeit schon so geheißen habe, wie ich auch heute noch heiße…“, trifft auf einer sterbens-langweiligen Party den geheimnisumwitterten Earl of Gwynned. Obwohl dieser als Misanthrop verschrien ist, lädt er Janos Batki auf sein walisisches Schloss ein, um in seiner Bibliothek rare Bücher zu studieren, denn beide pflegen das gleiche Steckenpferd: Das mystische Schrifttum des 17. Jahrhunderts. 


Ab diesem Zeitpunkt kommt der arme Janos nicht mehr zur Ruhe: Er erhält Drohanrufe, verliebt sich, wird verführt aber nicht geliebt, erpresst, verschleppt, bestohlen und unter Drogen gesetzt. Temporeich, urkomisch, ironisch mit den bei Erscheinen des Romans im Jahre 1934 geläufigen Klischees spielend, führt uns Szerb in seinem mit lockerer Hand geschriebenen Roman von der Gegenwart in die düstere Zeit der Geheimbünde und des Okkultismus und wieder zurück. 


Whodonnit 


HALT – hier geblieben lieber Hörer! Nicht so voreilig genervt den Kopf schütteln und zum nächsten Hörbuch weiterklicken, denn, anders als die heutigen Zunftkollegen, bei denen die Mörder immer die Gärtner, äh ich meine, die Geheimbündler sind, beschreitet Szerb einen völlig anderen Weg. Als hätte er bereits 1934 die jüngste literarische Entwicklung des Kriminalromans vom klassischen „Whodonnit“ einer Miss Marple hin zu „Welcher mittelalterliche Geheimbund war es dies mal“ vorausgeahnt, geht er mit diesem beliebten und mittlerweile reichlich ausgelutschten Thema respektlos und bissig-ironisch um. Als ihn Malony, Batkis neu gewonnener Freund, verwundert fragt, was denn so besonderes an diesen „Rosenkreuzer“ ist, verrät ihm dieser, im Stile eines Verschwörers flüsternd, ihr großes Geheimnis: „… Und was haben sie noch gemacht?“ – „… Sie haben Menschen gemacht!“ – „Ich wusste sofort, dass Sie ein Schweinigel sind“ – „Nichts dergleichen – sie wollten künstliche Menschen erschaffen.“ - „Also waren sie impotent?“ 


Auf die Spitze getrieben 


Antal Szerb treibt mit spitzer Feder gnadenlos seinen Schabernack mit der Erwartungshaltung des Hörers und wechselt dabei spielend die Seiten, legt, wie im Genre des Kriminalromans üblich, falsche Fährten, beschreibt dann phantasievoll merkwürdige Glibberwesen, Riesen, Zwerge oder auch nur den obligatorischen Butler bleibt dabei jedoch äußerst präzise und pointiert. Die Schilderung des Plots bleibt straff, wird nie ausufernd und schweift dankenswerterweise nicht in blumige Schilderungen der, zugegebenermaßen äußerst reizvollen, walisischen Landschaft ab.
Dadurch es ist fast unmöglich, den roten Faden zu verlieren oder sich in dem geschickt gesponnenen Netz der wechselnden Schauplätze und Personen zu verheddern.
Das Verdienst, die Stimmung des ungarischen Originals eingefangen und auch dem deutschen Leser zugänglich gemacht zu haben, gebührt dabei der brillanten Übersetzung von Susanna Großmann-Vendrey. 


Von Null auf Hundert 


Manche Hörer werden Heikko Deutschmann vielleicht schon von anderen Produktionen kennen wie z. B. Stendhals „Rot und Schwarz“ oder Antal Szerbs „Reise ins Mondlicht“, dessen Rezension auch auf Literature.de hinterlegt ist. Heikko Deutschmann durchbricht auf dieser Hörbuchproduktion seine gewohnte Vortragstechnik und überrascht den Hörer mit jeder neuen Person, die Szerb auftreten lässt. Wie bei fast allen mir bekannten Hörbüchern beginnt das Hörbuch so: „Sie hören … - gelesen von Heikko Deutschmann.“ Ruhig, fast getragen, informativ eben genau so, wie „man es gewohnt“ ist. Aber schon mit den ersten Worten, die ich oben bereits erwähnt, ist man elektrisiert. Man glaubt förmlich, einen Kakanier vor sich zu haben, dann einen hochnäsigen, mit „Stiff-Upper-Lipp“ und verächtlich hochgezogenen Augenbrauen parlierenden englischen Earl, lauscht einem Drohanruf und kann es gar nicht fassen, kann nicht genug bekommen von der Vielseitigkeit der Betonungen, Akzente, dem ständigen Wechseln der Stimmlage, Geschwindigkeit usw. Antal Szerb hat jedem einzelnen Protagonisten, bis hin zu den Randfiguren, Individualität und Charakter nebst – schwächen verliehen. Aber es ist Aufgabe des Lesers, aus den Andeutungen Schlüsse auf die Person zu ziehen. Diese „Arbeit“ nimmt Heikko Deutschmann dem Hörer ab, indem er all das, was Szerb zwischen den Zeilen andeutet, in seine Stimme legt. Köstlich, wie er den ängstlichen, schüchternen, aber Intrigen spinnenden Pastor spricht oder den Pointen genug Zeit gibt, auch bei einem Reisenden in einem überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel anzukommen. 


Die Ausstattung des Hörbuchs hingegen ist fast gleich null. Nur ein 4-seitiges Booklet liegt der CD bei. Warum dies so ist, ist schwerlich nachvollziehbar. Gerade bei Hörbüchern ausländischer Autoren mit vielen landesspezifischen Eigennamen ist es für den Hörer nahezu unmöglich, die korrekte Schreibweise heraus zu bekommen und gerade dem an möglichen Hintergründen interessierten Käufer wird es damit unmöglich, auf „Spurensuche“ zu gehen, wie es sich bei diesem Kolportage-Roman von Antal Szerb anbietet. Zum Beispiel hätte ich gerne gewusst, wie denn nun der Name des Schlosses wirklich geschrieben wird. Verstandenen habe ich immer so etwas wie „Schlämm-Wei-Gänn“. Neben einer Namensliste nebst vordergründiger Funktion im Buch fehlt eine Trackliste sowie eine Benennung der Tracks wie z. B. bei DG Literatur üblich. Diese Benennung macht das Wieder finden eines Tracks wesentlich einfacher als das tumbe Anspielen jeden einzelnen Tracks. 


Fazit: Wer gerne Kriminalromane jenseits des Mainstreams mit eigenwilligen Charakteren, spannender und phantastischer Handlung, aberwitzigen Dialogen, ironischen Spitzen und einem furiosen Ende liest, wird bei diesem Debütroman des Ungarn Antal Szerb fündig. Heikko Deutschmanns Interpretation des Romans ist es zu verdanken, dass aus dem Lese-Erlebnis ein Ohrenschmaus wird. 

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

»Ein Buch, das einen so in seinen Bann zieht und in eine andere Welt versetzt, dass der Leser nur noch lesen möchte, bis er das Buch erschöpft beiseite legen kann.« NDR

Ein ungarischer Büchernarr gerät auf einem walisischen Schloss unversehens in ein gespenstisches Verwirrspiel.

»Im Grunde fangen alle Geschichten damit an, dass ich in Budapest geboren bin« – so beginnt János Bátky, Doktor der Philosophie mit besonderem Interesse für die englischen Mystiker des 17. Jahrhunderts und überhaupt sehr in alles Englische verliebt, seine außerordentlich »gespensterhafte Geschichte voller unerklärlicher Abenteuer«. Die wiederum beginnt mit einer Abendgesellschaft in London, auf der ihm Owen Pendragon, der derzeitige Earl of Gwynned, vorgestellt wird, über den man sich allerlei Wundersames erzählt – so unter anderem, dass er auf seinem walisischen Schloss in einem geheimen Labor Versuche mit merkwürdigen Tieren betreibe, um, getreu dem Pendragonschen Familienmotto »Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches«, dem ewigen Leben auf die Spur zu kommen.

Aufgrund beidseitiger Sympathie lädt der Earl den jungen Ungarn für ein paar Wochen auf sein Schloss und zum Studium in die berühmte Bibliothek der Pendragons ein. János Bátky kann sein Glück kaum fassen – ahnt er doch noch nicht, dass seine Reise ihn in ein mysteriöses Verwirrspiel um eine höchst strittige Erbschaft verwickeln wird, in dem unter anderem die folgenden Figuren wahrhaft literarische Rollen spielen: zwei schöne Damen, lebende und tote englische Gentlemen, ein schalkhaftes walisisches Gespenst und vor allem der seit 120 Jahren in der Familiengruft der Pendragons auf seine fleischliche Auferstehung wartende Ahnherr Asaph Pendragon, Begründer des alchimistischen Rosenkreuzer-Ordens und vielleicht letzte Mensch auf Erden, der noch wusste, wie man Gold herstellt.



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