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Thomas Stangl - Die Regeln des Tanzes

Die Haut der Wörter

Thomas Stangl - Die Regeln des Tanzes

„Also gut, es geht nicht anders, beginnen wir mit…“ dem Zitat, dass fast alle Rezenten benutzt haben, weil es einfach genial ist:

„Zwei bösartige Gnome wie aus einem schlechten Märchen haben mit einer Bande von Faschisten und Gaunern die Macht im Land übernommen“.

Dieses Statement bezieht sich auf die politische Situation in Österreich im Februar des Jahres 2000 und ist die Ausgangslage von Thomas Stangls Roman „Die Regeln des Tanzes“. Obwohl Politik, mal offensichtlicher, mal unterschwelliger, eine wichtige Rolle in seinem vierten Roman spielt, ist es kein politischer Roman. Im Mittelpunkt der fein verästelten Handlungs- und Zeitstränge stehen die beiden Studentinnen Mona und ihre ältere Schwester, deren Namen man erst auf der vorletzten Seite des Romans erfährt. Gleich zu Beginn des Romans verlässt Mona die gemeinsame Wohnung ohne eine Nachricht zu hinterlassen und hinterlässt ihre Schwester hilf- und ratlos.



Torsten Krol - Callisto oder Die Kunst des Rasenmähens

Wer andern eine Grube gräbt

Torsten Krol - Callisto oder Die Kunst des Rasenmähens

Odell Dufus will sich eigentlich nur freiwillig bei der US-Armee melden. Dort gibt es freies Essen und gute Bezahlung. Und wenn es sein muss, würde er auch im Irak kämpfen – das gibt doppelten Sold. Auf dem Weg zum Rekrutierungsbüro gibt sein Auto den Geist auf. Ausgerechnet bei Dean, einem versoffenen Rüpel, der als Rasenmähermann sein Geld verdient, findet er Unterschlupf. Unglücklicherweise stirbt Dean, nachdem im Odell einen Baseballschläger über den Scheitel gezogen hat. Und das ist erst der Auftakt zu einer absurd-komischen Posse, die alles durch den Kakao zieht, was den Amerikaner heilig ist.



Victor D. LaValle - Monster

Kaspar Hauser in Queens

Victor D. LaValle - Monster

Der Ich-Erzähler Anthony ist der Anti-Held aus Victor D. Lavalles Debütromans „Monster“. Seit er seine eigene Wohnung hat, macht sich seine Familie Sorgen um ihn. Und eines Tages bekommt er Besuch: „In einem grünen Leihwagen fuhren sie quer durch New York State, um mich als wilden Mann … aufzuspüren. Hatte eine Brille mit gesplitterten Gläsern auf der Nase, und auf meinem Kopf türmten sich die Haare als gigantischer Afroblumenkohl. Ich wog dreihundertundfünfzehn Pfund… Meine Familie brachte mich nach Hause und verfrachtete mich da in den Keller.“ Kaspar Hauser in Queens - auch Liebe kennt Grenzen. Dies erkennt auch Anthony schnell: „Ihre Fürsorge war wunderbar, aber ihre herablassende Art war tödlich – und überraschend.“



Haruki Murakami - Hard-Boiled Wonderland

Haruki Murakamis wundersame Geschichte(n) …

Haruki Murakami - Hard-Boiled Wonderland

Erfolg ist nicht kalkulierbar und gerade auf dem schier unüberschaubaren Literaturmarkt kann es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich dieser einstellt. Ist ein Breitenpublikum erreicht, möchte dieses vielfach auch die frühesten Arbeiten des Autors kennen lernen. Im Zeitalter des Internets und der Online-Auktionshäuser ist dies häufig kein Problem mehr – wenn man denn bereit ist, Höchstpreise zu zahlen. Eine dieser hoch gehandelten Raritäten ist die längst vergriffene Taschenbuchausgabe von Haruki Murakamis Doppelroman „Hard-Boiled Wonderland und Das Ende der Welt“, für die teils 3-stellige Beträge gezahlt und die auch jetzt noch bei Amazon mit Beträgen zwischen Euro 40 und 85 gehandelt wird und dies, obwohl im März 2006 eine hochwertige, optisch ansprechende und mit Lesebändchen versehene Neu-Auflage im Dumont Verlag erschienen ist.

Wie bereits in „Wilde Schafsjagd“ ist der Roman gespickt mit Versatzstücken aus den Fantasy- und Science-Fictiongenres sowie den typischen murakamischen Helden, die auf Grund ihrer „Lonesome Rider-Mentalität“ ohne weiteres dem Carverschen oder Chandlerschen und ihrer ironisch-skurril-naiven Weltsicht dem Irvingschen Universum entsprungen sein könnten; alles Autoren, deren Werke von Murakami ins japanische übertragen wurden und welche, nach eigenen Angaben, zu seinen Lieblingsautoren zählen.



Thomas Mullen - Die Stadt am Ende der Welt

Globalisierung 1918

Thomas Mullen - Die Stadt am Ende der Welt

Ein Jahr nach Eintritt der Vereinigten Staaten in den ersten Weltkrieg; Hysterie allerorten. Von Staats wegen eingerichtete Bürgerkomitees durchkämmen Städte, Dörfer und einzelne Gehöfte nach Wehrtauglichen. Jede Familie muss mindestens einen Erwachsenen stellen. Dann gibt’s da noch die Freiwilligen, die von Haus zu Haus ziehen, um Kriegsanleihen zu verkaufen – und wehe, man erwirbt keine!
Die miesen Arbeitsbedingungen treiben immer mehr Arbeiter mit der Forderung nach gerechteren Löhnen, Arbeitssicherheit und Kündigungsschutz auf die Strasse. Straßenschlachten mit der Polizei oder so genanntem „Werkschutz“ sind an der Tagesordnung. Tote und Verwundete bleiben bei den Wobblies genannten Gewerkschaftern zurück. Nicht besser geht es Pazifisten, die man in die Ausbildungslager der Armee schickt, um dort die niedrigsten Arbeiten wie Kloakendienst auszuführen. Dabei sind sie brutaler Gewalt ausgesetzt, die von den Vorgesetzten geduldet, ja teils gefördert wird. Es gibt nur zwei Wege, dieser zu entrinnen: Flucht oder Aufgabe des Pazifismus.



Ignacio Martínez de Pisón - Der Tod des Übersetzers

Amerikas Linke Rebellen machten mobil

Ignacio Martínez de Pisón - Der Tod des Übersetzers

„John Dos Passos und die Geschichte eines ungeklärten Mordes“ lautet der Untertitel von Ignacio Martinez de Pisóns Buch „Der Tod des Übersetzers. Es ist der erfolgreiche Versuch, dem Leser den spanischen Bürgerkrieg 1936/37 aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel nahe zu bringen: dem Tagebuch des amerikanischen linken Intellektuellen John Dos Passos. Wie viele andere amerikanische Intellektuelle und Kulturschaffende seiner Zeit sympathisierte er mit den spanischen, linksgerichteten Republikanern. Als 1936 ein Militärputsch unter der Führung Francos zum Bürgerkrieg wurde, reiste er unverzüglich nach Spanien, um diese zu unterstützen. Auch sein Freund José Robles reiste in seine Heimat Spanien zurück, nicht ahnend, dass er damit auch seine letzte Reise antrat.



Amelie Nothomb - Reality Show

60 Cent kostet ein Leben

Amelie Nothomb - Reality Show

Die Medien toben vor Abscheu; die Politiker rufen zum Boykott auf; die breite Masse kann die Ausstrahlung des neuen TV-Formates kaum erwarten, denn „es“ darf Gott spielen: mit einer 60 Cent kostenden SMS darf mit entschieden werden, wem eine unheilbar Kranke eine Niere spendet: drei schwerkranke Menschen, die seit Jahren auf eine Spenderniere warten, sind die Kandidaten. Ohne diese Transplantation werden auch sie über kurz oder lang sterben.
Die europaweiten Boykottaufrufe erreichen genau das Gegenteil dessen, was man sich erhoffte: jeder will die Sendung sehen. Und dann betreten die vier dem Todgeweihten das karg eingerichtete TV-Studio. Einer wird leben – drei werden sterben.
Es werden kurze Filmchen aus dem Leben der Kandidaten gezeigt; wer hier zum Publikumsliebling avanciert, hat gute Überlebenschancen. Dann trudeln die ersten SMS ein; der Moderator gibt mit nüchterner Stimme das Zwischenergebnis bekannt. Und als ob es um den „European Song Contest“ ginge, beginnt der unvermeidliche, stumme, klinische Wettkampf der Zuschauer um „ihren“ Favoriten…



Su Tong - Die Tränenfrau

Da bleibt kein Auge trocken

Su Tong - Die Tränenfrau

Lachen und Weinen liegen nah beieinander. Doch selten hat das Weinen solch drastische Maßnahmen zur Folge wie in Su Tongs Neubearbeitung des über 2000 Jahre alten chinesischen Mythos „Von der treuen Meng“. Anlässlich des Begräbnisses eines vom Kaiser in die tiefste Provinz verstoßenen Verwandten pilgern alle Einwohner von Pfirsichdorf zum Friedhof. Auf Grund des hohen Status des Verstorbenen weint so mancher Krokodilstränen aus Angst vor den Behörden, die sogar Soldaten zum Friedhof geschickt hat. Bei der Rückkehr in die Dörfer stellt sich jedoch heraus, dass diese aus einem völlig anderen Grund aufmarschiert sind: jeder, der geweint hat, wird verhaftet und ohne großes Federlesen zur Zwangsarbeit verschleppt.

Ab diesem Zeitpunkt bleiben die Augen der Dörfler trocken; geweint wird aber trotzdem – nur über andere Körperteile: manche Frauen weinen über die Lippen, die Füße oder die Haare. Doch wie so vieles hat alles seine zwei Seiten: ständig sieht man irgendwo einen Mann Wasser lassen. Der erhöhte Harndrang hat den angenehmen Nebeneffekt, das die Ausmaße der Männlichkeit beneidenswerte Dimensionen erreicht; diejenigen Frauen, die über die Brüste weinen, werden zu begehrten Heiratskandidatinnen.



T. Cooper - Lipshitz

Will the real Slim Lindy please stand up

T. Cooper - Lipshitz

1907: Nachdem sich Hersch Lipshitz „sechzehn Tage fast pausenlos übergeben hat“, taumelt er gemeinsam mit Frau Esther und seinen vier Kindern Miriam, Ruben, Schmuel und Ben die Gangway hinunter, betritt den Boden Amerikas. Wie ein einziges, vielbeiniges Lebewesen schieben sich hunderte Emigranten in Richtung ärztlicher Untersuchung.
Da geschieht das Unfassbare, der Alptraum jeder Eltern; Esther stolpert, lässt für eine Sekunde Rubens Hand los – und dieser verschwindet spurlos. Traumatisiert von der langen Überfahrt überfordert sie dieses Unglück völlig. Einerseits versucht sie sich, bei den teilnahmslosen Wachmännern Gehör zu verschaffen; doch diese sind völlig gleichgültig und befördern sie wie alle anderen in einen Warteraum. Hier vergisst sie für fast 10 Stunden, dass sie überhaupt ein viertes Kind hat. Als sie dies realisiert, ist sie von sich selber entsetzt, hält sich für die schlimmste Mutter der Welt – und ist doch froh, dass sie ihre Sorgen eine zeitlang vergessen konnte. Diese Ambivalenz wird sie ihr ganzes Leben lang begleiten und letztendlich dazu führen, dass sie sich in Wahnvorstellungen flüchtet. Doch zunächst hat Rubens Verschwinden handfeste Konsequenzen: statt zu ihrem geliebten Bruder Avi nach Texas reisen zu können, müssen sie und ihre Familie unter fast menschenunwürdigen Verhältnissen bei einer entfernten Verwandten hausen. Fast 5 Jahre wird es dauern, bis sie diesem nachreisen. Ben bleibt in New York und wird einmal wöchentlich die jüdische Hilfsorganisation aufsuchen, falls es doch noch einen Hinweis auf den Verbleib von Ruben geben sollte.



Nadine Gordimer - Fang an zu leben

Strahlende Zukunft

Nadine Gordimer - Fang an zu leben

„Paul ist tot – kein Freispiel drin“ lautet eine Textzeile der Neue Deutsche Welle Band Fehlfarben. In Nadine Gordimers neuem Roman überlebt Paul jedoch eine Krebserkrankung der Schilddrüse. Doch dies erst, nachdem er sich einer Strahlentherapie unterzieht. Diese hat den Nebeneffekt, dass er 10 Tage lang in Quarantäne muss, da er nun selber Radioaktivität ausstrahlt und für andere zum Risiko wird. Danach beginnt sein Freispiel: nun wieder unverstrahlt und risikolos kehrt er an seinen Arbeitsplatz bei einer Umweltorganisation zurück. Dort kämpft er u. a. gegen den Bau eines Atomkraftwerks und für den Erhalt der Umwelt.
Gegensatzpaare wie vorgenanntes gibt es in diesem Roman zuhauf. Allerdings tendiert der Unterhaltungswert in die gleiche Richtung wie die angezeigte Menge der Strahlungsdosis Pauls auf dem Geigerzähler nach Ablauf der Quarantäne.



Hugo Hamilton - Der Matrose im Schrank

Zerrissen zwischen drei Welten

Hugo Hamilton - Der Matrose im Schrank

Der „Matrose im Schrank“ ist, nach dem Überraschungserfolg „Gescheckte Menschen“, Hugo Hamiltons zweiter Teil seiner literarisch verarbeiteten Kindheits- und Jugenderlebnisse.
Die literarische Figur Hugo Hamilton ist der Sohn eines fanatisch-nationalistischen Iren und einer ausgewanderten Deutschen. Seine Geschichte spielt Anfang der 60-er Jahre in Irland. Als hätte man als pubertierender Jugendlicher nicht schon genug Identitätsprobleme, werden ihm von seinen Eltern weitere schwerwiegende Entscheidungen abgenötigt. Beide üben auf unterschiedliche Weise Druck auf ihn aus. Sein cholerischer Vater verbietet beispielsweise, dass in „seinem Haus“ Englisch statt Irisch gesprochen wird oder verhängt eine Ausgangssperre. Bei Verstößen gegen „seine“ Regeln gerät er in einen gewalttätigen Rauschzustand und schlägt mit äußerster Brutalität zu. Seine Mutter trägt in sich die Schuld, nichts gegen die Nazigräuel unternommen zu haben. Sie vermittelt ihrem Sohn, dass niemand von Geburt an unschuldig ist, ja sogar, dass man auch die Schuld der Eltern mit tragen muss und sich diese erst verdienen muss; eine Art zweiter Erbsünde. Diese Schuldgefühle werden noch durch die Ablehnung seiner Klassenkameraden und dem ihm verliehenen Spitznamen – Adolf Eichmann – verstärkt.



Silke Porath - Gottes Weber

Weil ich nicht anders kann

Silke Porath - Gottes Weber

Der „Buchclub“ ist nicht die Erfindung des Bertelsmann-Konzerns. Schon im Jahre 1848 gründete der spanische Prediger Antonio Maria Klaret eine religiöse Verlagsbuchhandlung. Diese hatte zum Ziel, Spenden zu sammeln, Bücher zu verlegen und Schriften zu verbreiten.
Dies ist nur eine der vielen Taten des Heiligen Claret, wie wir in Silvia Poraths historischem Roman „Gottes Weber“ erfahren. Doch obwohl schon früh in ihm der Wunsch bestand, Priester zu werden, schlug er zuerst einen anderen Weg ein. Als 12-jähriger begann er in der väterlichen Weberei seine Lehrzeit. Schon bald zeigte er eine außergewöhnliche handwerkliche Begabung. Um diese zu fördern und zu vervollkommnen, wird er zum Studium nach Barcelona geschickt. Doch als sein alter Vater nach ihm schickt, um ihm die Leitung der Weberei zu übertragen, widersetzt er sich dessen Wunsch. Stattdessen tritt er in das Priesterseminar in Vic ein und erhält bereits 1835 die Priesterweihe, obwohl er das Studium noch nicht abgeschlossen hat. Wenig später wird er wieder in heimatliche Gefilde versetzt. Hier, in Katalanien, wird schnell seine eigentliche Berufung erkannt. Als apostolischer Missionar durchwandert er zu Fuß ganz Katalonien und verbreitet den katholischen Glauben. 1849 gründete er den Orden der „Claretiner“ und 1855 den Orden der „Claretiner-Missionarinnen“.



Floortje Zwigtman - Wolfsrudel

Kain oder Abel

Floortje Zwigtman - Wolfsrudel

Ion Brebu ist der Erzähler in Floortje Zwigtmans Roman „Wolfsrudel“. Er und seine Freunde Vulpe und Alexandru leben im 19. Jahrhundert in der Walachei. Sie haben genug vom dörflichen, ärmlichen Allerlei und der täglichen knochenharten Schufterei auf den Feldern. Sie streben nach Höherem. Doch für ungebildete, arme Bauernsöhne gibt es nur eine Art, reich zu werden – man wird Räuber. Diesen Weg ging schon Vulpes älterer Bruder Lupu. So schleichen sich eines Nachts die drei Freunde wie Diebe aus ihrem Heimatdorf und schließen sich Lupus „Bruderschaft der Wölfe“ an.
Das Aufnahmeritual ist erniedrigend und brutal: sie müssen sich Wolfsfelle und Holzmasken überziehen. Dann zwingt man sie, aus Fressnäpfen ein Zeugs zu schlabbern, dass „widerwärtig roch, nach fauligem Laub, Eiter, toten Tieren, das alles durcheinander. Die Flüssigkeit fraß sich wie flüssiges Feuer durch meine Speiseröhre bis tief in den Magen“ – es handelt sich um eine Art Droge. Diese versetzt sie in einen Rausch, in dem sie Dinge tun, „für die man sich im Nachhinein schämt. Aber wenn ich an das denke, was noch kommen sollte, dann schäme ich mich für diese Dinge noch am wenigsten.“



Doris Lessing - Die Geschichte von General Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund

Das Ende der Eiszeit - das Ende einer Zivilisation? 

Doris Lessing - Die Geschichte von General Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund

„Die Geschichte von General Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund“ führt die Geschehnisse des 1999 erschienen Romans „Mara und Dann“ fort. In diesem begleiteten wir die beiden Geschwister Mara und Dann auf ihrer Odyssee vom dürregeplagten Ifrik (Afrika) zum von einer Eiszeit heimgesuchten Yerrup (Europa). Ein gnadenloser Überlebenskampf tobt und aus dem Kind wird der berühmte General Dann, den wir jetzt kennen lernen. Um zu „General Dann…“ einen Zugang zu finden, ist es absolut nicht nötig, mit dem Vorgänger vertraut zu sein, da Doris Lessing mittels ihrer unvergleichlichen Erzählkunst dem Leser alles notwendige im Rahmen der Handlung mitteilt. 



Denis Johnson - Jesus' Sohn

Schwarzmaler als Beruf

Denis Johnson - Jesus' Sohn

Ähnlich wie der jüngst von der Deutschen Verlags Anstalt wieder entdeckte Richard Yates oder dem bei Dumont verlegten David Means zählt der amerikanische Schriftsteller Dennis Johnson zu den „Writers Writern“; also zu Literaten, die andere Literaten inspirieren, neue Wege einschlagen oder Impulse setzen. Selten haben diese auch kommerziellen Erfolg. Doch Johnson nimmt auch hier eine Ausnahmestellung ein, denn die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Bücher und dem Kassenergebnis der darauf basierenden Kinofilme brachten ihm, neben Anerkennung und Ruhm, die finanzielle Unabhängigkeit.




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